Ausstellung „SkullTales“ in Dassendorf eröffnet Kulturfestival „Grün ist die Hoffnung“

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Dassendorf (LOZ). Wo sonst die Stühle in Reihen mit Blick zum Altar stehen, ist in der Dassendorfer Versöhnungskirche alles anders. Totenköpfe in allerlei Gestalt stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „SkullTales“. Mit ihr hat Pröpstin Frauke Eiben am Sonnabend, 18. September das Kulturfestival „Grün ist die Hoffnung – Kultur auf dem Gottesacker eröffnet.“

Bis zum 29. September zeigen Friedhöfe in der Propstei Lauenburg, dass sie nicht nur Orte der Trauer sind, sondern ein kultureller Schatz. „Wir wollen in den nächsten Tagen über viele verschiedene Veranstaltungsformate mit den Menschen vor Ort in einen Dialog kommen. Über die Vergänglichkeit und über Gott und die Welt“, so Eiben.

Das gelang bereits während der Vernissage der Ausstellung „SkullTales“. Etwa 30 Besucher kamen nach Dassendorf. Unter freiem Himmel empfing Musiker Stefan Battige die Gäste mit Harfenklängen.

Anja Nitz, Kultur & Kirche, hat die Ausstellung kuratiert. Skull Tales ist Englisch und bedeutet übersetzt Totenkopfgeschichten. Die Ausstellung hat zwei Erzählstränge: Totenköpfe aus Alltagsgegenständen werden in Szene gesetzt, etwa ein St.-Pauli-Fanshirt hinter Glas oder der Champagnerkühler mit Totenkopffuß. Wer sich traut, kann dem Tod im übertragenen Sinne also sehr tief ins Auge blicken. Anja Nitz hat sich außerdem mit dem mittelterlichen Gedanken des Memento Mori und der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit in der Malerei beschäftigt. Herausgekommen sind Ausstellungsstücke mit symbolisch aufgeladenen Alltagsgegenständen sowie Blumen, Obst und Gemüse, die an die Stillleben von Malern wie Jan Davidzoon de Heem und Adriaen van Utrecht erinnern. Sie werden in den zwei Wochen der Ausstellungsdauer dem Verfall preisgegeben.

„Ich fand es schier unglaublich, dass es eine Zeit gab, in der wohl situierte Bürger ihre eigene Sterblichkeit und den Verfall ihres Körpers so deutlich sichtbar haben abbilden lassen“, sagt Anja Nitz, Beauftragte für Kultur und Kirche, in ihrer Eröffnungsansprache. „Und für mich aus einer anderen Zeit, in der der Gedanke an Sterblichkeit so gerne weggeschoben wird, löste das so eine Mischung aus Faszination und Grauen aus und das hat mich letztlich noch bei dieser Ausstellung begleitet.“

Die Ausstellung „SkullTales“ ist bis zum 29. September von 16 bis 19 Uhr in der Versöhnungskirche Dassendorf zu sehen. Das Kulturfestival „Grün ist die Hoffnung – Kultur auf dem Gottesacker“ zeigt zwei weitere spannende Ausstellungen, die von Einzelpersonen ohne Voranmeldung besucht werden können.

Die Ausstellungsgemeinschaft Lauenburgischer Künstler zeigt in der Marienkirche Worth ihre Werke. „Grün ist die Hoffnung“ ist die Überschrift und die Künstler aus der Region wollen die Gesellschaft in Kontakt mit der Kunst bringen. „Wenn unsere Arbeiten in einer Kirche gezeigt werden, dann bewegt sich dort etwas, wir können diskutieren…“, sagt Künstlerin Gundel Wilhelm. Die Ausstellung ist vom 21. September bis 3. Oktober täglich außer montags von 16 bis 19 Uhr geöffnet.

Die Ausstellung „Poesie im Grünen“ auf dem Friedhof in Brunstorf lädt Flanierkunst ein. Bis zum 29. September ist die Ausstellung „Leichtes Läuten“ von Heidrun und Hans Kuretzky zu sehen. Außerdem erwartet die Besucher eine Galerie auf dem Weg.

Alle Informationen zum Kulturfestival „Grün ist die Hoffnung – Kultur auf dem Gottesacker“ gibt es auf der Festivalseite https://www.kirche-ll.de/kirchenkreis-verwaltung/friedhoefe/kulturfestival.html

„Wir wollen Kultur coronakonform erlebbar machen“, sagt Festivalorganisator Bernd K. Jacob. „Deshalb sind Anmeldungen und Registrierungen für die meisten Veranstaltungen unbedingt nötig.“

Der Account @friedhoefeLL begleitet das Kultufestival auf Instagram. Der Hashtag der Veranstaltung ist #Gottesacker21. https://www.instagram.com/friedhoefell/

Viele Social-Media-Eindrücke sammelt die Social Wall #Gottesacker21 https://my.walls.io/re85z

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