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An der Spitze des regionalen "Glücksrankings" steht unangefochten Schleswig-Holstein, das Schlusslicht ist diesmal Brandenburg

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Hamburg (LOZ). Das Lebensglück in Deutschland bleibt auf hohem Niveau und liegt 2018 bei 7,05 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10. Damit wird das Ergebnis von 7,07 Punkten aus dem Vorjahr bestätigt. Während die Westdeutschen im Vergleich zu 2017 nur etwas weniger glücklich sind, bleibt das ostdeutsche Glücksniveau unverändert. Der aktuelle Glücksabstand zwischen West- und Ostdeutschland verringerte sich auf 0,20 Punkte. An der Spitze des regionalen "Glücksrankings" steht unangefochten Schleswig-Holstein, das Schlusslicht ist diesmal Brandenburg.

Neben den regionalen Unterschieden bei der Lebenszufriedenheit fragt der Deutsche Post Glücksatlas in seinem diesjährigen Sonderteil auch nach der Zufriedenheit der Erwerbstätigen mit Mobilität und Arbeit. Wichtigste Erkenntnisse hier: Je kürzer der Weg zur Arbeit, desto positiver wirkt sich das Pendeln auf die Arbeits- und Lebenszufriedenheit aus. Zudem sind Erwerbstätige, die ihre Fahrzeit für Berufliches nutzen können, mit ihrer Arbeit überdurchschnittlich zufrieden. Eine lange Pendelzeit von 40 Minuten und mehr bewirkt dagegen einen negativen Effekt auf die empfundene Arbeits- und Lebenszufriedenheit. Die Arbeit im Homeoffice wirkt sich positiv auf die Lebensqualität aus, sagen 84 Prozent der Homeoffice-Nutzer. Auch ihre Arbeitszufriedenheit ist größer. Die Mehrheit der Berufstätigen erwartet von der E-Mobilität und neuen digitalen Technologien Lösungen bei der Mobilitätsproblematik.

Thomas Ogilvie, Konzernvorstand Personal und Arbeitsdirektor von Deutsche Post DHL Group: "Technik und Digitalisierung eröffnen uns viele neue Möglichkeiten: Wir nutzen den Fortschritt in unserem Unternehmen so, dass der Mensch weiterhin im Mittelpunkt steht. Selbstbestimmte Arbeitsmodelle und nachhaltige Mobilitätskonzepte können dazu beitragen, die Lebenszufriedenheit zu erhöhen."

Das sind die wesentlichen Ergebnisse des Deutsche Post Glücksatlas 2018, der aktuellsten regelmäßigen Studie zur Lebenszufriedenheit der Deutschen.

Glücksranking der Regionen

Unter den 19 deutschen Regionen steht auch in diesem Jahr Schleswig-Holstein unangefochten mit 7,44 Punkten an der Spitze. Einen deutlichen Glückssprung machte Hamburg, das mit 7,36 Punkten (2017: 7,28 Punkte) seinen Abstand zum drittplatzierten Hessen (7,27 Punkte) weiter ausbauen konnte. Wie in 2017 bewerten die Franken ihre Zufriedenheit auch 2018 mit 7,26 Punkten und belegen damit den vierten Platz. Das Mittelfeld bilden westdeutsche Regionen, mit geringem Abstand voneinander. Bemerkenswert ist Rheinland-Pfalz/Saarland (7,23 Punkte), das sich aktuell auf Platz sieben nach vorne geschoben hat.

Der Abstand des Ostens zum Westen hat sich ein wenig verkleinert - auf 0,20 Punkte gegenüber 0,22 in 2017. Die glücklichsten Menschen im Osten leben in Thüringen, deren Zufriedenheit 2018 kräftig auf 7,03 Punkte zulegte. Es folgt Mecklenburg-Vorpommern, wo die Zufriedenheit um 0,07 Punkte auf 6,96 Punkte zunahm. Brandenburg (6,84) wird von Sachsen-Anhalt (6,88) überholt und landet in diesem Jahr auf dem letzten Platz.

