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(LOZ). 1970 fand die erste Aktion Ferienpass im Herzogtum Lauenburg während der Sommerferien statt. „Was damals modellartig begann, hat sich über die Jahre immer weiter entwickelt“, so Andrea Hasenkamp, stellvertretende Vorsitzende des Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg (KJR).

Gemeinsam mit den örtlichen Jugendringen werden seitdem mit dem Ferienpass nicht nur Vergünstigungen bei verschiedenen Organisationen während der Sommerferien ermöglicht, sondern auch ein Ferienprogramm mit rund 500 Aktionen auf die Beine gestellt.

Eine Woche nach den Sommerferien feierte nun der KJR im Rahmen seiner „Summer Challenge“ diese 50. Aktion Ferienpass. Kinder aus dem gesamten Kreisgebiet waren mit den Ehrenamtlichen der Jugendringe aus Ratzeburg, Mölln, Schwarzenbek, Geesthacht, Lauenburg, Wentorf und Büchen ebenso nach Nusse gekommen, wie einzelne Vertreter der Politik der Städte und Gemeinden.

Während die Kinder bei verschiedenen Einzel- und Gruppenaufgaben den Nachmittag mit viel Spaß verbrachten, gaben der 1. Vorsitzende des KJR Jens Pechel und seine Vorstandskollegin Andrea Hasenkamp einen kurzen Überblick über die Aktion Ferienpass. Hasenkamp betonte dabei die große Vielfalt der Ferienangebote und die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements, die in der Aktion Ferienpass steckt. Sie konnte hierbei von beeindruckenden Zahlen berichten, über 500 Angebote, 150 verschiedene Vereine und Organisationen, rund 500 Ehrenamtliche, die über 20.000 Stunden freiwillig an Zeit einbringen. „Dies sind rund 13 Vollzeitstellen, die die Kommunen ansonsten bezahlen müssten“, so Hasenkamp. Wert wird auch immer auf kostengünstige Angebote gelegt. „Kein Kind ohne Ferienpass“ ist hierbei ein zentrales Motto.

Arne Strickrodt, Geschäftsführer des KJR, beleuchte die Sommerferien und die Aktion Ferienpass aus der Sicht der Kinder und Jugendlichen sowie der Kinder- und Jugendarbeit. Er ging dabei auf eine Jugendfreizeit ein, die der KJR in diesen Sommerferien durchgeführt hatte. „Wir wissen, was wir wollen“ war der Titel. Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren erarbeiteten, was Sommerferien für sie bedeuten, und drehten daraus zwei Filme. „Mit (neuen) Freunden etwas unternehmen, gemeinsam als Familie unterwegs sein, Aktivitäten machen können, die sonst zu kurz kommen, Neues ausprobieren und auch einfach mal ausschlafen“, fasst Arne Strickrodt die Ergebnisse zusammenzufassen. Zudem wurde auch deutlich, dass Ferien am Ort Schule, mit Lehrern oder dem klassischen Schullernen nicht verbracht werden möchten.

„Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf freie, selbstbestimmte Zeiten, die sie für ihre Entwicklung benötigen“, betont Strickrodt. Zugleich müsse gesamtgesellschaftlich geschaut werden, dass in der Diskussion über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie die Sichtweise der Kinder an erster Stelle stehen – um sie geht es schließlich. Deshalb möchte der KJR auch eine Stärkung der Jugendarbeit mit ihren Jugendfreizeiten und der Aktion Ferienpass und weniger eine Stärkung von Ferienbetreuung. „Jugendarbeit berücksichtigt die Bedarfe von Kindern und Jugendlichen, indem sie auf der Basis von Werten wie Freiwilligkeit und Selbstorganisation altersgerechte Partizipation ermöglicht. Sie muss entsprechend gefördert werden“, betonen die Vertreter des Kreisjugendringes und richten so ihren klaren Appell an die Politik.

„Wir wünschen uns auch in Zukunft eine Aktion Ferienpass im Herzogtum Lauenburg, die kostengünstig vielfältige Angebote den Kindern ermöglicht und so viel ehrenamtliches Engagement freisetzt“, blickt Andrea Hasenkamp nach vorne.

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