Lars-Michael Lanbin ist neuer Präsident der Freien Berufe im Norden

Lars-Michael Lanbin, neu gewählter Präsident des Landesverbandes der Freien Berufe in Schleswig-Holstein (LFB) (rechts) mit dem ehemaligen Präsidenten Hans-Peter Küchenmeister. Lars-Michael Lanbin, neu gewählter Präsident des Landesverbandes der Freien Berufe in Schleswig-Holstein (LFB) (rechts) mit dem ehemaligen Präsidenten Hans-Peter Küchenmeister. Foto: Volker Rebehn

Kiel (LOZ). Der Landesverband der Freien Berufe in Schleswig-Holstein e.V. (LFB) hat einen neuen Präsidenten und eine neue Geschäftsführerin: Steuerberater Lars-Michael Lanbin und Rechtsanwältin Dr. Yvonne Susanne Kellersohn lösen Hans-Peter Küchenmeister und Bernd Schloer ab. Lanbin kündigte nach seiner Wahl an, die Interessen der vielen freiberuflichen Gruppen im Norden zu bündeln, gegenüber der Politik für einen stärkeren Bürokratieabbau einzutreten und gegen die aktuellen Angriffe aus Europa zu verteidigen.

Der 59-jährige Lanbin ist auch Präsident des Steuerberaterverbandes Schleswig-Holstein und in eigener Kanzlei in Neustadt in Holstein tätig. Ihm stehen mit Dr. Christian Sellschopp (Facharzt für Chirurgie in Kiel), Dr. Ing. Andreas Petersen (Beratender Ingenieur in Kronshagen) und Inken Völpel-Krohn (Diplom-Übersetzerin und Dolmetscherin in Kiel) drei Vizepräsidenten aus unterschiedlichen Berufen zur Seite.

Lanbin zog ein äußerst positives Fazit über die Arbeit seines Vorgängers, des Zahnarztes Hans-Peter Küchenmeister, der nach acht Jahren an der Verbandsspitze nicht wieder kandidierte. Wie ein roter Faden zog sich sein Engagement für die Sicherung des freiberuflichen Gesellschaftsmodells mit seiner berufsständischen Selbstverwaltung durch seine Präsidentschaft. Als Angriff auf diese bewährte Struktur kritisierte Küchenmeister stets die Bestrebungen auf EU-Ebene, die bewährten Berufszulassungsverfahren allein durch einen Titelschutz zu ersetzen, ebenso wie Planungen der EU, mit dem sogenannten Herkunftslandprinzip die bewährten Qualitätsstandards zu nivellieren.

Diesen Planungen setzte er seine Forderung entgegen, das Modell „Freiberuflichkeit“ in der bewährten bundesdeutschen Struktur als Blaupause in der gesamten EU einzuführen. Küchenmeister sieht die berufsrechtlichen Vorgaben der Freien Berufe als hocheffizienten Verbraucherschutz. Immer wieder appellierte er daher an die Vertreter der Freien Berufe, qualifizierte Ausbildungsplätze bereitzustellen. Zum einen sichere man damit den Nachwuchs für qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zum anderen erfülle man mit der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und gebe damit jungen Menschen die Chance für einen erfolgreichen Start in das Berufsleben. Küchenmeister war ein geschätzter Partner der Parteien, Fraktionen und auch der Landesregierung. Konsequent setzte er sich für den Schutz des Vertrauensverhältnisses zwischen den Freien Berufen als Berufsgeheimnisträgern und ihren Patienten und Mandanten ein. Ebenso konsequent forderte Küchenmeister auch als dringende Aufgabe der Politik, schnellstmöglich einen überparteilichen Kompromiss zum Abbau der überbordenden Bürokratielasten herzustellen.

Lanbin lobte Küchenmeister als wahren Vollblut-Freiberufler: „Wegen seiner Verdienste um die Freien Berufe haben wir ihn zum Ehrenpräsidenten des Landesverbandes ernannt.“

Lanbin möchte zukünftig noch stärker auf die gemeinsamen Interessen der unterschiedlichen Berufe hinweisen und diese gegenüber Politik und Gesellschaft vertreten. Ein Problem, unter dem alle freien Berufe leiden, ist nach seinen Erfahrungen eine zunehmende Regelungsdichte, die aus Berlin und Brüssel vorgegeben wird. „Was dort als Deregulierung verkauft wird, sorgt bei uns für mehr Bürokratie. Das werden wir belegen und nicht nur in der Landespolitik, die oft ein offenes Ohr für unsere Probleme hat, vortragen“, kündigte Lanbin an.

Auch auf die Rolle des Staates als Konkurrent zu vielen freien Berufen will Lanbin stärker hinweisen. So treten öffentlich subventionierte Stellen etwa als Konkurrenz zu freien Vermessern oder beratenden Wirtschaftsberufen auf – und behindern damit eine Weiterentwicklung des Marktes. „Privatisieren statt subventionieren“ werde Lanbin in diesem Zusammenhang einfordern.

In Schleswig-Holstein gibt es rund 46.900 Selbstständige in den Freien Berufen. „Das zeigt, wie wichtig die Arbeit der freien Berufe für die Wirtschaftskraft und den Arbeitsmarkt unseres Landes ist. Freie Berufe haben damit eine größere Bedeutung als viele Einzelbranchen oder Großbetriebe“, unterstreicht Lanbin. Zu den Freien Berufen zählen Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Tierärzte, Krankengymnasten, Hebammen, Diplom-Psychologen, Mitglieder der Anwaltskammer, Patentanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Beratende Volks- und Betriebswirte, vereidigte Buchprüfer, Steuerbevollmächtigte, Ingenieure, Architekten, Lotsen, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer sowie Wissenschaftler, Künstler und Schriftsteller.

Gleichzeitig gab es auch einen Wechsel in der Geschäftsführung des LFB. Dr. Yvonne Susanne Kellersohn löste Bernd Schloer nach fast neun Jahren im Amt ab. Die 38-jährige Rechtsanwältin ist gleichzeitig die Geschäftsführerin des Steuerberaterverbandes Schleswig-Holstein und bildet gemeinsam mit dem Präsidenten Lars-Michael Lanbin ein eingespieltes und gleichzeitig ein schlagkräftiges Team, um zukünftig die Interessen der Freien Berufe in Schleswig-Holstein zu vertreten.

Die Geschäftsstelle des LFB wird ab dem 1. Oktober in den Räumen des Steuerberaterverband Schleswig-Holstein e.V., Willy-Brandt-Ufer 10 in 24143 Kiel zu erreichen sein.

Der LFB Landesverband der Freien Berufe in Schleswig-Holstein ist die Spitzenorganisation der freiberuflichen Kammern und Verbände. In Schleswig-Holstein gibt es 46.900 selbstständige Freiberufler. Diese beschäftigen fast 90.000 Mitarbeiter - darunter ca. 4.250 Auszubildende - und erwirtschaften rund 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Letzte Änderung am Mittwoch, 07 September 2016 13:29
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