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Geesthacht (LOZ). „Inklusion ist mehr als Soziales, Inklusion geht uns alle an“, ist Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze überzeugt. Darum beschäftigen sich Politik und Verwaltung der Elbestadt auch nicht nur in einem Gremium mit dem Thema, sondern im übergeordneten Hauptausschuss - und darum sind am Sonnabend, 25. Januar, jetzt auch alle Geesthachterinnen und Geesthachter gefragt.

Denn in einem Workshop in der Turnhalle der Buntenskampschule (Buntenskamp 22) gilt es ab 15 Uhr über gesellschaftliche Teilhabe zu diskutieren. Die Ergebnisse des etwa zweistündigen Treffens sollen Grundlage für die künftige Inklusions-Arbeit der Stadt werden.

„Gerade bei diesem Thema ist es ganz wichtig, mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Inklusion betrifft ja so viele Felder – von der Bildung bis zum Bauen und zum Arbeitsmarkt beispielsweise“, erklärt Alexandra Groß, Leiterin des Fachdienstes Soziales der Geesthachter Stadtverwaltung, warum diese Form der Bürgerbeteiligung gewählt wurde.

Willkommen sind bei dem Treffen auf Einladung der Arbeitsgruppe Inklusion, die aus Geesthachts Behindertenbeauftragter Evamaria Neelsen sowie Vertreterinnen und Vertretern aller in der Geesthachter Ratsversammlung sitzenden Fraktionen und der Verwaltung besteht, ausdrücklich nicht nur Betroffene, sondern alle Interessierten. „Wir wollen möglichst viele unterschiedliche Perspektiven in die Überlegungen einbeziehen und umfangreich für das Thema sensibilisieren. Das Thema Inklusion gehört in die Mitte der Gesellschaft“, betont Bürgermeister Olaf Schulze und Alexandra Groß ergänzt: „Darum haben wir uns auch bewusst dafür entschieden, keine festen Diskussionsschwerpunkte für die Gruppenarbeiten vorzugeben. Die Teilnehmenden sollen frei besprechen können, was ihnen beim Stichwort Inklusion auffällt und wichtig ist.“

Die erarbeiteten Inhalte würden dann wieder mit allen Teilnehmenden gemeinsam zusammengetragen. „Uns ist klar, dass wir nicht alles sofort angehen können. Dafür ist das Thema viel zu umfangreich. Aber wir wollen bündeln, was bedacht werden muss, um gezielt Schritt für Schritt besser werden zu können“, sagt Olaf Schulze und nennt Beispiele dafür, dass für die Realisierung einer Maßnahme das Bewusstsein für ein Problem mit ausreichend Personal- und Finanzkapazitäten zusammenkommen müssten. So sei unstrittig, dass Geesthachts Bushaltestellen barrierefrei werden müssten, allerdings sei das angesichts der großen Menge an Haltepunkten teuer und zeitaufwendig.

Ebenfalls vor dem Hintergrund von Inklusion zu diskutieren: die städtische Internetseite. „Wir müssen uns überlegen, wie wir unsere Homepage barriereärmer machen und beispielsweise einfache Sprache verwenden“, sagt der Verwaltungschef, der aber auch Positivbeispiele nennen kann. So beschäftige die Stadt seit Jahren mehr Mitarbeitende mit Schwerbehinderungen als sie müsste. Gesetzlich gefordert sei eine Quote von 5 Prozent. Tatsächlich habe die Stadt in den vergangenen Jahren immer bei mehr als 7 Prozent gelegen. 2018 beispielsweise weist die Statistik aus, dass 9,86 Prozent aller Stellen in Rathaus und Außenstellen (rund 500 Stellen insgesamt) mit Schwerbehinderten besetzt waren.

„Inklusion ist ein Dauerthema, dass wir nicht mehr von der Agenda nehmen werden“, betont auch Christoph Wieck, Fachbereichsleiter Bildung und Soziales, den hohen Stellenwert des Themas in der Stadt Geestacht.

Moderiert wird das Treffen am 25. Januar von Bürgermeister Olaf Schulze. Nach einer ersten Begrüßung folgt ein Impulsreferat von Dirk Mitzloff, der der Stellvertretende Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung Schleswig-Holsteins, ist. Danach folgt die Gruppenarbeitsphase.

Während der gesamten Veranstaltung wird eine Gebärdendolmetscherin vor Ort sein und für Hörbehinderte übersetzen.

Das Organisations-Team hat sich für die Veranstaltung bewusst die Turnhalle der Buntenskampschule ausgeguckt, die barrierearm ist. Für Bürgerinnen und Bürger, die den Veranstaltungsort nicht allein erreichen können, bietet die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Oberstadttreff einen Fahrdienst an. Wer diesen nutzen möchte, möge sich vom 20. Januar bis zum 22. Januar jeweils zwischen 9 und 14 Uhr bei Herrn Burmeister im Oberstadttreff unter der Telefonnummer 04152 / 83 86 65 anmelden.  „Bisher war die Resonanz von Vereinen, Verbänden und Institutionen, die wir direkt angeschrieben haben, gut. Es wäre schön, wenn sich viele Personen entscheiden, an der Veranstaltung teilzunehmen. Das Thema ist einfach wichtig“, appelliert Alexandra Groß.

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