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Geesthacht (LOZ). Mit einem Aktionstag am 22. August wollen die freien Träger der Schwangerschafts(konflikt)-beratungsstellen, AWO, Der Paritätische, pro familia Schleswig-Holstein, ihrer Forderung nach einer angemessenen Bezahlung der Fachkräfte in den Beratungsstellen Gehör verschaffen.

„Mit unserem Beratungsangebot rund um Familienplanung, Schwangerschaft und Schwangerschaftskonflikt erfüllen wir eine gesetzliche Aufgabe. Sie stellt enorme Ansprüche an Berater, so dass eine angemessene Bezahlung dringend geboten ist“, betont Brigitta Marks, Leiterin der pro familia-Beratungsstelle in Geesthacht.

Doch das Finanz- und das Sozialministerium des Landes Schleswig-Holstein haben die Forderung der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände Schleswig-Holstein e.V. nach einer höheren Eingruppierung der Beratungskräfte abgelehnt. pro familia ist empört. „Die Arbeit unserer Beratungsstellen ist eine gesetzliche Pflichtleistung nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG). Sie wird vom Land zu 80 Prozent gefördert“, erklärt Reiner Johannsen, Geschäftsführer von pro familia Schleswig-Holstein.

„Die Förderung wird aus einer Pauschale, der eine Eingruppierung nach TV-L EG 9 zugrundeliegt, errechnet. Dies ist im Hinblick auf die Arbeit in den Beratungsstellen unangemessen – vor allem im Verhältnis mit anderen vergleichbaren Tätigkeiten (z.B. Frauenberatung oder Beratung nach dem Teilhabegesetz). Im Rahmen unserer Beratungen gemäß SchKG werden hochkomplexe Problemstellungen bearbeitet, was hohe Anforderungen an die Berater*innen stellt. Dies wurde in einem Rechtsgutachten bestätigt“, so Johannsen.

„Außerdem ist die Berechnung der Pauschale auf Grundlage der Personalkostentabelle des Landes Schleswig-Holstein unzureichend. Denn die Entwicklung dieser Tabelle und die Tarifentwicklung des TV-L klaffen stark auseinander. Die Personalkostentabelle liegt immer erst verspätet vor, so wird die Förderung zunehmend von der Tarifentwicklung abgekoppelt. Damit hinkt die Bezahlung der Berater stetig hinterher, so dass das Land seit Jahren der gesetzlich verankerten Förderung von 80 Prozent nicht mehr nachkommt“, kritisiert Johannsen. „Wir fordern daher, dass als Grundlage für die Errechnung der Erstattungspauschale mindestens der Wert für TV-L EG 10 der Personalkostentabelle zugrunde gelegt wird. Ein Blick auf andere Bundesländer zeigt, dass dort bereits Anpassungen in der Eingruppierung vorgenommen wurden, um eine angemessene Bezahlung für diese anspruchsvolle Tätigkeit sicherzustellen.“

Mit dem umfangreichen Angebot an Information, Beratung und zur sexuellen Bildung hat pro familia Geesthacht im vergangenen Jahr rund 1.540 Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg bei Fragen und Anliegen unterstützt oder ihnen in schwierigen Lebenssituationen geholfen. Ausführliche Informationen und und den Jahresbericht als PDF unter: www.profamilia.de/geesthacht

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