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Geesthacht (LOZ). Die diesjährigen Krümmeler Alfred Nobel Tage umfassen vier Veranstaltungen, eine Kinderuni, zwei historische Spaziergänge über den Krümmel und am Todestag Alfred Nobels, dem 10. Dezember, einen Vortrag.

Die Vortragsveranstaltung ist die Parallelveranstaltung zur Nobelpreisverleihung in Oslo und Stockholm, denn den Grundstein für sein Vermögen, aus dem die Preisgelder vergeben werden, legte Nobel mit seiner Erfindung des Dynamits in seiner Krümmeler Nitroglyzerinproduktion 1866. Nach dem großen Erfolg dieser Erfindung gründete er von hier aus 15 weitere Fabriken weltweit. 1873 zog Nobel nach Paris.

Die Krümmeler Alfred Nobel Tage bzw. einzelne Veranstaltungen werden großzügig durch die Stadt Geesthacht, das GITZ, Vattenfall Europe und das HZG unterstützt. Letztere prägen das heutige Bild „des Krümmel“ und wären ohne Nobels Fabrik dort und die Entwicklung zu einem Industrieareal zwischen Elbe und B 5, kaum denkbar. In hohem Maße haben die Weltkriege und die damit verbundene Gebietserweiterung der Sprengstofffabrik Krümmel nicht nur den Ortsteil, sondern auch die Geschichte der Stadt Geesthacht beeinflusst. Am Ende des Zweiten Weltkrieges verzeichnet der Plan der Fabrik 740 Gebäude. Zu tausenden Arbeitern zählten auch Zwangsarbeiter.

Programm

Montag, 2. Dezember
GITZ
9.00 Uhr und 11 Uhr
Kinderuniversität
Referentin: Frau Prof. Dr. Diethelm, Carl – von Osszietzy - Universität Oldenburg, Fachbereich Didaktik der Informatik
Titel: „Wie funktioniert das Internet?“
14.30 Uhr Fortbildungsveranstaltung für Grundschullehrerinnen zum selben Thema

An der Kindervorlesung nehmen alle 4. Klassen der Grundschulen der Stadt Geesthacht teil. Prof. Diethelm erklärt die Funktionsweise des Internets und hat als besondere Idee entwickelt, dass die einzelnen Funktionen gespielt werden. Bei diesem Theater machen auch die Schüler mit.

Im Nachmittag gibt Ira Diethelm eine Fortbildung für interessierte Lehrkräfte. Wiederum steht das Internet und die Vermittlung seiner Funktionsweise im Zentrum.

„Die Digitalisierung hat unseren Alltag revolutioniert. Umso dringender benötigen wir in Zukunft Fachkräfte in diesem Gebiet und ein kritisches Bewusstsein im Umgang mit dem Netz. Die Grundlagen für bessere Kenntnisse legen wir bei jungen Schülern und das heißt für uns Informatikdidaktiker, wir möchten natürlich auch die Grundschullehrerinnen erreichen“, sagt Ira Diethelm.

Sonntag, 8. Dezember
11.00 Uhr
Zwei Historische Spaziergänge

„High Tech und Ruinen“

Führung über das Gelände des Helmholtz Zentrums Geesthacht, das sich auf dem erweiterten Areal der Explosivstofffabrik zur Zeit des Zweiten Weltkriegs befindet. Hier wurde nach dem Krieg zunächst die GKSS zur Entwicklung der NS Otto Hahn gegründet. Heute stehen Küstenforschung und Werkstoffforschung im Zentrum.

Leitung: Patrick-Kalb-Rottmann, Helmholtz Zentrum Geesthacht
Reinhard Parchmann, Förderkreis Industriemuseum Geesthacht e. V.
Treffpunkt: Pforte des Helmholtz Zentrums, Max-Planck-Str.

„Auf den Spuren Alfred Nobels….“

Führung über das historisch älteste Gelände der ehemaligen Dynamitfabrik Krümmel. Alte Fotos und Pläne zeigen die ursprüngliche Situation. Heute steht das Kernkraftwerk Krümmel dort, wo sich noch während der Weltkriege die Sprengölproduktionen befanden. Der Krümmeler Wasserturm aus dem Ersten Weltkrieg diente der Wasserversorgung einer Nitrozellulosefabrik. Nobel starb 1896 und erlebte dies nicht mehr.

Leitung: Ulrike Neidhöfer, Förderkreis Industriemuseum Geesthacht e.V.
Treffpunkt: Parkplatz Restaurant Achilleon III, Ortsteil Krümmel, Nobelplatz

Dienstag, 10. Dezember
18.30 Uhr
Schulungs- und Kommunikationszentrum des Kernkraftwerkes Krümmel
Elbuferstraße 80

Todestag Alfred Nobels
Vortragsveranstaltung
Referent: Professor Dr. Arkady Melua, St. Petersburg
Titel: „Die Erfahrung der Familie Nobel bei der Gründung und Entwicklung ihres europaweiten Unternehmertums in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts“
Vortrag in russischer Sprache, synchrone Übersetzung Dr. Andrey Pleskachevsky, Lauenburg

Professor Dr. Arkady Melua ist Ingenieur und Wissenschaftler. Sein besonderes Interesse gilt der Wissenschaftsgeschichte.

Er ist Gründer, Generaldirektor und Chefredakteur von Humanistica, einer internationalen biographischen Enzyklopädie. Im Zusammenhang mit seiner biographischen Arbeit hat er eine Kooperation mit der schwedischen Nobelstiftung initiiert und ein mehrbändiges Werk über das Wirken der Familie Nobel, auch Alfred Nobels, veröffentlicht.

Arkady Melua hat sich als Historiker und Naturwissenschaftler sehr intensiv mit der Geschichte des Nobel´schen Industrieimperiums beschäftigt. Die Familie Nobel war jahrzehntelang in St. Petersburg ansässig und u. a. innovativ im Bereich Maschinenbau tätig. Bis zum Ende des Krimkrieges kam die Produktion der Nobel & Fils dem Militär des zaristischen Russlands zugute. Auch die Erdölgewinnung in Aserbaidschan gehörte zu ihrem Unternehmen. Alfred Nobel hatte in die Unternehmen seiner Brüder und Neffen Millionenbeträge investiert.

Wichtige Information

Bei allen Veranstaltungen ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Der Förderkreis Industriemuseum Geesthacht e.V. bittet daher dringend, sich bis zum 3. Dezember telefonisch (04152 – 88 77 843) oder elektronisch industriemuseum-geesthacht@gmx.de anzumelden.

Für seine ehrenamtliche Arbeit bittet der gemeinnützige Verein Förderkreis Industriemuseum Geesthacht e. V. um eine großzügige Spende.

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