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(LOZ). In der letzten Sitzung des Kreisausschusses für Forsten, Energie, Umwelt und Klimaschutz berichtete der Leiter des Fachdienstes Kreisforsten, dass in den Wäldern des Kreises in den kommenden Wochen ein Befall der Fichtenkulturen mit dem Borkenkäfer drohe.

Man sei darauf angewiesen, über Duftfallen die Tiere anzulocken und sie im Anschluss einer Begiftung mit dem Insektizid Fastac Forst auszusetzen. Nur so könne der Befall minimiert und der Fichtenbestand gerettet werden.

Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen lehnt den Einsatz von Insektiziden in den Kreisforsten zur Bekämpfung von Borkenkäfern ab.

Die Kreistagsabgeordnete und Mitglied des Kreisausschusses Claudia Reinke warnt: „Der Einsatz von Insektiziden ist weder gegenüber dem Ökosystem noch gegenüber den Menschen, die damit arbeiten, zu verantworten. Insbesondere sollte gerade auch mit Rücksicht auf die vielen Spaziergänger im Wald mit ihren Kindern und mitgeführten Hunden die Verwendung von Giftstoffen unterbleiben. Der Kreis muss den Förstern die Möglichkeit geben, das Risiko einer kleinräumigen Ausbreitung des Befalls einzugehen, was in unseren Mischwäldern überhaupt kein Problem ist. In Wäldern mit FSC-Siegel sind Insektizide aus gutem Grund verboten, außer wenn die Anwendung von Behörden angeordnet wird.“

Klaus Tormählen, Mitglied des Kreistages, ergänzt: „Es gibt immer die Möglichkeit, Insektizide gegen Holzschädlinge zu vermeiden. Man kann das Holz umgehend nach dem Einschlag entrinden oder die Kronen schreddern. Die verarbeitenden Betriebe haben in der Regel die Möglichkeit, das Holz zu bewässern. In den meisten Fällen breiten sich die Borkenkäfer im hiesigen Klima nur in kleinen Arealen aus. Im Mischwald ist die Verbreitung ohnehin nur langsam. In einem aktuellen Forschungsbeitrag des European Forest Institut (EFI) liest man, dass Panik nicht angebracht sei. Begiftete Borkenkäferfallen und Fanghaufen würden nur zum Monitoring taugen, nicht zur Bekämpfung. Im Umkreis von mehr als 500 Meter sei zu 95 Prozent nicht mehr mit Neubefall an anderen gesunden Fichten zu rechnen. Liegendes Nutzholz solle nicht mit Gift benetzt, sondern schnell abgefahren werden oder man könne die Rinde in Streifen ritzen. Grundsätzlich solle naturnahe Waldwirtschaft betrieben werden – weg von der panischen Risikoreduktion und hin zu einem Störungs-Management.“

Hintergrund:

Fastac Forst ist ein rein chemisch hergestelltes Pyrethroid, ein Insektengift, dessen Wirkstoff als krebserregend gilt. Das unspezifische Nervengift wirkt über Fressen und Berühren. Es darf nicht in Gewässer und nicht auf den Boden gelangen, was bei verdriftender oder abtropfender Sprühflüssigkeit kaum möglich ist. Benetzte Geräte und der Stoff selber müssen als Poblemabfall entsorgt werden. Die aufgedruckten Warnungen geben Hinweise auf die Gefährlichkeit: Nicht einatmen, nicht berühren, sehr giftig für Wasserorganismen.

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