Arbeitslosenquote unverändert bei 5,2 Prozent

 

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(LOZ). Die Zahl arbeitsloser Menschen hat sich im Kreis Herzogtum Lauenburg im Dezember kaum verändert und beträgt jetzt 5.300. Dies ist einer weniger als im Vormonat. Damit liegt die Arbeitslosenquote unverändert bei 5,2 Prozent. Vor einem Jahr waren im Dezember noch 5.492 Menschen und damit 192 mehr als aktuell arbeitslos. Die Quote lag seinerzeit bei 5,4 Prozent.

„Die sonst saisonal übliche Zunahme der Arbeitslosigkeit zum Jahresende ist im Dezember ausgeblieben. Es haben sich zwar erste Beschäftigte aus den Außenberufen wie zum Beispiel aus dem Baubereich oder dem Garten- und Landschaftsbau arbeitslos gemeldet, aber ihre Zahl liegt aktuell noch deutlich unter der des Vorjahres. Dies dürfte an der recht milden Witterung im Dezember gelegen haben. Im Vergleich zum Vorjahresmonat besteht der positive Trend fort, die Arbeitslosigkeit liegt weiterhin deutlich unter den Vorjahreswerten“, sagt Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten für den Kreis Herzogtum Lauenburg.

Sozialversicherungspflichtige Stellen

Die Unternehmen im Kreis Herzogtum Lauenburg haben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Dezember insgesamt 1.245 sozialversicherungspflichtige Stellen als vakant gemeldet. Das sind 39 (minus drei Prozent) weniger als im Vormonat, aber 131 mehr (plus 11,8 Prozent) als im Dezember vergangenen Jahres. Seit Jahresbeginn wurden vom Arbeitgeber-Service bereits 3.611 sozialversicherungspflichtige Stellen betreut, 196 oder 5,7 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die meisten neuen Mitarbeiter werden derzeit von Unternehmen im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, im Baugewerbe und der Arbeitnehmerüberlassung gesucht.

Unterbeschäftigung

Neben der Arbeitslosigkeit weist die Statistik der Agentur für Arbeit auch die Unterbeschäftigung aus. Hier werden neben den arbeitslosen Menschen auch Teilnehmer an Integrationskursen, Weiterbildungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig sind, mitgezählt. Sie gelten nicht als arbeitslos und finden sich in der Statistik zur Unterbeschäftigung wieder, die die Agentur für Arbeit ebenfalls monatlich veröffentlicht. „Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele der bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Menschen insgesamt im Kreis Herzogtum Lauenburg auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind“, erläutert die Chefin der Arbeitsagentur. Aktuell beträgt ihre Zahl im Kreis Herzogtum Lauenburg 7.292. Dies sind 396 oder 5,2 Prozent weniger als im Dezember vergangenen Jahres.

„Unter den Unterbeschäftigten befinden sich knapp 750 von uns und dem Jobcenter betreute Schutzsuchende. Sie nehmen aktuell noch an Integrations- und Sprachkursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und an berufs- und ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen der Agentur für Arbeit und des Jobcenters teil”, so Grote-Seifert.

Rückblick 2017

Insgesamt blickt die Agenturchefin auf eine erfreuliche Entwicklung des Arbeitsmarktes im vergangenen Jahr zurück. „Im Jahresdurchschnitt waren im Kreis Herzogtum Lauenburg 5.593 Menschen auf Beschäftigungssuche und damit 187 weniger als noch 2016. Dadurch sank die Arbeitslosenquote im abgelaufenen Jahr im Jahresdurchschnitt von 5,7 Prozent auf 5,5 Prozent und lag ganzjährig unter sechs Prozent“, so Grote-Seifert.

Der Bestand gemeldeter offener sozialversicherungspflichtiger Stellen im Kreis Herzogtum Lauenburg ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Ihre Zahl lag bei durchschnittlich 1.201, 199 oder gut 20 Prozent mehr als noch 2016. „Die Unternehmen haben Aufträge und suchen Personal. Es fällt ihnen aber immer schwerer, bei abnehmender Arbeitslosigkeit neue geeignete Mitarbeiter zu finden. Sie suchen länger, bevor sie ihre Stellen besetzen können. Daher steigt die Zahl der Stellen in unserem Bestand“, erklärt die Chefin der Arbeitsagentur. Insbesondere bei den Fachkräften macht sich dies bemerkbar. „Für rund siebzig Prozent der Stellen werden ausgebildete Mitarbeiter gesucht. Insbesondere hier dauert es vor dem Hintergrund fehlender Fachkräfte länger, die Stellen zu besetzen“, so die Agenturchefin. “Deshalb werden wir auch im kommenden Jahr weiter in Qualifizierung investieren. Mit Aus- und Weiterbildungsangeboten wollen wir die Chancen An- und Ungelernter am Arbeitsmarkt verbessern.“

So werden beispielsweise die Programme „WeGebAU“ (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen) und „Zukunftsstarter“ fortgeführt. Mit dem Programm „WeGebAU“ können Ungelernte oder ältere Arbeitnehmer in Betrieben qualifiziert und ausgebildet werden. „Das Programm „Zukunftsstarter“ wendet sich an die Gruppe Arbeitsloser von 25 bis unter 35 Jahre ohne Berufsabschluss. Sie haben noch 30 bis 40 Jahre Berufsleben vor sich und die Wirtschaft braucht ihr Potential. Deshalb lohnt es sich auch für sie, einen Berufsabschluss nachzuholen“, erklärt Grote-Seifert.

Vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Arbeitskräftenachfrage geht die Chefin der Arbeitsagentur im kommenden Jahr weiter von einer positiven Entwicklung aus. „Eine Herausforderung ist und bleibt die Ausbildung und Qualifizierung von Fachkräften, die in vielen Bereichen im Kreis Herzogtum Lauenburg gesucht werden“, sagt die Agenturchefin. „Daneben rechnen wir im kommenden Jahr mit deutlich mehr geflüchteten Menschen, die in den Arbeitsmarkt integriert werden müssen. Viele von ihnen schließen in den nächsten Monaten ihre Sprachkurse ab und werden sich zunächst arbeitslos melden. Hier benötigen wir Geduld und Beharrlichkeit, um sie in Arbeit und Ausbildung zu integrieren.“

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