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SPD und CDU werfen sich gegenseitig Versäumnisse vor

 

Lesezeit: 3 Minuten

Geestacht (LOZ/wre). „Der Schnellschuss im vergangenen Jahr holt uns wohl nun ein,“ kommentiert Arne Ertelt, schulpolitischer Sprecher der CDU Fraktion die mögliche Schließung des Berufsbildungszentrums (BBZ) in Geesthacht.

„Ohne eine besonders intensive Prüfung der Schülerzahlen wurde die Genehmigung der Oberstufe an der Bertha-von-Suttner-Schule (BVS) durch das Bildungsministerium in Kiel genehmigt. Landesweit gab es damalig Kritik am Handeln der sich noch im Amt befindlichen SPD-geführten Landesregierung. Von der Existenz eines BBZ wusste in Kiel niemand etwas, mögliche negative Auswirkungen wollte keiner hören“, so Ertelt weiter.

Bis heute sind die Kosten für diese Entscheidung zur Einrichtung einer neuen Oberstufe eine Unbekannte, so dass das Thema in den nächsten Monaten wohl die Politik weiterbeschäftigen wird. Auch die Schülerzahlen sind bisher nicht bekannt, dennoch wird hinter vorgehaltener Hand von weniger als 40 Anmeldungen und einer Investition durch die Stadt als Schulträger mit mehreren Millionen gesprochen. Bisher wurde eine Übergangslösung mehrheitlich durch die Politik beschlossen und durch die Stadtverwaltung eingeleitet.

Die Christdemokraten kritisieren zudem, dass die notwenigen Planungen und Beschlussvorlagen zuletzt sehr spät den Mitgliedern des Schulausschusses vorlagen, obwohl mehrere Monate seit der Beschlusslage vergangen sind.

„Nach der Genehmigung durch das Bildungsministerium im November 2016 wäre viel Zeit für eine sorgfältige Vorbereitung gewesen, unseren Unmut haben wir bereits in der Ausschusssitzung deutlich gemacht“, berichtet Christina Minge, Mitglied im Schulausschuss. „Bei den Themen Anmeldung und Kosten zur neuen Oberstufe brauchen wir zeitnah mehr Transparenz“, meint Minge. „Mit dem BBZ ist zudem ein lösungsorientierter Dialog gefordert.“

Auch die SPD Geesthacht betrachtet die Schließungspläne für die Außenstelle des Berufsbildungszentrums mit Sorge. „Wir machen uns für eine Erhaltung der Schule stark. Geesthacht hat ein elementares Interesse an dem Erhalt des Berufsbildungszentrums. In diesem Sinne werden wir auch in der kommenden Ratsversammlung über eine Resolution ein starkes Bekenntnis für das Berufsbildungszentrum von allen Parteien einfordern. Dies werden wir dann an den Kreis weiterreichen“, so Kathrin Wagner-Bockey.

„Es ist uns durchaus klar, dass die berufsbildenden Schulen starken strukturellen Umwandlungsbedarfen unterliegen. Es gilt nicht nur für die Außenstelle Geesthacht, sondern in der gesamten Republik, dass der Erwerb von Berufsabiturabschlüssen rückläufig ist. Insofern sind die Berufsschulen in der Tat aufgerufen, ihre Angebote anzupassen, dies gilt sicherlich auch für Geesthacht.“

Es dürfe dies aber nicht bedeuten, dass die Schule geschlossen wird und sich sämtliche Berufsschulmöglichkeiten in Mölln konzentrieren. Die Schulausschussvorsitzende Hayik-Koller führt dazu aus: „Wenn aus Möllner Schulleitersicht behauptet wird, für Geesthachter Schüler ändere sich nichts, außer dem Fahrweg, so grenzt dies an Zynismus. Der Schulweg nach Mölln bedeutet für viele Berufsschüler wegen der schlechten Anbindung eine riesige Hürde. Während es der CDU geführte Kreis versäumt hat, die öffentliche Verkehrsanbindung voran zu bringen, steht jetzt die Verlegung der Berufsschule in den Norden im Raum. So kann es nicht gehen.“

In Geesthacht und der Region des Südkreises gibt es viele junge Menschen, die in der Startphase Anlaufschwierigkeiten im Übergang von der Schule zum Beruf haben. Hier gute Beratungs- und Einstiegsmöglichkeiten zu bieten in enger Verzahnung mit der örtlichen Wirtschaft, ist eine der Hauptaufgaben der Berufsbildenden Schulen. „Ich will nicht darüber spekulieren, warum diese Netzwerkbildung in unserer Region vielleicht ausbaufähig ist. Wir fordern aber seit Jahren die gleichen Anstrengungen, die es für den Standort Mölln gibt, auch für Geesthacht“, resümiert Kathrin Wagner-Bockey. „Als örtliche Landtagsageordnete werde ich mich beim Landrat Dr. Mager für den Erhalt der Außenstelle einsetzen. Nur festzustellen, dass viele junge Menschen aus dem Südkreis zur Berufsbildung nach Hamburg abwandern, greift zu kurz. Diesem Trend müssen wir mit vereinten Kräften entgegen wirken.“

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