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Diskussionsabend mit den Bundestageordneten Sönke Rix und Nina Scheer

Lesezeit: 2 Minuten

Oststeinbek (LOZ). Gemeinsam mit der SPD Oststeinbek lud die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer zu einem öffentlichen Diskussionsabend in den Bürgersaal Oststeinbek ein. Zu Gast war der SPD-Bundestagsabgeordnete Sönke Rix, familien- und frauenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Nach der Begrüßung durch die Oststeinbeker SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Irene Kastner führte Nina Scheer in das Thema 'Frauenrechte 2019' ein und benannte dabei unter anderem die noch bis heute bestehende Lohndifferenz von über 20 Prozent, einen heute nur bei 30,7 Prozent liegenden Frauenanteil an den Abgeordneten des Deutschen Bundestages (während die SPD-Bundestagsfraktion zu 42 Prozent weiblich ist, kommen CDU/CSU gerade einmal auf 20 und die AfD auf 11 Prozent) sowie die erschreckend hohe Anzahl an Gewalttaten an Frauen:

"Wenn in Deutschland im Jahr 2017 allein 69.000 Körperverletzungen gegen Frauen angezeigt wurden, es zu 364 Tötungsdelikten an Frauen kam und dies dennoch gesellschaftlich kein großes Thema ist, haben wir dringenden - auch politischen - Handlungsbedarf", so Scheer. So bedürfe es zum Beispiel deutlich mehr verfügbarer Frauenhaus-Plätze. In Deutschland existierten gerade einmal 350 Frauenhäuser; hinzu kämen etwa 800 Beratungsstellen. Hier sei allerdings mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey ein Anfang gemacht, sowohl durch erste weitergehende Förderungen in Höhe von 5 Millionen Euro als auch die Einrichtung eines runden Tisches.

Sönke Rix wies auf regionale Unterschiede im Selbstverständnis der Gleichberechtigung von Frauen hin. So habe es in Schleswig-Holstein mit Gisela Börhk die erste Frauenministerin und mit Heide Simonis sogar die bundesweit erste Ministerpräsidentin gegeben. Hierbei und auch historisch betrachtet seien die Sozialdemokraten für Frauenrechte immer die treibende Kraft gewesen - begonnen mit dem sich in diesem Jahr zum hundertsten Mal jährenden Frauenwahlrecht. Ein zentraler Hebel für die Gleichstellung der Frau sei bis heute der Zugang zum Beruf, der etwa durch fehlende frühkindliche Bildungseinrichtungen immer noch eher die Frauen als Männer benachteilige. Dies bleibe eine stetige Aufgabe, gerade wenn Gleichberechtigung heute zunehmend für selbstverständlich gehalten werde.

Im Rahmen der sich anschließenden Diskussion wurden auch persönliche Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgetauscht. So wurden die Eindrücke einer politisch aktiven Teilnehmerin bestätigt, wonach in Diskussionen Wortbeiträge von Frauen leicht untergingen, wenn sie dann aber von Männern gleichlautend vorgetragen würden, Zuspruch erhielten.

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