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Hohenhorn (LOZ). Bereits im Jahr 2015 begannen die Gespräche zum Stadt-Umland-Konzept zwischen Geesthacht und den umliegenden Gemeinden Hamwarde, Wiershop, Worth und Hohenhorn, nachdem im Dezember 2014 eine Vereinbarung geschlossen wurde, ein Konzept zur wohnbaulichen und gewerblichen Entwicklung erarbeiten zu lassen.

„Es hat lange gedauert, bis wir jetzt eine verbindliche Zielvereinbarung abschließen können, aber es hat sich gelohnt auf die aktuellen Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung zu warten.“ Darin waren sich die kommunalen Vertreter und Vertreterinnen bei der feierlichen Unterzeichnung am 11. September 2019 einig.

In das Gemeindezentrum Hohenhorn waren dazu auch Beate Domin, im Landes-Innenministerium zuständig für die Regionalentwicklung, Michael Birgel, Fachdienstleiter Regionalentwicklung im Kreis Herzogtum Lauenburg und Ulf Hahn, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung des Kreises, gekommen. Sie hatten die Gespräche des Mittelzentrums Geesthacht und den Umlandgemeinden begleitet, die mit der fachlichen Unterstützung der AC Planergruppe aus Itzehoe nun zum Abschluss gebracht wurden.

„Ohne die Kooperations- und Gesprächsbereitschaft aller Beteiligten wären wir nicht da, wo wir heute stehen“, betonte Amtsdirektorin Christina Lehmann für das Amt Hohe Elbgeest, das den Prozess koordiniert hatte.

Für Kreisplaner Birgel ist es ein großes Erfolgserlebnis, dass die kreisweit erste verbindliche Stadt-Umland-Vereinbarung unterzeichnet wird, mit der die zukünftige Entwicklung der regionalen Wohnbebauung und Gewerbeansiedlung gestaltet werden kann. Gemeinden wie Wiershop oder Hamwarde sind bisher durch die Landesentwicklungsplanung enge Grenzen in der Entwicklung von Wohngebieten oder Gewerbeflächen gesetzt. Nur zusammen mit dem Mittelzentrum Geesthacht ist es ihnen möglich, die große Nachfrage nach Wohnungen, Häusern oder Gewerbeflächen in ihren Gemeinden umzusetzen. „Mit dieser Vereinbarung wird mehr Transparenz und Flexibilität zwischen Stadt und Land geschaffen“, ist Michael Birgel sicher.

Beate Domin sicherte für das Innenministerium den beteiligten Kommunen zu, dass diese verbindliche Zielvereinbarung in die Regionalplanung aufgenommen wird und das Ministerium auch zukünftig beratend die Kooperation begleiten wird.

Hamwardes Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Richard berichtete von einem zweiten Neubaugebiet, das die Gemeinde nun in eigener Regie umsetzen kann. 1,5 Hektar stehen außerdem für die Ansiedlung von Kleingewerbebetrieben zur Verfügung.

Auf 10 Hektar wird die Gemeinde Wiershop neben der Abfallwirtschaft ähnlich gelagerten Betrieben Flächen anbieten können. Außerdem sollen auch in Wiershop Wohngebäude vom Einfamilienheim bis zum Mehrfamilienhaus auf gemeindeeigenen Flächen entstehen. „Dafür gehen von dem zentralen Ort Geesthacht wichtige Impulse aus“, so Wiershops Bürgermeister Hans-Ulrich Jahn.

„Geesthacht wird von der Kooperation dadurch profitieren, dass Geesthachter Betriebe in der Region bleiben können und Mitarbeiter von Geesthachter Betrieben in den Nachbarorten Wohnraum finden können. Der Trend geht in den kommenden Jahren verstärkt zum wohnortnahen Arbeiten“, betonte Planer Birgel.

„Die gute Zusammenarbeit mit unseren Nachbargemeinden ist uns ein sehr wichtiges Anliegen sowie das Austarieren der gegenseitigen Interessen“, unterstreicht Geesthacht 1. Stadtrat Georg Miebach. Künftig soll bei ein bis zwei Treffen im Jahr die interkommunale Kooperation weiter gestärkt werden.

„Hohenhorn hat überzeugt und kooperativ an der Erarbeitung des Stadt-Umland-Konzepts mitgearbeitet. Wir setzen auf innerörtliche Verdichtung und nicht auf Neubaugebiete“, erläuterte Bürgermeisterin Hanna Putfarken. Gewerbeansiedlungen sind in Hohenhorn nicht geplant. Traditionell ist Hohenhorn mehr mit Dassendorf im Kita- und Schulbereich verbunden. „Wir unterstützen wie die anderen Gemeinden Geesthachts Wunsch nach einem Bahnanschluss.“

Wirtschaftsförderer Ulf Hahn ist sicher, dass angesichts der knappen Gewerbeflächen in Geesthacht die neuen Gebiete in Hamwarde und Wiershop auf großes Interesse bei den Gewerbetreibenden stoßen werden. „Das schafft Möglichkeiten, die in Geesthacht nicht mehr gegeben sind.“

In der Zielvereinbarung ist vorgesehen, dass themenbezogen weitere Gemeinden aus dem Geesthachter Umland einbezogen werden können. Über die Bereiche Wohnbebauung und Gewerbeansiedlung hinaus sollen in den weiteren Gesprächen die Themen Naherholung, Tourismus, Radverkehr und Landschaftspflege erörtert werden. In fünf Jahren sollen in einem Monitoring die Grundlagen für das Konzept und seine Auswirkungen überprüft und falls nötig modifiziert werden.

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