Kreis Herzogtum Lauenburg: Fachkräfte im Hamburger Umland gesucht

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(LOZ). Ob beim Seafood-Produzenten, beim Hersteller von hochwertigen Brandschutzbeschichtungen oder beim großen Möbelhändler – ein Thema brannte allen Unternehmern, die Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck, und IHK-Vicepräses Thomas Buhck in Wentorf bei Hamburg und Börnsen besuchten, unter den Nägeln: die Herausforderung, qualifiziertes Personal für ihr Unternehmen zu gewinnen. Die Fachkräftelücke ist auch im Hamburger Umland spürbar.

95 Mitarbeiter beschäftigt Geschäftsführer Joachim Marks bei Möbel Schulenburg in Wentorf bei Hamburg. Seit 2014 gehört der zuvor als Möbelpark Sachsenwald firmierende Möbelhändler zur Tessner Gruppe (unter anderem Möbel-Roller und SB-Markt). Und Marks hat Großes vor: Bis Ende November wird das gesamte Haus im laufenden Betrieb entkernt und vollkommen modernisiert. „Nur einen einzigen Tag werden wir wegen des Umbaus schließen“, sagt Marks. Im Möbelgeschäft laufe vieles über den Preis. Große Auswahl und das Einkaufsevent seien zudem für den Erfolg entscheidend. Die Möglichkeit, im Restaurant des Möbelhauses zu Frühstücken oder Mittag zu essen, werde ebenso wie die Kinderbetreuung von den Kunden gut angenommen.

Die Christian Goedeken jr. GmbH tritt beim Endverbraucher selten in Erscheinung – und trotzdem dürften viele bereits Produkte aus Wentorf verspeist haben. Etwa Zweidrittel seines Umsatzes macht das Unternehmen mit dem Produzieren von Seafood-Convenience-Produkten, die tiefgekühlt über den Großhandel an die Gastronomie geliefert werden. Rund ein Drittel des Umsatzes macht die Eigenmarkenproduktion aus. Mit viel Handarbeit werden von den 34 Mitarbeitern Fischprodukte wie Fingerfood hergestellt. „Wir sind ganz bewusst in der Nische zwischen den großen Playern der Branche“, sagt Geschäftsführer Karl-Heinz Führer. Eine Herausforderung für den Mittelständler seien die immer höheren Standards in der Lebensmittelproduktion, die für kleinere Unternehmen an mancher Stelle schon zu einer Markteintrittsschranke würden, ohne dabei zu einer sichereren Lebensmittelproduktion beizutragen.

Ein echter international ausgerichteter Spezialist im Bereich der Hochtechnologie ist die Rudolf Hensel GmbH aus Börnsen. Hensel-Brandschutzbeschichtungen für Holz, Beton, Kabel und vor allem Stahl sichern Bauten in aller Welt. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes generiert Hensel im Export, berichtet Geschäftsführer Roland Roggon. Er setzt auf Flexibilität für die Kunden und auf ständige Innovation. Mehr als ein Drittel der 45 Mitarbeiter beschäftigt Hensel in der Entwicklung. Sie sorgen dafür, dass ein wenige Millimeter dicker Aufstrich bei Hitze noch aufschäumt und das Material vor dem Feuer schützt oder ein kabelführendes Rohr bei Hitze verschließt und so das Einsickern giftiger Gase verhindert. Diverse Umweltzertifikate untermauern den eigenen Anspruch, nachhaltig zu produzieren. Neben der Herausforderung, geeignete Ingenieure für das Unternehmen zu finden, ist die unzureichende Glasfaserversorgung in Börnsen ein Ärgernis für Roggon.

IHK-Hauptgeschäftsführer Schöning sagte seine Unterstützung für die Unternehmen bei der Bewältigung der Fachkräftelücke zu. "Das Thema drängt nicht nur in den heute von uns besuchten Betrieben. Daher werden wir weiterhin unsere Expertise im Bereich der Ausbildung im Sinne unserer Mitgliedsunternehmen in die Beratungen mit Bildungsträgern und Politik einbringen", so Schöning.

Letzte Änderung am Donnerstag, 30 März 2017 16:23
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