Lesezeit: 2 Minuten

Geesthacht (LOZ). Am letzten Montag hatte der Umweltausschuss nach intensiven Diskussionen beschlossen, dass über die vorliegenden Anträge und Vorlagen zur weiteren Zukunft des Geesthachter Stadtwaldes in den Fraktionen weiter beraten werden soll. Die CDU hatte hier größeren Beratungsbedarf geltend gemacht und einen entsprechenden Antrag gestellt.

Nun hat sich die CDU innerhalb kürzester Zeit auf eine klare Position festgelegt, obwohl nach vorliegenden Informationen eine weitere Beratung in ihrer Fraktion gar nicht stattgefunden hat. Dabei unterstützt die CDU inhaltlich die bisherige Bewirtschaftungsform des Geesthachter Stadtwaldes, in der größere Auflichtungen zum Beschleunigen des Unterwuchses getätigt und Vollernter (Harvester) eingesetzt werden. Beide Punkte sind problematisch, da insbesondere durch die langanhaltenden Dürre- und Hitzeperioden ein feuchtes Waldinnenklima überlebenswichtig ist und große Maschinen im Wald eine unwiederbringliche Bodenverdichtung verursachen.

Dagegen wollen die Fraktionen von Grünen, SPD, BFG und Linken zukünftig eine noch stärkere ökologische Ausrichtung des Stadtwaldes - orientiert am „Lübecker Konzept“ - sowie ein Einschlagsmoratorium für fünf Jahre. Ferner soll geprüft werden, ob der gesamte Geesthachter Stadtwald unter Naturschutz gestellt werden kann.

Es stehen damit unterschiedliche Zielvorgaben für die nächsten zehn Jahre zur Entscheidung an.

Fraktionsvorsitzender Ali Demirhan: „Das Ganze sieht nach einem abgekarteten Spiel der CDU aus. Zuerst meldet sie größeren Beratungsbedarf an; dann steht ruckzuck ihre Position fest. Offensichtlich will sich die CDU gar nicht mit den Vorschlägen der anderen Fraktionen beschäftigen, sondern den ganzen Beratungsprozess nur zeitlich verzögern.“

Die Grünen wollen in Zukunft dem Geesthachter Stadtwald in Anbetracht des fortschreitenden Klimawandels ermöglichen, sich den veränderten Klimabedingungen anzupassen.

„Naturnahe Wälder, die sich weitgehend selbst und ohne Störungen entwickeln dürfen, können sich am besten an Änderungen anpassen. In diesem Punkt sind sich die wichtigen Naturschutzorganisationen einig“, so Ausschuss-Mitglied Sonja Higgelke.

Das Lübecker Waldkonzept steht u. a. für möglichst wenig Eingriffe (Minimum-Prinzip), Orientierung an den natürlich ablaufenden Prozessen und die Entwicklung einer möglichst großen Naturnähe. Die Erfolge dieses Konzeptes im Hinblick auf eine positive Entwicklung des Waldes haben national und international große Beachtung gefunden, und es wurde mehrfach ausgezeichnet. Auch der Umweltbeirat der Stadt Geesthacht unterstützt den Antrag von Grünen, SPD, BFG und Linken in der Hoffnung, dass die gesamte Fläche unter Naturschutz gestellt werden kann.

Abschließend fordert die Grünen-Fraktion die CDU auf, sich eingehend mit dem Thema Wälder im Klimawandel und dem Lübecker Waldkonzept zu beschäftigen anstatt dieses vorschnell abzulehnen und mit taktischen Manövern Entscheidungen zu verzögern.

Kostenlose Nachrichten aus dem Herzogtum Lauenburg
Kostenlose Nachrichten Mobil

Unterstützen Sie mit einer freiwilligen Spende den Journalismus vor Ort, der ohne Konzernvorgaben aus der Region für die Region berichtet. Mit der Spende helfen Sie uns, Sie weiterhin kostenlos mit Nachrichten zu versorgen. Der freiwillige Betrag ist ab einem Euro in ganzen Eurobeträgen frei wählbar. Eine Spendenquittung kann leider nicht ausgestellt werden. Für die Spende ist ein PayPal-Konto notwendig. Vielen Dank! Ihre LOZ-News

Betrag
 EUR

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.