https://www.loz-news.de/geesthacht/7844-diskussion-um-die-zukunft-des-stadtwaldes-gruene-werfen-der-cdu-trickserei-im-umwelt-ausschuss-vor

Sehr geehrter Herr Demirhan, sehr geehrte Partei Bündnis 90 / Die Grünen,

es erstaunt, wie sie ihr eigenes taktisches Vorgehen mit dem Antrag zum Stadtwald gegenüber der nicht zustimmenden Partei, der CDU, als ein taktisches Manöver dieser bezeichnen.

Die CDU betreibt verantwortungsvolle Sachpolitik. Auch dann, wenn es um die Fragen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung geht.

Völlig unverständlich ist ihr Ansinnen den Geesthachter „Stadt“ Wald nach den Grundsätzen des Lübecker Stadtwaldes zu betreiben. Offensichtlich haben Sie sich mehr mit dem Lübecker Konzept Stadtwald beschäftigt, als mit dem Geesthachter Forstentwicklungsplan.

Es ist ihnen offensichtlich entgangen, dass die Stadt Geesthacht ihren Stadtwald bereits seit mehr als 10 Jahren, in Anlehnung an die Lübecker, nach diesem Konzept betreibt und auch zukünftig daran festhalten will. Die Neuauflage steht zur Abstimmung. Ihr Antrag ist insofern nicht erforderlich.

Darum kam die Frage im Ausschuss: „Warum dieser Antrag?“ werte Partei Bündnis 90 / Die Grünen!

Die drei Hauptmerkmale des Lübecker Konzept Stadtwald nämlich Naturnähe, ein ökologisches Ertragsniveau und die Minimierung, auch die Unterlassung des menschlichen Eingriff, werden von der Geesthachter-Forstverwaltung seit nun 10 Jahren mit Erfolg praktiziert und in Anlehnung an das Lübecker Konzept Stadtwald betrieben. Die fortlaufende Zertifizierung mit dem FSC Siegel ist hierzu ein weiterer Beweis für die naturnahe, nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung des Waldes.

Sie sollten die Internetseite der Stadt Geesthacht lesen!

Bei der Sitzung des Umwelt- und Energieausschusses wurde bereits festgestellt, dass Sie mit diesem Antrag einfach nur das wiederholen, was bereits seit Jahren im Geesthachter Wald umgesetzt und auch für die Zukunft geplant ist.

Dieses erfolgreiche Geestachter Waldkonzept, wir leben in Geesthacht, nicht in Lübeck, wollen Sie nun abwürgen mit Ihrem Einschlagsmoratorium und der Schaffung eines Naturschutzgebietes in der Stadt Geesthacht, einem „Stadt“-Wald. Dies verbinden Sie dann gerne mit erheblichen Einschränkungen für die Geesthachter Bürger, die diesen Wald zur Naherholung nutzen. Das sagen Sie nur nicht. *

Sie sprechen den Mitarbeitern der Geesthachter Forstverwaltung, die nun seit mehr als 50 Jahren diesen Wald hegen und pflegen, ihn zu einem wunderschönen, natürlichen ökologisch wertvollen Stadtwald gemacht haben, die Kompetenz ab, dies weiterhin verantwortungsvoll für die Bürger dieser Stadt umzusetzen. Sie sprechen die Kompetenz ab, den Wald nach den genannten drei eigenen Geesthachter Grundsätzen zu gestalten!

Die Unterscheidung der beiden Konzepte, Lübeck zu Geesthacht, ist die forstwirtschaftliche Umsetzung durch die Förster und Forstämter. Offensichtlich ist Ihnen auch entgangen, dass der Lübecker Stadtwald, ein Wirtschaftswald ist. Es werden Bäume gefällt und wirtschaftlich genutzt.

Im Geesthachter Stadtwald erfolgt der Einschlag in einem sehr geringen Umfang. Da stellt sich die Frage, ob die Lübecker vielleicht zu uns gucken und das Geesthachter Waldkonzept nutzen sollten!

Auch die Wälder selber unterscheiden sich. Während der Lübecker Stadtwald ein über Jahrhunderte gewachsener Wald ist, ist der Geesthachter Stadtwald mit seinen 50 Jahren ein Waldkind.

Ebenfalls ein entscheidendes Kriterium für alle weiteren Diskussionen um Stadtwälder und die Anwendung von fremden Konzepten im Geesthachter Stadtwald.

