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Laut der Machbarkeitsstudie kostet die Anbindung bis zu rund 170 Millionen Euro, zeigt aber positive Effekte

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Kiel (LOZ). Heute wurde in Kiel die Machbarkeitsstudie zur Geesthachter Bahnanbindung vorgestellt. Als Ergebnis wurde festgestellt, dass diese Anbindung teuer werden kann, aber sinnvoll ist.

Vor der Vorstellung hatte die CDU-Landtagsabgeordnete Andrea Tschacher auf Facebook sich schon mal positiv geäußert: „Ich bin schon sehr auf die Ergebnisse und die Details gespannt. Zweifelsohne kann ich jedoch sagen, dass ich von einer Reaktivierung des Bahnanschlusses voll überzeugt bin und dies auch für dringend notwendig erachte. Es sprechen zahlreiche Gründe dafür. Geesthacht ist die größte Stadt des Kreises Herzogtum Lauenburg und bewegt sich in großen Schritten auf 35.000 Einwohner zu. Da wird es doch Zeit, dass eine Schienenanbindung an das Nahverkehrsnetz geschaffen wird. Die gesamte Region könnte von einer Reaktivierung mit attraktiven Fahrzeiten für die Reisenden profitieren. Dann kann es nach meinem Dafürhalten auch realistisch gelingen, Pendlerströme auf die Schiene zu verlegen und nicht nur Staus zu minimieren und das Klima zu schonen, sondern auch die infrastrukturelle Versorgung sicherzustellen und auszubauen.“

Die gute Nachricht für alle Geesthachter und Pendler aus dem Umland: die Studie spricht sich für eine Umsetzung aus.

In der Machbarkeitsstudie wurden sechs Varianten vorgestellt. Die Kosten für die Anbindung belaufen sich demnach zwischen 39,66 Millionen Euro und 168,21 Millionen Euro. Am jährlichen Kosten würden je nach Variante zwischen 15,97 Millionen Euro und 23,46 Millionen Euro anfallen.

Geprüft wurde, ob die Bahnanbindung zwischen Geesthacht und Nettelnburg oder Geesthacht und Bergedorf sinnvoller wäre. In der Studie kommt man zum Schluss, dass die Variante nach Bergedorf trotz höherer Kosten mehr Vorteile bringt. Die Gutachter gehen davon aus, dass ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis erzielt werden kann. In der Bevorzugten Variante würden sich die Ausbaukosten auf 57,82 Millionen Euro belaufen, die jährlichen Kosten liegen bei 19,86 Millionen Euro. Wobei die Gutachter vorschlagen, dass die Variante auch über mehrere Ausbaustufen erreicht werden kann.

In der Machbarkeitsstudie wird davon ausgegangen, dass 30,3 Prozent (+2.820) mehr Fahrgäste auf der Strecke zu verbuchen wären als dies mit der jetzigen Anbindung der Fall ist. Auch könnten rund 20 Prozent Fahrzeit eingespart werden. Die Gutachter bescheinigen, dass durch die Anbindung der Straßenverkehr entlastet werden würde. Die Studie geht davon aus, dass ein 10-Minuten-Takt möglich ist. Allerdings würden bei einem 20-Minuten-Takt lediglich zwei Prozentpunkte weniger Nachfrage auftreten.

Die Gutachter erklären, dass sie mit ihrer Grobeinschätzung von einem positiven Nutzen-Kosten-verhältnis ausgehen. Allerdings sei noch eine standardisierte Bewertung zur Überprüfung nötig.

Über die für Geesthacht positive Bewertung in der Machbarkeitsstudie freut sich auch der Grünen-Fraktionschef Ali Demirhan. Die Grünen setzen sich schon seit vielen Jahren für eine Bahnanbindung an. Demirhan erklärte auf Nachfrage der LOZ: „Ich freue mich, dass das Gutachten auf ein positives Ergebnis kommt und die Bahnanbindung volkswirtschaftlich nützlich bewertet wird. Dass die Bahnanbindung klar ökologische Vorteile hat liegt auf der Hand. Unser Einsatz und Mühe der letzten Jahre hat sich gelohnt. Alle Skeptiker einer Bahnanbindung sind mit diesem Ergebnis eines Besseren belehrt worden. Jetzt muss die Studie politisch umgesetzt werden, da werden wir Grüne im Land und vor Ort darauf drängen und die Koalitionspartner in Kiel zur Einhaltung der Koalitionsvereinbarung, dass stillgelegte Strecken reaktiviert werden, wenn sie wirtschaftlich sinnvoll sind, appellieren und die Umsetzung einfordern. Dass das gegeben ist, hat die Studie eindeutig bewiesen.“

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