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Niedrigste Arbeitslosenquote seit Erhebung der Arbeitslosendaten auf Kreisebene 1997 im Herzogtum Lauenburg

Lesezeit: 4 Minuten

(LOZ). Die Zahl arbeitsloser Menschen hat im Kreis Herzogtum Lauenburg im Dezember abgenommen und beträgt jetzt 4.733. Dies sind 56 weniger als im Vormonat.

Die Arbeitslosenquote ist in der Folge um 0,1 Prozentpunkt gesunken und liegt aktuell bei 4,5 Prozent. Damit verzeichnet die Agentur für Arbeit Bad Oldesloe die niedrigste Arbeitslosenquote im Kreis Herzogtum Lauenburg seit Erhebung der Arbeitslosendaten auf Kreisebene 1997.

Vor einem Jahr waren im Dezember noch 5.300 Menschen und damit 567 mehr als derzeit arbeitslos. Die Quote lag seinerzeit bei 5,2 Prozent.

„Ich freue mich, dass in diesem Dezember die Arbeitslosenquote im Kreis Herzogtum Lauenburg mit 4,5 Prozent auf einen neuen Tiefstwert gesunken ist. Damit hat sich die äußerst positive Entwicklung der vergangenen drei Monate, in denen die Quote deutlich unter fünf Prozent lag, fortgesetzt“, sagt Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten für den Kreis Herzogtum Lauenburg. „Der Dezember ist an sich ein Monat, in dem die Arbeitslosigkeit zunimmt, aber in diesem Jahr haben sich aufgrund des milden Winterbeginns bislang weniger Menschen aus einer Erwerbstätigkeit heraus neu arbeitslos gemeldet und die Unternehmen halten sich derzeit insgesamt bei Fachkräften mit Entlassungen zurück. Darüber hinaus haben in diesem Monat mehr Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen sowie mehr Geflüchtete in Integrations- und Sprachkursen den Arbeitsmarkt entlastet."

Die Unternehmen im Kreis Herzogtum Lauenburg haben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Dezember insgesamt 1.354 sozialversicherungspflichtige Stellen als vakant gemeldet. Das sind 44 (minus 3,1 Prozent) weniger als im Vormonat, aber 109 mehr (plus 8,8 Prozent) als im Dezember vergangenen Jahres.

Die meisten neuen Mitarbeiter werden im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen, Handel, Baugewerbe, im verarbeitenden Gewerbe und der Arbeitnehmerüberlassung gesucht.

Seit Jahresbeginn wurden vom Arbeitgeber-Service insgesamt 3.604 sozialversicherungspflichtige Stellen betreut, sieben oder 0,2 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Unterbeschäftigung

Von den derzeit 4.733 arbeitslosen Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg sind 457 Schutzsuchende, 33 weniger als im Vormonat. Insgesamt werden von der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Herzogtum Lauenburg aktuell 1.199 geflüchtete Menschen betreut. Der Großteil von ihnen besucht aber einen Sprach- oder Integrationskurs oder eine der berufsvorbereitenden Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters und gilt damit nicht als arbeitslos.

Nicht als arbeitslos gezählt werden auch Teilnehmer an Weiterbildungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig erkrankt sind. Sie alle werden zusätzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung erfasst, die die Agentur für Arbeit ebenfalls monatlich veröffentlicht. „Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind“, erläutert die Agenturchefin und fügt hinzu: „Auch diese Zahl ist gegenüber dem Vorjahr gesunken und beträgt im Kreis Herzogtum Lauenburg aktuell 6.703. Dies sind 567 oder 7,8 Prozent weniger als im Dezember des vergangenen Jahres.“

Qualifizierung – neues Gesetz bietet mehr Möglichkeiten

Der Bestand gemeldeter offener sozialversicherungspflichtiger Stellen im Kreis Herzogtum Lauenburg ist im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 1.284 Stellen und damit rund sieben Prozent mehr als 2017 auf einen neuen Höchstwert gestiegen. „Den Unternehmen fällt es immer schwerer, bei sinkender Arbeitslosigkeit neue geeignete Mitarbeiter zu finden. Sie suchen länger, um ihre Stellen zu besetzen. Daher steigt die Zahl der Stellen in unserem Bestand“, erklärt die Chefin der Arbeitsagentur. Insbesondere bei den Fachkräften mache sich dies bemerkbar.

„Für rund siebzig Prozent der Stellen werden ausgebildete Mitarbeiter gesucht. Insbesondere hier dauert es vor dem Hintergrund fehlender Fachkräfte länger, die Stellen zu besetzen“, so die Agenturchefin. “Deshalb werden wir auch im Jahre 2019 unvermindert in Weiterbildung und Qualifizierung investieren. Das zum Jahresbeginn in Kraft getretene Qualifizierungschancengesetz eröffnet uns dabei die Möglichkeit, neben zwingenden notwendigen Anpassungen künftig auch zusätzliche oder ergänzende Qualifikationen für arbeitslose Menschen zu finanzieren, wenn diese die individuellen Beschäftigungschancen verbessern und an den Bedarfen des Arbeitsmarktes ausgerichtet sind. Das war bisher nicht möglich.“

Darüber hinaus wurde mit dem Qualifizierungschancengesetz auch die Weiterbildungsförderung für Beschäftigte ausgebaut, deren berufliche Tätigkeiten von Strukturwandel und Digitalisierung betroffen sind, um ihnen unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße eine Anpassung und Fortentwicklung ihrer beruflichen Kompetenzen zu ermöglichen.

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