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(LOZ). Der Wald insgesamt und auch die Kreisforsten im Herzogtum Lauenburg leiden unter der Klimakrise, deren Folgen vor allem nach den viel zu trockenen letzten Jahren deutlich zu sehen sind. Gesunde Wälder sind aber im Kampf gegen den Klimawandel von großer Bedeutung. Sie dienen als Kohlenstoffsenken, beeinflussen die Umgebungstemperatur, filtern die Luft und speichern Wasser im Boden. Naturnahe und artenreiche Waldökosysteme sind nachweislich widerstandsfähiger als intensiv bewirtschaftete Nutzwälder.

Darum unterstützt der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen eine naturnahe Waldbewirtschaftung mit minimierten Eingriffen und die Entwicklung hin zu natürlicheren Wäldern. Die Bewirtschaftung der Kreisforsten sollte sich vermehrt an ökologischen Kriterien orientieren. Ein größerer Anteil des Waldes als bisher sollte komplett aus der Nutzung genommen werden, um Naturwälder auszuweisen und sie zu Urwäldern von morgen zu machen.

Dr. Laura Schwabe, Sprecherin des Kreisverbandes Herzogtum Lauenburg von Bündnis 90/Die Grünen sagt dazu: „Wir haben uns in unserer Partei in den letzten Wochen gemeinsam mit der grünen Kreistagsfraktion intensiv mit den Kreisforsten beschäftigt und unsere Position hin zu einer ökologischeren Waldbewirtschaftung formuliert. Für uns ist dabei das Leitbild die Natur: Alle im Wald stattfindenden Maßnahmen sollen sich an den natürlich ablaufenden Prozessen orientieren, und forstliche Aktivitäten und deren störende Auswirkungen auf das ökologische Netzwerk müssen möglichst gering gehalten werden.“

Im Forstausschuss des Kreistags wird am 10. Mai der zukünftige Umgang mit den Wäldern im Kreis beraten. Im Zuge der Forsteinrichtung wird die Ausrichtung der Forstwirtschaft für die nächsten zehn Jahre vorgegeben. Hierzu hat die Kreisverwaltung eine Vorlage bereitgestellt, zu der Fraktionen, Umweltverbände und andere Interessensgruppen ihre Stellungnahmen vorlegen konnten.

„Wir erwarten, dass alle Fraktionen im Kreistag die Dringlichkeit eines Paradigmenwechsels im Umgang mit unseren Wäldern erkennen und mit der neuen Forsteinrichtung den Weg hin zu einer Waldbewirtschaftung unter ökologischen Bedingungen ebnen“, so Laura Schwabe weiter.

„Die Bewältigung der Klimakrise ist die zentrale Aufgabe unserer Generation, ihre Folgen zu minimieren muss oberste Priorität haben. Kurzfristige wirtschaftliche Interessen können nicht den Ausschlag für eine übermäßige Waldnutzung geben. Dies muss die Forsteinrichtung berücksichtigen, dazu braucht es ein Umdenken beim Umgang mit unseren Wäldern“, ergänzt Torsten Dreyer, Sprecher des Grünen Kreisverbandes.

Die konkreten Forderungen von Bündnis 90/Die Grünen für eine naturnahe Waldbewirtschaftung in den Kreisforsten:

1. Deutliche Reduzierung der Eingriffshäufigkeit und der Eingriffsintensität
2. Einschlagsmenge (Holzernte) anpassen und Zuwachs an Holz höchstens zu einem Drittel entnehmen.
3. Transparent dokumentierte Waldbewirtschaftung (Veröffentlichung und leichte Zugänglichkeit aller relevanten Informationen)
4. Hoher Überschirmungsgrad in der Hauptbaumschicht
5. Durch die Herausnahme aus der forstwirtschaftlichen Nutzung werden zusätzliche intakte Altwaldstandorte geschont und besondere Schutzkonzepte für bedrohte Waldgesellschaften werden erstellt (auf Grundlage der bestehenden Waldbiotopkartierung)
6. Einschlagstopp für besonders alte, dicke „Methusalem-Bäume“ der heimischen Baumarten
7. Schonender Umgang mit dem Boden als komplexem Ökosystem, um dessen biologische Funktionsfähigkeit sowie die CO2-Speicher- und Wasserrückhaltefunktion zu erhalten und ggf. zu verbessern und den natürlichen Wasserhaushalt wiederherzustellen
8. Intakte Waldränder als struktur- und artenreiche Biotope und Schutzelemente gegen Austrocknung
9. Naturverjüngung aus standortheimischen Baumarten

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