Print Friendly, PDF & Email

Lesezeit:3 Minuten

Geesthacht (LOZ). Ihre Informationsveranstaltung zur Bildungspolitik gestaltete die SPD-Geesthacht in Corona-Zeiten erneut als Online-Veranstaltung. Schwerpunkte des Abends, zu dem der SPD-Vorsitzende Julian Peemöller eingeladen hatte, waren aktuelle Themen der Bildungspolitik, u.a. die Vorbereitungen für das neue Schuljahr, der Lernsommer, die Digitalisierung und das Inklusionskonzept der Landesregierung.

Hicran Hayik-Koller (54), Vorsitzende des Geesthachter Bildungsausschusses und Bildungsausschussmitglied Lukas Franke (20) moderierten 90 Minuten rund um aktuelle Fragen. Aus Reinbek zugeschaltet war Martin Habersaat, der stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein. Mit mehr als 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, darunter Eltern und Lehrkräfte von Geesthachter Schulen ebenso wie Bürgermeister Olaf Schulze, ging es um Schule in Corona-Zeiten, digitales Lernen und bildungspolitische Perspektiven.

Das Bildungsministerium hatte mitgeteilt, dass das neue Schuljahr relativ „normal“ beginnen soll, mit Einschränkungen lediglich in den Fächern Musik und Sport. Zurzeit läuft in rund 140 Schulen des Landes der sogenannte Lernsommer. Landesweit nehmen ein Prozent aller Schülerinnen und Schüler am Lernsommer während der Sommerferien teil. Auch Geesthachter Schulen sind mit dabei.

Hicran Hayik-Koller: „In Geesthacht haben sich die weiterführenden Schulen ANS, BvS und das OHG an der Sommerschule beteiligt und zwar als Kooperation, unterstützt von der Volkshochschule. Von den Grundschulen hatte die Waldschule teilgenommen. Dieses Engagement und die Unterstützung durch die Volkshochschule sind eine tolle Leistung. Ich freue mich auch sehr über die gute Zusammenarbeit unserer weiterführenden Schulen. Da die Teilnahme freiwillig war und lange nicht alle Schüler und Schülerinnen erreicht werden konnten, ist es sehr wichtig, dass die Unterstützung der Schüler und Schülerinnen mit Lernschwierigkeiten nach den Sommerferien weitergeht. Da setze ich auf unsere engagierten Schulleitungen und Kollegien.“

Die Beteiligung auch Geesthachter Schulen beim Lernsommer sei erfreulich, meinte Habersaat, aber er warnte auch: „Niemand sollte glauben, dass durch diese Maßnahme die Lücken der vergangenen Monate, in denen die Schulen wegen Corona geschlossen waren, ausgeglichen sind. Das Bildungsministerium und die Schulen werden das komplette folgende Schuljahr so organisieren müssen, dass dort einerseits Inhalte von anderthalb Schuljahren vermittelt werden können und andererseits alle jederzeit auf die Möglichkeit einer neuerlichen Schulschließung vorbereitet sind.“

Etwas mehr als 162.000 Euro stehen der Stadt durch die von der SPD auf Landesebene durchgesetzte Erweiterung des Digitalpakts für die Anschaffung von mobilen Endgeräten für die Schüler und Schülerinnen zur Verfügung. „Die Stadt Geesthacht gehört zu den wenigen Schulträgern, die diese Geräte bereits bestellt haben“, lobte Martin Habersaat.

Aber nicht nur digital können Schulen sich vorbereiten: „Ob Schülerinnen und Schüler selbständig arbeiten können, ist nicht nur eine Frage der Technik. Wochenpläne und eigenständig durchgeführte Projekte lassen sich auch ohne digitale Endgeräte üben“, fand Habersaat. Für ihn ist die Schule der Zukunft eine, die im Ganztagesbetrieb diese Selbstständigkeit fördert, die digital arbeiten kann aber nicht muss und die inklusiv arbeitet – also alle Schülerinnen und Schüler fördern kann, die ihr anvertraut sind. Das sagte er vor dem Hintergrund eines landesweiten Streits um die Inklusion – die Bildungsministerin habe das Leitbild der inklusiven Schule, das ihre Vorgängerinnen formuliert hatten, aufgegeben. In einem Verordnungsentwurf versuchte sie vor den Ferien, weitere Schritte rückwärts umzusetzen. Wegen des Widerstands von Schulräten, GEW und einzelner Landtagsfraktionen musste sie diesen Entwurf zurückziehen.

Die Geesthachter Bildungsausschussvorsitzende Hicran Hayik-Koller thematisierte auch die Herausforderungen beim Schulbau und der Ganztagsbetreuung. Sie forderte, dass Land und Bund sich hier finanziell dauerhaft engagieren. „Ganztagsschulbetreuung, wachsende Schülerzahlen und veränderte Anforderungen bedeuten große finanzielle Herausforderungen. Es ist nicht mit Investitionszuschüssen getan. Gerade die Ganztagsbetreuung muss finanziell von Bund und Land dauerhaft abgesichert werden. Und wir benötigen Planungssicherheit. Ein Hin und Her beim Inklusionskonzept geht gar nicht“,  appellierte Hicran Hayik-Koller an ihren Parteikollegen, sich entsprechend in Kiel einzusetzen.

Kostenlose Nachrichten aus dem Herzogtum Lauenburg
Kostenlose Nachrichten Mobil

Unterstützen Sie mit einer freiwilligen Spende den Journalismus vor Ort, der ohne Konzernvorgaben aus der Region für die Region berichtet. Mit der Spende helfen Sie uns, Sie weiterhin kostenlos mit Nachrichten zu versorgen. Der freiwillige Betrag ist ab einem Euro in ganzen Eurobeträgen frei wählbar. Eine Spendenquittung kann leider nicht ausgestellt werden. Für die Spende ist ein PayPal-Konto notwendig. Vielen Dank! Ihre LOZ-News

Betrag
 EUR

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.