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Geesthacht (LOZ). Auf große Schifffahrt gehen junge Entdecker am Strandweg in Grünhof-Tesperhude, denn der Name des dortigen Spielplatzes ist Programm: Das „Piratennest“ bietet Kletterspaß auf einem Bootsdeck, Wippvergnügen auf einem Holzschiff auf Sprungfedern und Schaukelabenteuer auf dicken Tauen.

Nur auf Ausfahrten im Kahn müssen Jungen und Mädchen auf dem Spielplatz nahe der Elbe inzwischen verzichten. Die Sonderanfertigung aus Holz, die knapp zehn Jahre vielen Kindern Freude machte, viel offenbar der Zerstörungswut Einzelner zum Opfer. Das Ersatzgerät – ein buntes, an einen Kompass erinnerndes Balance-Spielgerät – wird heute zum Spielen freigegeben.

„Das Schiff auf dem Spielplatz am Strandweg ist mit Baseballkeulen zerschlagen worden“, sagt Stadtmitarbeiter Guido Stille, der sich um die öffentlichen Spielplätze kümmert. Jede Woche werden ihm neue Beschädigungen an einem der insgesamt 32 städtischen Spielplätze gemeldet. Die Palette reicht dabei von unschönen Schmierereien, Verunreinigungen mit Urin und übertriebenem Alkoholgenuss auf und bei Spielgeräten bis hin zu Vandalismus und gefährlichen Beschädigungen.

So seien beispielsweise schon Seile und Pfosten von Spielgeräten angesägt worden. Ärgerlich sind diese mutwilligen Beschädigungen in mehrfacher Hinsicht: Kinder könnten sich verletzen und es stehen langwierige Reparaturen oder sogar der Abbau der Geräte an. Denn die meisten der in Geesthacht aufgestellten Klettergerüste, Federtiere und anderen Spielgeräte wurden nicht im Katalog bestellt, sondern handgefertigt. Auch Ersatzteile kommen darum nicht von der Stange, sondern aus der Werkstatt von Tischler Michael Meyer und Zimmermann Martin Jenß vom städtischen Betriebshof.

„Alles sind Maßanfertigungen“, sagt Martin Jenß, der gemeinsam mit Michael Meyer bei der Gestaltung der Spielgeräte Kreativität beweist. Denn jeder der Geesthachter Spielplätze steht unter einem besonderen Thema: An der Hegebergstraße tauchen Kinder in einen Dschungel ein. Dort spielen sie auf einem Klettergerüst, dass sich um eine Giraffe rankt und toben um ein im Sand liegendes Krokodil. Der Spielplatz „Zauberwald“ an der Burmeisterstraße in der Oberstadt lässt für die Kinder eine Welt voller Fabelwesen und Magie entstehen: Ein aus Holz gearbeiteter dreiköpfiger Drache kann beklettert werden, der Aufstieg zur Rutsche führt über eine Art Hexenhaus, dessen Pfosten mit einem Zaubererhut und Raben geschmückt sind. Im Steinzeit-Spielplatz an der Plaisirstraße haben die Planer ein großes Mammut mit Kind aufgestellt, die beklettert werden können. Kletterfelsen, die mit Seilnetzen überspannt sind, umschließen eine Höhe, in der Höhlenmalereien zu finden sind.

Einmal in der Woche kontrollieren Martin Jenß und Michael Meyer die insgesamt 42 öffentlichen Spielplätze und Spielplätze von Geesthachts Kindertagesstätten wie Schulen. Kleinere Mängel, die witterungs- oder altersbedingt immer mal anfallen, vermerken und beheben sie im Zuge ihrer Touren. „So alle acht bis zehn Jahre müssen Pfosten normalerweise ausgetauscht werden“, berichtet Martin Jenß. In diesem Jahr sei beispielsweise auf dem Spielplatz am Richtweg vieles erneut worden. Nächstes Jahr haben sich die Beiden vorgenommen, das Bootsdeck am Strandweg anzupacken.

Wer Schäden an Spielplätzen entdeckt oder Hinweise zum Zustand geben möchte, kann sich unter der Telefonnummer 04152 / 133 71 bei der Stadtverwaltung oder unter 04152 / 133 28 bei Guido Stille melden.

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