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Jens Meyer: Wir wollen kein "Weiter so" im Kreis

Lesezeit: 4 Minuten

Büchen (wre). Die beiden Spitzenkandidaten der SPD für den Kreistag im Herzogtum Lauenburg, Gitta Neemann-Güntner und Jens Meyer, stellten in der Büchener Priesterkate der LOZ ihr neues Kurzprogramm für die Wahl am 6. Mai vor. Dabei erzählten sie von den Plänen der SPD für die kommenden Jahre. „Ein ‚Weiter so‘ kann es im Kreistag nicht geben. Es wird Zeit, dass an der Spitze ein frisches Gesicht mit neuen Ideen steht“, erklärt der Lauenburger Jens Meyer. Gemeint ist damit Gitta Neemann-Güntner, die gern nach der Wahl den Kreistagspräsidenten Meinhard Füllner (CDU) ablösen möchte.

„Wir wollen ja alle für den Kreis anpacken“, sagt Meyer und betont, dass dies besonders gut gelingen würde mit einer SPD Kreistagspräsidentin. „Das würde dem Kreistag schon gut tun“, ergänzt Meyer. Dazu muss die SPD dann nach der Wahl eine entsprechende Mehrheit im Kreistag stellen oder hinter sich bringen um die Ablösung von Meinhard Füllner zu erreichen, der ebenfalls wieder Kreistagspräsident werden will.

Das Kurzprogramm der SPD soll in diesen Tagen in den Druck gehen. „Wir haben in Zusammenarbeit mit ‚capito Schleswig-Holstein‘ darauf geachtet, dass das Programm in einfacher Sprache gehalten ist“, so Meyer. Das Lebenshilfswerk im Kreis Herzogtum Lauenburg hat dann die Broschüre umgesetzt.

„Wir konnten nach Höhen und Tiefen in den vergangenen fünf Jahren aber auch einiges für den Kreis umsetzten“, erklärt Meyer. Dabei sei vor allem der runde Tisch eine herausragende Leistung, so Meyer, denn jetzt würden endlich alle Beteiligten wieder miteinander reden. „Als ich als Landrat kandidierte, habe ich mit den Bürgermeistern und Amtsvorstehern gesprochen, das kannten die so gar nicht“, sagt Meyer. Man sei dann weiter im Gespräch geblieben woraus der runde Tisch entstand, der sich bis zu vier Mal im Jahr zusammensetzt. Neben Vertretern aus den Fraktionen sind dann je nach Bedarf Bürgermeister, Amtsvorsteher oder auch Fachbereichsleiter vor Ort. „Das wollen wir gern fortführen, allerdings dürfen dadurch keine kommunalpolitischen Gremien übergangen werden. Die Entscheidungen müssen immer noch die gewählten Kreistagsabgeordneten treffen“, erklärt Meyer.

Ein Punkt, der der SPD am Herzen liegt, sind die Kitas im Kreis. Es herrscht dort teilweise großer Sanierungsstau. „Die Kitas sind unterfinanziert und die Belastungsgrenze der der Eltern ist erreicht“, betont Meyer. „Da wünschen wir uns mehr Unterstützung vom Kreis“, ergänzt Meyer.

„Weiterhin wichtig ist auch das Thema bezahlbarer Wohnraum“, sagt Meyer. Dort findet er die Idee, auch für Studenten entsprechende Heime im Kreis zu bauen eine gute Idee. Damit würde nicht nur der Kreis belebt werden, auch würde wohl der eine oder andere Student später im Herzogtum wohnen bleiben. Am Mittwoch, 18. April, will daher die SPD im Bürgerhaus Büchen ab 19 Uhr mit Andreas Breitner, Irene Fuhrmann, Uwe Möller, Olaf Schulze, Herbert Köster sowie Gästen über die Wohnraumsituation im Kreis diskutieren. Die Moderation übernehmen Gitta Neemann-Güntner und Jens Meyer. Eine Woche später, am 26. April, veranstaltet die SPD dann im Amtsrichterhaus Schwarzenbek eine Sportkonferenz.

„Der Kreis stellt gerade zum Rettungsdienst ein Gutachten auf. Ich gehe fest davon aus, dass es dann auch für Büchen Verbesserungen geben wird“, so Neemann-Güntner, „wir unterstützen die Anschaffung zusätzlicher Rettungswagen und den Bau von weiteren Rettungswachen.“

„Soziale Themen sind ja ohnehin schon immer bei der SPD angesiedelt“, erklärt Gitta Neemann-Güntner. Daher wolle man sich auch weiter für die Jugendberufsagentur im Kreis einsetzen. „Es gibt hier über 600 Jugendliche, für die wir etwas machen müssen. Es freut mich, dass das Thema inzwischen parteiübergreifend auf Zustimmung stößt“, so Neemann-Güntner. Aber auch die kostenlose Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln für Schüler verfolgt die SPD weiter. „Wir hoffen aber auch noch auf eine Lösung bei der Außenstelle des BBZ in Geesthacht“, ergänzt Jens Meyer, „die Schüler brauchen dort das Angebot.“

Wichtig ist Neemann-Güntner aber auch die Prävention. „Dazu zählen nicht nur Drogen und Alkohol, auch zum Beispiel Magersucht und Cybermobbing dürfen wir nicht aus den Augen verlieren“. Ein Baustein der Prävention ist auch immer das Ehrenamt, das Gitta Neemann-Güntner gern stärken würde. „Wir setzten uns dafür ein, dass es die geplante Webseite geben wird, die seinerzeit an nur 5.000 Euro scheiterte, weil der Kreis kein Geld wegen der Konsolidierung hatte. Dafür muss einfach Geld da sein.“ Weiterhin soll auch die Ideen der Ehrenamtskarte wieder aufgegriffen werden, mit der Ehrenamtler beispielsweise zu Veranstaltungen freien Zutritt bekommen könnten oder auch in einigen Bereichen Ermäßigungen erhalten. „Das Ehrenamt ist sehr wichtig für den Kreis, das muss mehr unterstützt werden“, so Neemann-Güntner.

Die beiden SPD-Kandidaten hoffen auf eine gute Wahlbeteiligung. „Es ist schade, dass viele Bürger gar nicht zur Wahl gehen, weil sie die Kommunalwahl für nicht so wichtig halten“, sagt Jens Meyer. „Dabei werden in den Gremien vor Ort Entscheidungen getroffen, die unmittelbar Auswirkungen auf das Leben vor Ort haben“, ergänzt Gitta Neemann-Güntner. „Der Kreis wird aber sicherlich bunter werden“, ist sich Meyer sicher. Er rechnet mit dem Einzug der Freien Wähler und der AfD in den Kreistag. „Mit der AfD müssen wir uns auseinandersetzen, einfach wegsehen ist keine Lösung“, so Meyer, der davon überzeugt ist, dass man der AfD mit fundierten Argumenten den Wind aus den Segeln nehmen kann.

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