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Gleichstellungsbeauftragte verteilt Brötchentüten mit Notfallnummer gegen häusliche Gewalt in Kitas

Lesezeit: 3 Minuten

Dassendorf (LOZ). Zum Internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ gegen häusliche Gewalt am 25. November werden in diesem Jahr zum 15. Mal Tüten mit Brötchen und Infomaterial verteilt. Nina Stiewink, die Gleichstellungsbeauftragte im Amt Hohe Elbgeest, hat zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus der Amtsverwaltung 1.010 Brötchentüten gepackt und anschließend in 14 Kitas im Amtsgebiet verteilt.

„Unter Fällen von häuslicher Gewalt leiden die Kinder besonders“, erklärt Nina Stiewink dazu. Mit der Aktion will sie sensibilisieren für die zahlreichen Facetten, die häusliche Gewalt hat. Damit ist nicht nur der schlagende Ehemann, in wenigen Fällen auch die gewalttätige Partnerin, gemeint. Die Istanbul-Konvention definiert ganz genau, was häusliche Gewalt ist: „Alle Handlungen körperlicher, sexueller, psychischer oder wirtschaftlicher Gewalt, die innerhalb der Familie oder des Haushalts oder zwischen früheren oder derzeitigen Eheleuten oder Partnern vorkommen." Die meisten Gewalttaten werden nicht in der Öffentlichkeit verübt, sondern in den eigenen vier Wänden. Fast immer sind die Opfer Frauen und Kinder. Trotzdem ist häusliche Gewalt ein Thema, das von der Gesellschaft oft ausgeblendet wird.

Mit den Tüten finden nicht nur die Brötchen von der Bäckerei Baumgarten in Aumühle den Weg in die Kita-Familien des Amtsgebiet. Aufgedruckt sind Informationen über Beratungsangebote und den Notruf „Hilfe gegen Frauen“ unter 08000 / 116 016 oder im Internet www.hilfetelefon.de.

„Ich bedanke mich bei den Kitas, die meine Aktion engagiert unterstützen“, betont Nina Stiewink. „Ich möchte hierbei auf die lokalen Hilfeangebote hinweisen wie das Frauenhaus in Schwarzenbek, das unter 04151 / 75 78 oder per E-Mail an fh.schwarzenbek@t-online.de erreichbar ist“.

Auf der Website www.frauen-in-not-schwarzenbek.de/ ist auch die Schwarzenbeker Frauen-Beratungsstelle des Vereins „Frauen in Not“ zu finden: Pröschstraße 1, Telefon 04151 / 813 06. Zudem bietet die Beratungsstelle immer 14-tägig Beratungsstunden an, donnerstags von 9 bis 13 Uhr im Rathaus Geesthacht, Zimmer 214. Die nächsten Termine sind am 22. November, 6. Dezember, 13. Dezember und 20. Dezember 2018.

Leider ist es immer wieder nötig, auf das Problem der häuslichen Gewalt hinzuweisen, das sich quer durch alle Bevölkerungsschichten zieht. Allein im Jahr 2017 gab es in Schleswig-Holstein 3.032 polizeiliche Einsätze bei häuslicher Gewalt, bei denen 540 Täter der gemeinsamen Wohnung verwiesen wurden. Insgesamt wurden im Jahr 2017 nach Angaben der Frauenhäuser 1.567 Frauen und 1.782 Kinder in schleswig-holsteinischen Frauenhäusern aufgenommen.

Die Hilfeangebote bei häuslicher Gewalt und weitere Informationen zum Thema sind auch in der Broschüre „Nur Mut - Handlungsmöglichkeiten in Gewaltbeziehungen“ zusammengestellt. Die Broschüre steht im Internet unter www.schleswig-holstein.de zum Herunterladen bereit in deutscher, türkischer, russischer, englischer, französischer und arabischer Sprache.

Gleichstellungsministerin Sabine Sütterlin-Waack startete die diesjährige Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ in Rendsburg. Die Aktion wird von den hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten zusammen mit der Bäcker-Innung und der Ministerin durchgeführt.

Sabine Sütterlin-Waack betonte dabei: „Gewalt gegen Frauen gibt es auch online: Wir reden dann von digitaler Gewalt durch Stalking, Mobbing oder Datenklau. Medien, insbesondere die sogenannten sozialen Medien, verbreiten oftmals ein fragwürdiges Frauen- oder Körperbild und setzen gerade junge Frauen unter Druck. Auch das weitverbreitete Posten von teils sogar sehr privaten Bildern kann verheerende Folgen haben.“

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