Mobilität und Lebenszufriedenheit

Das diesjährige Schwerpunktthema lautet "Arbeit und Mobilität". Für den Deutsche Post Glücksatlas wurde die Bevölkerung in einer repräsentativen Erhebung befragt, wie sich die zunehmende Verkehrsbelastung auf die persönliche Arbeits- und Lebenszufriedenheit auswirkt und wie die Erwerbstätigen alternative Lösungsansätze wie Homeoffice, E-Mobilität und Digitalisierung bewerten.

Die florierende Wirtschaft in Deutschland wird von einer Zunahme des Berufsverkehrs begleitet. Die Pendelzeiten werden länger. Während der Großteil der Berufstätigen nur kurze Strecken pendelt und im Großen und Ganzen mit dem Arbeitsweg zufrieden ist, leiden die Langstreckenpendler. 54 Prozent von ihnen sagen, dass sich das Pendeln negativ auf ihre Lebensqualität auswirkt. Nur 35 Prozent bewerten ihre Lebenszufriedenheit mit den Top-Werten 9 oder 10 (auf einer Skala von 0 bis 10). Von allen Berufstätigen tun das immerhin 42 Prozent.

Abhilfe könnte die Arbeit von zuhause aus schaffen. Bereits 26 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten täglich oder gelegentlich im Homeoffice. Für 59 Prozent kommt das aus praktischen Gründen nicht in Frage. 16 Prozent nutzen das Homeoffice bewusst nicht. Von diesen geben 70 Prozent an, dass sie Beruf und Privates trennen wollen und 62 Prozent würden den sozialen Austausch vermissen. An zurückhaltenden Arbeitgebern oder misstrauischen Kollegen liegt ihre Weigerung dagegen kaum.

Im Gegensatz dazu schätzen die Homeoffice-Nutzer vor allem die hohe Flexibilität. Sie sehen die Stärken der "Heimarbeit" genau in jenen Bereichen, in denen die Nicht-Nutzer Einschränkungen vermuten. So meinen 86 Prozent der Homeoffice-Nutzer, zu Hause könnten sie sich ihre Arbeitszeit besser einteilen und 80 Prozent sind der Überzeugung, dass sie Privates und Berufliches leichter unter einen Hut bekommen. Knapp zwei Drittel sagen, sie seien zu Hause produktiver als im Büro. 38 Prozent der Homeoffice-Nutzer bewerten ihre Arbeitszufriedenheit mit den Spitzenwerten 9 oder 10. Bei denjenigen, die nicht zuhause arbeiten, sind es nur 30 Prozent.

Die Digitalisierung erleichtert den Schritt zum mobilen Arbeiten von zu Hause aus und zu modernen Arbeitsformen. Während Homeoffice-Nutzer viel häufiger mit digitalen Endgeräten ausgestattet sind, ist das Gros der Berufstätigen schlechter ausgestattet. Nur knapp 40 Prozent aller Berufstätigen in Deutschland erhalten von ihrem Arbeitgeber Geräte, die es überhaupt ermöglichen, mobil von zu Hause aus zu arbeiten.

Alternative Mobilitätsangebote können helfen, die Verkehrsproblematik zu lösen. 63 Prozent der Erwerbstätigen begrüßen nachhaltige Mobilitätsangebote wie Elektrofahrzeuge oder auch Sharing-Dienste. Während die Bereitschaft zur Nutzung dieser alternativen Mobilitätsangebote hoch ist, läßt die tatsächliche Nutzung aber noch zu wünschen übrig.

Das liegt zum Teil daran, dass diese Angebote vielerorts noch gar nicht verfügbar sind. Die Ausnahme hier stellt das Elektroauto dar, bei dem sich bereits 68 Prozent der arbeitenden Deutschen vorstellen können, dieses zukünftig für ihren Arbeitsweg zu nutzen.

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