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Geesthacht (LOZ). Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen steht dem Ansiedlungswunsch eines neuen radiologischen Instituts im Gewerbegebiet Nord II äußerst kritisch gegenüber.

„Es zeichnen sich immer mehr mögliche negative Auswirkungen einer solchen Ansiedlung auf das System der gesundheitlichen Versorgung in Geesthacht ab, die nicht unberücksichtigt gelassen werden sollten. Entsprechende Einschätzungen wurden vom Johanniter-Krankenhaus, Prof. Dr. Jan Kramer und dem Wirtschaftsbeirat auf einer Sitzung des Planungsausschusses vorgetragen. Die Kassenärztliche Vereinigung SH hatte sich ebenfalls schon eindeutig gegen eine zweite Radiologie-Praxis in Geesthacht ausgesprochen, welche womöglich ausschließlich Privatpatienten zur Verfügung steht“, begründen die Grünen ihre Haltung.

Der Fraktionsvorsitzende Ali Demirhan dazu: „Eine rein privatärztliche radiologische Praxis wäre eine unfaire Konkurrenz zu der bestehenden Infrastruktur mit dem Johanniter-Krankenhaus und der radiologischen Einrichtung Conradia. Mit einer Zulassung einer weiteren radiologischen Praxis, welche vornehmlich auf Privatpatienten als Klientel abzielt, würden wir in unserer Stadt einer Zweiklassen-Medizin Vorschub leisten. Mittel- bis langfristig könnte gar der Standort Conradia in Geesthacht durch die Einbuße von Privatpatienten untergraben und in seiner Existenz gefährdet werden.“

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen vermisst eindeutige Belege und Aussagen, dass das geplante radiologische Institut auch und vor allem Kassenpatienten zu Gute kommt. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen würde eine weitere radiologische Praxis für alle Bürger sehr begrüßen, welche zudem nicht abgelegen und schlecht mit dem ÖPNV erreichbar im Gewerbegebiet, sondern verkehrsgünstig in der Geesthachter Innenstadt liegt.

„Wir wundern uns sehr darüber, dass die Fraktionen von SPD, CDU und FDP das Anliegen des radiologischen Instituts so kritiklos begleiten. Eigentlich wollten sie gar nicht darüber diskutieren. Erst unsere Fraktion hat das zu einem öffentlichen Thema gemacht. Verwundert sind wir vor allem über die Haltung der Geesthachter SPD, die aus unserer Sicht den sozialen Aspekt zugunsten von möglicherweise künftig zu erzielenden Gewerbesteuern außer Acht lässt. Angesichts der bundesweiten Forderung der SPD nach einer Bürgerversicherung ist es schwer verständlich, dass in Geesthacht einer radiologischen Praxis, die wohl ihren Schwerpunkt auf die Behandlung Privatversicherter legen dürfte, vorschnell und kritiklos der Segen erteilt wird“, so Ratsmitglied Jens Kalke abschließend.

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