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Dr. Buchholz nimmt den Bund für den Bau einer neuen Brücke in die Pflicht

 

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Büchen (wre). Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz besuchte bei seiner Reise durch das Herzogtum auch Büchen. Auf dem Programm standen die Bauten am Bahnhof und auch eine Besichtigung der Brücke über den Elbe-Lübeck-Kanal. Diese ist bereits wegen mangelnder Tragkraft seit 27 Jahren einseitig gesperrt. Buchholz machte aber klar, dass das Land vorerst nicht tätig werden wird.

Der Verkehrsminister nutze den Besuch in Büchen, um zu sehen wo die rund 5 Millionen Euro Förderung des Landes verbleiben. Derzeit läuft gerade der zweite Bauabschnitt am Bahnhof an. Die bisherigen Maßnahmen an der Lauenburger Straße haben rund 2 Millionen Euro gekostet. Auf der anderen Seite, wo deutlich mehr Veränderungen anstehen wie die Öffnung des Tunnels und neue Parkplätze sowie Bussputen, werden rund 8 Millionen Euro investiert.

Dr. Buchholz zeigte sich beeindruckt von den Maßnahmen einer kleinen Gemeinde wie Büchen. Er ließ sich die bereits fertiggestellten Bereiche zeigen und erfuhr anhand von Plänen wie es weitergehen soll.

Es wurde auch ein Besuch an der Brücke über den Elbe-Lübeck-Kanal vereinbart. Seit 27 Jahren ist diese nur noch einseitig befahrbar. „Das ist neben einer Brücke in Finnland einzigartig in Europa“, so Buchholz. Doch dies wird wohl auch vorerst so bleiben. Hatte sich die neue Landesregierung zwar auf die Fahnen geschrieben die Infrastruktur schneller und besser auf Vordermann zu bringen, gilt dies nicht unbedingt für Büchen. „Da sehe ich eindeutig den Bund in der Pflicht“, erläuterte Buchholz. Am Montag ist daher ein Termin mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann vereinbart. Doch Buchholz rechnet selbst nicht mit einem Ergebnis. „Ob noch vor der Wahl irgendwelche Versprechen gemacht werden ist eher unwahrscheinlich“, so der Minister.

Der CDU Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann hatte immer bemängelt, dass die SPD geführte Regierung bei der Brücke nicht tätig wird. Brackmann betonte, dass der Bund immerhin die Hälfte der Kosten tragen würde, wenn zeitnah etwas passiert. Dazu hätte das Land die Planungen übernehmen müssen. Nun fordert Schleswig-Holstein aber vom Bund, dass sowohl die Planung als auch alle Kosten vom Bund übernommen werden müssten.

Dr. Buchholz räumte zwar ein, dass das Land überlegen müsse was zu tun ist wenn der Bund die Brücke nicht erneuert, er machte aber auch klar, dass der Landesbetrieb für Straßenbau die Brücke weiterhin für tragfähig hält, und es in den letzten Jahren keine Verschlechterungen gab.

Derzeit erstellt das Land eine neue Prioritätenliste um festzustellen, welche Straßenbaumaßnahmen am Schnellsten umgesetzt werden müssen. Minister Buchholz ließ aber bereits durchblicken, dass die Brücke in Büchen wohl eher nicht dazugehören wird.

Es bleibt nun abzuwarten, ob es eine Einigung zwischen Bund und Land gibt, wer die Verantwortung übernimmt. Dies ist auch davon abhängig, ob der Kanal ausgebaut wird. Die Zeit wird aber langsam knapp. Eine neue Brücke würde wohl ohnehin zehn Jahre auf sich warten lassen, auch wenn die Planungen zeitnah beginnen würden. Dann ist die Brücke 63 Jahre alt. Es gibt Studien, die davon ausgehen, dass die Brücke damit schon deutlich über ihre Lebenserwartung ist, da durch die Konstruktion weiter mit einer abnehmenden Traglast zu rechnen ist.

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