Einsatz zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg angefragt

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(LOZ). Sieben ASP-Suchhunde-Teams haben am vergangenen Wochenende in den Kreisforsten Herzogtum Lauenburg ihre Such-Prüfung für den Einsatz gegen die Afrikanische Schweinepest erfolgreich bestanden.

Die Prüfung wurde durch das Kreisveterinäramt, von zwei geschulten Hundeprüfern sowie unter Aufsicht des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein durchgeführt.

Mit dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung sollen die Suchteams im Kreis Herzogtum Lauenburg und landesweit im Falle eines Ausbruchs der Tierseuche für wichtige Aufgaben zur Seuchenbekämpfung zur Verfügung stehen. Der Kreis Herzogtum Lauenburg ist der waldreichste Kreis in Schleswig-Holstein und auch der Kreis mit der höchsten Schwarzwild-Population. Gemeinsam mit den ASP-Suchhunden im Kreis Segeberg stehen in Schleswig-Holstein ab sofort insgesamt 21 Hunde für den Einsatz im Seuchenfall zur Verfügung.

Für den vor kurzem bekannt gewordenen ASP-Seuchenfall in Brandenburg wurden die schleswig-holsteinischen Hundestaffeln bereits angefragt, wann und unter welchen Voraussetzungen ein Einsatz in Brandenburg stattfinden kann, steht derzeit noch nicht fest. Die Kursteilnehmer hatten sich freiwillig für die Ausbildung beworben um im Seuchenfall in Schleswig-Holstein eingesetzt werden zu können. Die Bereitschaft zu helfen ist bei allen Beteiligten hoch, jedoch müssen zunächst die Rahmenbedingungen für einen möglichen Einsatz geklärt werden. Viele der Teilnehmer müssten etwa Urlaub bei ihren Arbeitgebern einreichen und sich bei einem mehrtägigen Einsatz auch um eine Kinderbetreuung und anderen Dinge kümmern.

Die ebenso virulente wie hochinfektiöse Seuche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) stellt bundesweit eine ernsthafte Bedrohung für die Wild- und Hausschweinbestände dar und beschäftigt sowohl Jägerschaft, wie auch Schweinehalter.

Mit dem Vormarsch der Seuche über das Baltikum nach Polen und kürzlich mit dem ersten ASP-Fall in Brandenburg ist die Jägerschaft alarmiert. Das Virus der hoch ansteckenden Infektionskrankheit ist lange überlebensfähig und leicht übertragbar. Für Wild- und Hausschweine verläuft die Infektion mit ASP tödlich, eine Gefahr für den Menschen besteht hingegen nicht.

Die erfolgreiche Ausbildung der ASP Suchunde-Staffel leitete das Team 28 Pfoten aus Koldebüttel. Die Ausbilder hatten 2019 als Pilotprojekt in Schleswig-Holstein die erste Suchhunde-Ausbildung gemeinsam mit der Jägerschaft im Kreis Segeberg erfolgreich gestartet.

Hintergrund

Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. Die Übertragung erfolgt durch einen direkten Kontakt mit infizierten Tieren, die Aufnahme von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen bzw. -zubereitungen sowie andere indirekte Übertragungswege (Fahrzeuge, kontaminierte Ausrüstungsgegenstände einschließlich Jagdausrüstung, landwirtschaftlich genutzte Geräte und Maschinen, Kleidung). Der Kontakt mit Blut ist der effizienteste Übertragungsweg. ASP ist nicht zwischen Tier und Mensch übertragbar und daher für den Menschen ungefährlich.

Angesichts des aktuellen ASP-Seuchenverlaufes in Europa ist insbesondere die Jägerschaft aufgefordert, ein vermehrtes Auftreten von Fallwild (Schwarzwild) der zuständigen Behörde zu melden und geeignete Proben (v. a. Blut, Lymphknoten, Milz, Lunge) amtlich abklären zu lassen.

Für den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest unter Wildschweinen in Deutschland hat das Friedrich-Löffler-Institut Empfehlungen für Maßnahmen vorgelegt: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/afrikanische-schweinepest/

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