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Geesthacht (LOZ). Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei erhält 6,9 Millionen Euro vom Bund für den Aufbau eines Zentrums für die wissenschaftliche Begleitung der Wiedereinbürgerung des Störs in Geesthacht. „Das hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages auf meine Initiative hin heute in seiner Bereinigungssitzung mit dem Bundeshaushalt 2019 beschlossen. Damit wird ein wichtiger und letzter Schritt zur Wiederansiedlung des europäischen Störs in Deutschland und Mitteleuropa gemacht“, berichtet der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann aus Berlin. In Deutschland gilt der Stör seit 40 Jahren ausgestorben.

Die Anlage für die Elterntierhaltung und Aufzuchtstation soll ihren Platz auf der Elbinsel Geesthacht finden, direkt neben Europas größter Fischaufstiegsanlage. Ein idealer Standort, um die rückkehrenden Störe sicher zu fangen und auf kurzem Weg in das geplante Störzentrum zu verbringen. Dort sollen die Störe zur Erweiterung des Elterntierbestandes Ablaichen und anschließend wieder in die Elbe ausgesetzt werden.

In der Anlage auf der Elbinsel soll zukünftig die zentrale Elterntierhaltung und Aufzucht als Teil einer Außenstelle des Leibniz-Institutes für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin angesiedelt werden, wo die Tiere bisher ihren Platz hatten. Und wo die Arbeiten zur Wiederansiedlung des europäischen Störs vor 22 Jahren begannen. „Die Kapazitäten dort sind mit derzeit 430 Tieren zwischen 22 und 4 Jahren überlastet und ein weiterer Ausbau vor Ort ist nicht möglich.“, informiert Norbert Brackmann. Das Leibniz-Institut hat in den letzten Jahren durch seine Elterntierhaltung und sein Aufzuchtprogramm mehr als 20.000 Störe in der Elbe aussetzen können. Mit dem Störzentrum in Geesthacht sollen es künftig bis zu 200.000 Störe pro Jahr werden, die in die Elbe und damit in die Nordsee entlassen werden. Hier soll auch die wissenschaftliche Begleitung des Vorhabens lokalisiert werden, mit der der Erfolg der Maßnahmen gesichert werden soll.

„Das ist ein gewaltiges Programm zur Wiederansiedlung des Störs. Das ist eine nationale Aufgabe, die dringend einer finanziellen Unterstützung des Bundes gebraucht hat. Denn die Zeit drängt. Die Kapazitäten am Standort in Berlin reichen nicht mehr aus, um die Aufzucht massiv zu erweitern“, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann, der im Kreis der Haushaltspolitiker erfolgreich für die Bereitstellung der Mittel geworben hat.

„Die Bundesmittel für den geplanten Aufbau des Störzentrums in Geesthacht sind zum einen für einen zweistöckigen Bau geplant, der die Labore und Büros umfasst und zum anderen für eine Leichtbauhalle, in der die Fischhaltung untergebracht wird. Daneben ist auch ein Informationszentrum geplant, um die wichtige Arbeit zur Wiederansiedlung des Störs in der Elbe der Öffentlichkeit sichtbar und erlebbar zu machen. Das haben wir explizit mit dem Beschluss über die Bundesförderung im Haushaltsausschuss gefordert“, sagt Norbert Brackmann.

Die gesamte Anlage soll eine Grundfläche von 3.000 Quadratmetern haben. Alleine die Leichtbauhalle soll 80 Haltungsbecken umfassen, mit einer Gesamtfläche von rund 2.000 Quadratmetern und einem Wasservolumen von 1.840 Kubikmetern.

„Das hat schon eine gewaltige Dimension, ist aber zwingend notwendig um den jungen Stören von klein auf genug Platz zu geben und Strömung zu simulieren. Schließlich müssen die jungen Störe genug Muskeln aufbauen“, sagt Norbert Brackmann. Der Stör ist ein Wanderfisch, der nur zur Fortpflanzung vom Meer den langen Weg zu seinem Geburtsort im Fluss zurück wandert.

„Die Planungen für den Bau des Störzentrums können nun zügig beginnen. Für das Störzentrum auf der Elbinsel gegenüber der Fischaufstiegsanlage liegt ein positiver Bescheid auf die Bauvoranfrage seit dem 18. August 2018 vor“, sagt Norbert Brackmann, der sich beim Landrat für eine schnelle Erteilung eingesetzt hat. Auch die benötigten Grundstücke stehen zur Verfügung. Die Stadt Geesthacht hat am 5. November im Gemeindefinanzausschuss beschlossen ein entsprechendes Grundstück auf der Elbinsel an das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei zu verpachten. Ein benötigtes zweites Grundstück im Eigentum der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), ist langfristig an die Vattenfall AG verpachtet. Beide, WSV und Vattenfall haben ihr Einverständnis für eine Verpachtung an das Leibniz-Institut für dieses einmalige Projekt erklärt.

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