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Von Lara Joy Kaminski (Schülerin der Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule)

Büchen. Die SchülerInnen der 12. Jahrgangsstufe luden am 24. August die WahlkreiskandidatInnen der sechs großen Parteien in Deutschland zu einer Podiumsdiskussion ins Forum der Gemeinschaftsschule ein, um mit ihnen drei selbst gewählte Themen zu diskutieren. Hierbei lagen die Schwerpunkte auf den Themenkomplexen Integration, soziale Gerechtigkeit sowie dem Klimawandel. Zu diesen Themen wurden den PolitikerInnen von den Schüler-ModeratorInnen verschiedene Fragen gestellt und die Abgeordneten hatten dadurch die Gelegenheit, die Standpunkte ihrer jeweiligen Partei dem aufmerksamen Publikum näherzubringen.

Der Einladung waren sämtliche DirektkandidatInnen der im Bundestag vertretenen Parteien bzw. ihre Vertreter gefolgt. So war das Podium mit Dr. Nina Scheer (SPD), Lorenz Gösta Beutin (Die Linke), Gereon Bollmann (AfD), Dr. Konstantin von Notz (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Thomas Peters (CDU) und Martin Turowski (FDP) besetzt.

Schon in der kurzen Vorstellungsrunde wurden die ersten Differenzen zwischen KandidatInnen sichtbar. So bezeichnete der AfD-Vertreter die Corona-Pandemie bzw. den Klimawandel als Ablenkungsmanöver der Regierung, um von wichtigeren Themen abzulenken, was von den anderen Gästen jedoch widerlegt wurde. Außerdem fehlte den ZuhörerInnen ein Hinweis darauf, welche Themen der Kandidat stattdessen priorisiert.

In der ersten Diskussionsrunde wurde die soziale Gerechtigkeit innerhalb Deutschlands näher beleuchtet. Hierzu wollten die SchülerInnen wissen, wie die Parteien zu einem Grundeinkommen stehen und welche Änderungsvorschläge zur aktuellen Politik sie vorschlagen. Die Linke war dabei die einzige Partei, die auf ein bedingungsloses Grundeinkommen bestand, während es die anderen Parteien eher bei einer finanziellen Unterstützung für Bedürftige belassen wollten bzw. andere Alternativen benannten.

Danach wurde das Thema Integration angesprochen; der Großteil der Abgeordneten empfindet Integration durchweg als etwas Positives. Konsens war: Deutschland könnte noch deutlich mehr Migranten aus Krisengebieten aufnehmen und integrieren, würde es bei uns nur ein einheitliches Migrationsgesetz geben. Dem widersprach Herr Bollmann von der AfD erwartungsgemäß und meinte außerdem, dass mehr Migranten im Land auch für einen höheren CO²-Ausstoß sorgen würden, obwohl der Klimawandel seinem Bekunden nach nicht Menschen gemacht sei. Hierin bemerkte nicht nur der Vertreter der Linken, sondern die gesamte Zuhörerschaft einen Widerspruch in den Aussagen des Politikers.

Damit war die Überleitung zum Thema Klimawandel gefunden; hierbei punktete zumindest unter den hiesigen Zuhörern die FDP, die zum Thema zahlreiche Ideen einbrachte. Selbst die Grünen wurden bezüglich ihrer vermeintlichen Kernkompetenz kritisiert, da nach Ansicht der FDP deren Vorschläge nicht weit genug in die Zukunft gedacht seien, was jedoch durch Herrn Konstantin von Notz mit Hinweisen auf die weitreichenden Forderungen und Maßnahmen zum Klimaschutz der Grünen widerlegt wurde.

In der abschließenden Blitz-Fragerunde konnten die SchülerInnen dann u.a. herausfinden, dass bei aller Identifikation mit den Parteiprogrammen keiner der  KandidatInnen gänzlich hinter den Forderungen der eigenen Partei steht, sondern sich auch seinem Gewissen verpflichtet fühlt.

Am Ende der Podiumsdiskussion hatten die SchülerInnen dann die Möglichkeit, digital ihre Stimmen bei einer vorgezogenen Bundestagswahl abzugeben. Wen die SchülerInnen der Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule gewählt haben, bleibt allerdings geheim.

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