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(LOZ). An jedem 5. Mai findet der Internationale Hebammentag statt, der auf die Bedeutung der Hebammen für die Gesellschaft hinweisen soll. Unter dem Hashtag #unersetzbar kämpfen Hebammen und ihre Unterstützer in den sozialen Medien um die Anerkennung ihrer Arbeit und Gehör für ihre Anliegen. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Kreis Herzogtum Lauenburg fordert deshalb anlässlich dieses Tages bessere Arbeitsbedingungen für Hebammen, die faire Entlohnung ihrer wertvollen Arbeit, einen verringerten Betreuungsschlüssel und mehr Investitionen in die Hebammenausbildung.

„Hebammen sind unersetzbar!“, erklärt die Kreisvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, Jennifer Fröhlich. „Deshalb fordern wir eine deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen der Hebammenarbeit. Hierzu gehören nicht nur ein Gehalt, das der Verantwortung gerecht wird, die Hebammen tagtäglich tragen, ausreichend Ruhezeiten und eine Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf im Schichtdienst, sondern auch ein verbindlicher Betreuungsschlüssel von mindestens einer Hebamme pro gebärender Person“, so Fröhlich. Dass eine 1:1-Betreuung im Kreißsaal die Zufriedenheit mit dem Geburtserlebnis und Gesundheit der gebärenden Person und ihres Kindes verbessert, ist wissenschaftlich bewiesen. Darüber hinaus entspricht eine direkte und damit intensivierte Betreuung dem Selbstverständnis von Hebammen, deren Arbeit nicht nur auf medizinischer, sondern auch auf persönlicher Ebene stattfindet. „Die Rahmenbedingungen müssen endlich stimmen, damit Hebammen ihrem eigenen Betreuungsanspruch gerecht werden können.

Eine Hebamme kann viel bewirken, aber dafür braucht sie Zeit und ein System, das sie dabei unterstützt, anstatt gegen sie zu arbeiten“, so Fröhlich weiter.

Zusätzlich fordern die Sozialdemokratinnen des Kreises Herzogtum Lauenburg, dass die Kompetenzen der Hebammen mehr Anerkennung erfahren und verstärkt in ihre Ausbildung investiert wird. „Hebammen und Entbindungspfleger sind die Experten in Sachen Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Sie bringen eine geballte Kompetenz mit, die für unsere Gesellschaft unverzichtbar ist. Darum benötigt es eine Förderung der Hebammenausbildung mit einer auskömmlichen Ausbildungsvergütung und mehr Studienplätzen, damit wir die Versorgung auch für die Zukunft sicherstellen“, stellt Fröhlich heraus.

„Es mangelt nicht nur im klinischen Bereich, sondern auch an gerechten Arbeitsbedingungen für freiberufliche Hebammen“, erklärt Jennifer Fröhlich weiter. Nach wie vor steigt der Selbstbehalt bei den Haftpflichtprämien trotz Sicherstellungszuschlag jedes Jahr an. Allein in 2021 um 1.364,70 Euro auf 10.462,20 Euro für freiberufliche Hebammen, die Geburtshilfe anbieten.

Die ASF fordert eine Lösung der Haftpflichtproblematik, zum Beispiel durch eine Haftungshöchstgrenze oder einen Haftungsfonds. Darüber hinaus muss eine Finanzierung der Betriebskosten in der ambulanten Hebammenhilfe gewährleistet sein. Jennifer Fröhlich erläutert dazu: „Wir wollen, dass die außerklinische Versorgung am Wohnort weiter gestärkt wird. Dazu gehört die Förderung von Projekten wie Geburtshäusern, hebammengeleiteter Kreißsäle und Hebammenzentren, aber auch klare gesetzliche Vorgaben für die ambulante Hebammenversorgung. Das alles benötigt aber eine umfängliche Finanzierung, die von Beginn an sichergestellt werden muss, damit Hebammen gut und auskömmlich arbeiten und leben können.“

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