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Ali Demirhan: Wir wollen weiterhin die konstruktive und kritische Stimme in Geesthacht sein

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Geesthacht (wre). Die Grünen in Geesthacht haben sich viel vorgenommen, um auch nach der Kommunalwahl am 6. Mai aktiv die Geschicke in Geesthacht mitzulenken. „Wir möchten da weitermachen, wo wir jetzt schon sind“, sagt der Fraktionsvorsitzende Ali Demirhan. „Und wir haben in den vergangenen fünf Jahren eine Menge erreicht“. Es wird aber nach der Wahl auch große Veränderungen geben. Die Fraktion wird sich neu aufstellen.

„Wir haben die Hälfte der Kandidaten mit Frauen besetzt, auf jeden geraden Platz“, sagt Demirhan nicht ganz ohne Stolz, dass die Grünen die Frauenquote so gut umsetzen konnten. In der kommenden Legislaturperiode werden allerdings ein paar der bisherigen Ratsmitglieder nicht mehr vertreten sein. So verzichten etwa Bettina Boll, Elke Heyden-Dahlhaus und Andreas Köppe ganz auf die Kandidatur. Gerhard Boll steht erst auf dem 8. Listenplatz. Derzeit ist die Fraktion der Grünen mit sieben Mitglieder in der Ratsversammlung vertreten.

„Es wollten einige erfahrene Mitglieder lieber in die zweite Reihe treten“, so Demirhan, der selber auf dem ersten Listenplatz steht. Auf Platz zwei folgt die Fraktionsgeschäftsführerin Karin Maaß, die bisher noch nicht in der Ratsversammlung vertreten ist. „Mit Timo Kohnert auf Platz drei und Helena Knüppel haben wir zwei 18jährige engagierte Nachwuchsvertreter, die durch die gute Platzierung sehr gute Chancen haben in der kommenden Ratsversammlung vertreten zu sein“, freut sich Demirhan über die Verjüngung des Teams. Auf Platz fünf folgt Dr. Jens Kalke, und auf Platz 6 Edith Müller-Eltzschig.

„Für uns stehen aber gar nicht die Köpfe im Vordergrund, uns sind die Themen wichtig“, so Demirhan. Die Grünen wollen daher sich auch künftig Mehrheiten in der Ratsversammlung suchen wo es passt. „Wir wollen weiterhin inhaltsorientierte Politik machen und mit allen Fraktionen konstruktiv zusammenarbeiten wie bereits in der Vergangenheit“, so Demirhan. Das hat bisher gut funktioniert wie etwa bei der Umsetzung der Verpflichtung zu 25 Prozent Sozialwohnungen bei Neubauten oder auch der Erhalt der Bäume in der Bergedorfer Straße, betont Demirhan. „Die Bäume sind nicht nur für das Klima wichtig, sie sorgen auch für das nötige Flair, denn wir haben da ja leider nicht überall schöne Fassaden“, so Demirhan.

Das neue Programm der Grünen ist recht umfangreich. Auf 28 Seiten stellen sich die Grünen und ihre Ziele vor. Wer es etwas komprimierter mag, findet auf einem 6seitigen Flyer das Kurzprogramm mit allen wichtigen Stickpunkten. Das Wahlprogramm kann auf der Seite der Grünen heruntergeladen werden: https://gruene-kv-lauenburg.de/ov-geesthacht/

Eines der Ziele der Grünen ist es, dass bis 2030 nur noch alternative Energien in Geesthacht verwendet werden. Obligatorisch ist auch die Ablehnung eines Atommülllagers in der Stadt. „Wichtig ist für uns der Ausbau der Radwege um eine gute Alternative zum Autoverkehr anbieten zu können“, sagt Demirhan. Dabei wollen die Grünen darauf achten, dass der Etat von jährlich 100.000 Euro auch verwendet wird. Auch der öffentliche Nahverkehr soll gestärkt werden. „Es muss in alle Stadtteile eine Verbindung in einem 20minütigen Takt geben. Teilweise fährt der Bus nur alle Stunde“, so Demirhan. Als Finanzierung hofft der Fraktionschef auf Mittel aus dem Kreis. „Wir zahlen jährlich 12 Millionen Euro Kreisumlage, da könnte dann auch gern wieder etwas zurückfließen“, fordert Demirhan. Auch die Bahnanbindung an Bergedorf bleibt ein Thema.

Eine Umgehungsstraße für Geesthacht wollen die Grünen weiterhin nicht. Allerdings soll die B5 durch den Ausbau des Fahrendorfer Weges entlastet werden. Die schmale Straße soll nach dem Willen der Grünen als Vollwertige Straße mit Rad- und Fußweg ausgebaut werden. „Es sind im Gewerbegebiet viele Arbeitsplätze entstanden und durch die Wohngebiete Finkenweg Ost viele Wohnungen. Dann kommen noch mal viele Wohnungen im Finkenweg Nord dazu. Da wurden einfach die Gebiete geplant, ohne auf die Verkehrswege zu achten“, kritisiert Ali Demirhan. Viele Autofahrer nutzen daher den Fahrendorfer Weg als Schleichweg. „Da konnte ich oft beobachten, dass es dort nur knapp keine Unfälle gegeben hat“, sagt Demirhan, daher müsse die Straße als Umgehung für die B5 und auch den Richtweg ausgebaut werden.

Mit Bedauern beobachten die Grünen auch das Fällen von immer mehr Bäumen. „Bis 2008 hatten wir eine Baumschutzsatzung, die dann gegen ein Kataster ausgetauscht wurde. Aber leider sind dort nicht alle ausgewachsenen Bäume vermerkt“, sagt Demirhan. Daher würden immer mehr Bäume in Geesthacht einfach verschwinden. Dem wollen die Grünen durch die Wiedereinführung einer Satzung entgegentreten. „Es kann nicht sein, dass immer mehr Bäume gefällt werden und wir gleichzeitig über den Klimawandel jammern“, schließt Ali Demirhan ab.

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