In Lübeck wird ein darwinistisches Vorgehen angewandt, die natürliche Auslese, der Stärkere gewinnt! Für einen „alten“ Wald kann es richtig sein. Die Anwendung einer modernen Forstwirtschaft zur langfristigen Sicherung des Waldbestands, so wie es die Wissenschaft fordert, erfolgt so jedoch nicht.

Wie macht man einen Wald zukunftsfähig? Leistet man aktiv Hilfestellung oder legt man die Hände in den Schoss?

Wer hat vor 50 Jahren an den Klimawandel und die Folgen gedacht? Es wird in Deutschland Baumarten geben, die dies nicht überleben werden, und dies wird auch den Lübecker Stadtwald treffen.

Man kann gut wetten in Lübeck, wenn erst in 100 Jahren die Ergebnisse zu sehen sind. Wir, die heute handeln, erleben dies nicht.

Der Kreisforst und der Geesthachter Stadtforst mit dem Geesthachter Förster gehen den Weg der aktiven, nachhaltigen und zukunftsorientierten Forstwirtschaft.

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Empfehlungen, mit der langjährigen Erfahrung im "eigenen" Geesthachter Wald, sind die Grundlagen nach denen im Geesthachter Stadtwald erfolgreich seit Jahrzehnten und in der Zukunft gearbeitet wird.

Diese erfolgreiche Arbeit der Kreis und Stadtforste nun durch den Antrag der Bündnis 90 / Die Grünen unterbinden zu wollen, ist an Respektlosigkeit und Inkompetenz nicht zu überbieten. Mehr Schaden lässt sich am Geesthachter Wald nicht anrichten.

Erstaunlich wie man hier ein fremdes und ungeeignetes Konzept heranziehen möchte, um es dann mit dem Einschlagsmoratorium und der Forderung nach einem Naturschutzgebiet ad absurdum zu führen.

Dieser Antrag ist eine aktive Sterbehilfe für ein langjährig erfolgreich und gelebtes Geesthachter Stadtwaldkonzept, dass in seiner jetzigen Form und mit seinen Erkenntnissen und Erfahrungen der Forstwirtschaft fortgeschrieben werden muss!

Völlig unverständlich ist, dass sich hier die Parteien SPD / Linke / FDP / BfG auf Zuruf vor diesen vermeintlich grünen rückwärtsfahrenden Karren spannen lassen.

Wie im Ausschuss bereits angesprochen, haben Sie hier grundlos einen ideologischen, populistischen Antrag formuliert.

Zwei Wochen vor dem Ausschuss veröffentlicht, mit im Antrag formulierten, weitreichenden, langfristigen Forderungen und Folgen für den Geesthachter Stadtwald. Ich nenne es den Versuch des durchpeitschen mit der Überrumpelungstaktik.

Das Recht sich informieren zu wollen ist unstrittig und richtig. Darum die Verweisung in die Fraktionen. Dies als taktisches Manöver zu bezeichnen, ist falsch.

Ihr Standpunkt zeigt ein ideologisches und politisches Verständnis, das einer verantwortungsvollen, fachlich fundierten und bürgernahen Sachpolitik entgegensteht, und nur mit einer Ablehnung ihres Antrags beantwortet werden kann.

Demnächst werden wir hierzu fundierte Informationen aus dem Geesthachter Waldzustandsbericht erhalten. Erst dann ist eine Sachpolitik mit "Sachverstand" für den Bürger, für den Geesthachter Stadtwald möglich!

Alle Parteien werden aufgerufen mit Bedacht und erst nach Wertung aller Informationen in die Diskussion und Abstimmung zu gehen, und nicht auf Zuruf zu handeln.

Mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet oder Biotop nehmen wir nun den Generationen nach uns die Möglichkeit, selber zu entscheiden, wie sich der Wald entwickeln darf. Ist das Generationsgerechtigkeit oder eine Bevormundung der grünen Verbotspartei?

Oliver Pachur

* Erläuterung

  • Landesnaturschutzgesetz LnatSchG §13

               (4) Abweichend von § 23 Abs. 2 Satz 2 BNatSchG

               1. dürfen Naturschutzgebiete unbeschadet der Verordnung nach Absatz 1 ohne besondere Zulassung                  nur auf Wegen oder dafür ausgewiesenen Flächen betreten werden.

  • Die Trasse der geplanten Ortsumgehung durchteilt Abteilung 9 des Geesthachter Stadtwaldes.

               → Verzögerung des Planfeststellungsverfahren und Klageverfahren.

hfr zeichnung stadtwald kw44 20

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