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Geesthacht (LOZ). In dieser Woche starteten die Haushaltsberatungen des Deutschen Bundestages zum Entwurf des Bundeshaushalts 2021. Norbert Brackmann, CDU-Bundestagsabgeordneter und Maritimer Koordinator der Bundesregierung, kann auch gleich gute Neuigkeiten für den Wahlkreis verkünden:

„Im Milliarden schweren Etat-Entwurf des Bundesforschungsministeriums für 2021 sind bereits auch neue Bundesmittel für Geesthacht fest eingeplant. Der Bund will ab kommenden Jahr über 2,43 Millionen Euro in ein neues Labor für Fertigungstechnik am Helmholtz-Zentrum Geesthacht investieren. Das neue Labor für Fertigungstechnik wird auf dem Helmholtz-Campus in Geesthacht seinen Platz finden. Der geplante Neubau besteht aus einer rund 320 Quadratmeter großen Versuchshalle für die Prüfmaschinen sowie einem 2-geschossigen Trakt für Technik- und Büroräume.

Mit den Bundesmitteln wird nun die wichtige Forschung an innovativen Fertigungsverfahren gestärkt. Was sich banal anhört, bedeutet für die Menschen und die Wirtschaft große Fortschritte. Seit Jahren steigt der Bedarf an der Entwicklung von neuen Materialien und Komponenten, die verschiedene Eigenschaften mit sich bringen. Die Eigenschaften von Werkstoffen werden aber nicht ausschließlich durch die Materialien vorgegeben, sondern es sind vielmehr die Fertigungsprozesse, die diese Eigenschaften erst einstellen oder modifizieren können. Deshalb wird in der Medizintechnik oder im Bereich Leichtbau den Fertigungsprozessen und der Entwicklung neuer Verfahren große Beachtung geschenkt. Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht ist in diesem Forschungsbereich national und international mit führend!

Durch das neue Labor wächst nun auch der Forschungsstandort Geesthacht weiter. In 2018 hatte der Bund allein über 6,2 Millionen Euro für die Erweiterung der Institutsgebäude und die Ausstattung des Helmholtz-Zentrums aufgewendet. Weitere 5,1 Millionen Euro kamen 2019 für den Wiederaufbau und die Erweiterung des Magnesium Innovations-Centers (MagIC) dazu, nachdem im Juli 2017 ein Großbrand eine Versuchsanlage zerstörte. Seit Jahren wächst das Helmholtz-Zentrum auf dem Geest, dass nicht nur immer mehr Forscher anzieht, sondern auch den Wirtschaftsstandort Geesthacht stärkt, wo sich neue Unternehmen aus dem Helmholtz-Zentrum ausgründen oder neu ansiedeln.“

Hintergrund zur Forschung im neuen Labor für Fertigungstechnik

Um neuartige metallische Leichtbauwerkstoffe, basierend auf Magnesium, Aluminium und Titan aber auch höchstfeste Stahllegierungen in die industrielle Anwendung zu überführen, ist eine maßgeschneiderte Anpassung von Fertigungsprozessen notwendig. Hierzu untersucht das HZG verschiedenen Verfahren, wie zum Beispiel das Strangpressen, die Blechumformung oder innovative Stanztechniken, die etwa in der Medizintechnik oder dem Flugzeug- und Automobilbau eingesetzt werden sollen.

In dem neuen Labor für Fertigungstechnik werden zudem noch intensiver digitalisierte Prozesse (Big Data) und die sogenannte „Industrie 4.0.“ eingesetzt und untersucht. Der innovative Ansatz sieht vor, dass nicht erst das Endprodukt bewertet, sondern jeder Fertigungsschritt digitalisiert und dessen Einfluss auf die resultierenden Eigenschaften messtechnisch erfasst und analysiert wird – und zwar entlang der gesamten Produktentstehungskette. Die Kompetenzen der Werkstoffkunde, Fertigungstechnik, Steuerungs- und Automatisierungstechnik sowie die Prozesssimulation werden gebündelt, um eine Reproduzierbarkeit sowie Prozessrobustheit zu gewährleisten.

Neben der Entwicklung von neuen Werkstoffen stellt die Herstellung von hybriden Komponenten (aus mehreren Materialien) und Entwicklung von hybriden Verfahren ebenfalls ein aktuelles Forschungsthema dar. Das Ziel hierbei ist es, die positiven Eigenschaften von verschiedenen Werkstoffen wie zum Beispiel die Dämpfung bei Kunststoff und die Festigkeit bei Metallen zu kombinieren und den Leichtbaugrad zu erhöhen. Auch Themen wie Korrosion und Festigkeit können durch gezielte Materialkombinationen behandelt werden, wobei die Anforderung an die Fertigung dementsprechend steigt.

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