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Geesthacht (LOZ). Nach vierzehn Jahren als Mieter des Geesthachter Innovations- und Technologiezentrums (GITZ) wird RIFTEC „erwachsen“: Für aktuelle Serienfertigungen benötigt das Unternehmen zusätzliche Kapazitäten, der Platz am jetzigen Standort auf dem Gelände des Technologiezentrums reicht nicht aus. Eine Alternative wurde nun endlich gefunden: Von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herzogtum Lauenburg (WFL) kauft RIFTEC ein Grundstück an der Mercatorstraße. Dort, im Norden Geesthachts, wird nun investiert. Insgesamt rund 5 Millionen Euro sind für Neubau, Umzug und neue Maschinen veranschlagt.

Die RIFTEC GmbH blickt auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurück. Bereits Ende der 1990er Jahre haben sich die Firmengründer in einer Forschungsgruppe der damaligen GKSS kennengelernt. Dort hatten sie den ersten Kontakt zum Rührreibschweißen, einem Verfahren, das erst kurz zuvor in England entwickelt wurde und bis dahin allein in der Forschung im Einsatz war. RIFTEC wurde 2003 gegründet mit dem Zweck, das Rührreibschweißen in die industrielle Anwendung zu bringen. Mit Erfolg: Hatte man zunächst nur ein 3-Mann-Büro beim GITZ und Hallenzeiten bei der GKSS gemietet, wurden dank der guten Auftragslage schon bald einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. Wenige Jahre später baute das GITZ für RIFTEC einen großen Erweiterungsbau, in dem das Unternehmen bis heute Mieter ist.

In 2010/11 kündigten sich mehrere neue Serienaufträge an, weshalb RIFTEC in Maschinen und Personal investierte, zusätzliche Räume anmietete, um die notwendige Infrastruktur zu schaffen. Allerdings entwickelten sich die Aufträge nicht wie angekündigt, so dass das Unternehmen 2012 Insolvenz anmelden musste. Der Hartnäckigkeit der beiden Geschäftsführer Dr. Axel Meyer und Alexander von Strombeck und der guten Reputation des Unternehmens ist es zu verdanken, dass die österreichische HAI-Gruppe hier investierte, so dass RIFTEC seit 2013 wieder auf eigenen Beinen steht.

Nach vier erfolgreichen und umtriebigen Jahren ist die Mitarbeiterzahl deutlich gestiegen, selbst manch einer, der in der Insolvenz gehen musste, steht wieder auf der „Payroll“. Die Auftragslage ist so gut, dass inzwischen die Produktions- und Lagerflächen ebenso wie die Büroräume nicht mehr ausreichen. Eine erste Anfrage beim Vermieter nach passenden Erweiterungsflächen ergab, dass auch das GITZ aus allen Nähten platzt. Es hätte RIFTEC zwar kurzfristig mit neu zu schaffenden Büro- und Gewerbeflächen helfen können, für die Zukunft wären aber kaum noch weitere Erweiterungsflächen zu realisieren gewesen.

Also hat sich RIFTEC gemeinsam mit der WFL – Teilhaberin des GITZ - auf die Suche nach einem Grundstück gemacht, das den Anforderungen an Größe, Lage, Infrastruktur und Preis gerecht wird. Fündig wurde man an der Mercatorstraße im Norden Geesthachts. Hier soll nun auf einem 12.000 Quadratmeter-Grundstück ein neues Gebäude entstehen, in dem genügend Raum für eine moderne Produktionshalle vorhanden ist.

Insgesamt werden rund 5 Millionen Euro in den Standort investiert: Neben den Kosten für Grundstück und Gebäude sind darin auch die Anschaffungskosten für zusätzliche moderne Anlagentechnik fürs Schweißen und die vor- und nachgelagerte Bearbeitung enthalten. Damit können den Kunden zukünftig noch umfangreichere Lösungen „aus einer Hand“ angeboten werden – und RIFTEC wird seinem Ruf als Technologieführer in seinem Nischenmarkt gerecht.

Für den zusätzlichen Maschinenpark werden bereits weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Metallbranche sowie Auszubildende gesucht - neue Arbeitsplätze entstehen. Vorkenntnisse im Rührreibschweißen sind laut Aussage des Unternehmens nicht nötig, in internen Lehrgängen werden neue Mitarbeiter schnell mit dem Verfahren vertraut gemacht. RIFTEC ruft schon jetzt zu Bewerbungen auf, um noch am alten Standort die Gelegenheit zu haben, neue Kolleginnen und Kollegen einzuarbeiten.

Baubeginn wird im Herbst 2017 sein, bereits im Frühsommer 2018 soll die Produktion am neuen Standort starten. Die WFL und RIFTEC freuen sich über diese gute Zusammenarbeit und die Investition in die lokale Wirtschaft – und das GITZ über die erfolgreiche Begleitung des jungen Start up-Unternehmens von damals hin zum „erwachsenen“ Technologieführer.

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