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Fitzen (wre). Während viele Dörfer Probleme haben genügend Kameraden für die Freiwillige Feuerwehr zu gewinnen um die Einsatzbereitschaft zu sichern, kann sich Fitzen vor „Rettern kaum retten“. 13 Eintritte gab es im vergangenem Jahr. Damit erhöht sich Mitgliederstärke von 23 auf 36 aktive Kameraden. „Schuld“ daran ist eine geänderte Ausbildung. „Wir führen einmalig die Ausbildung selber durch. Dadurch verlängert sich die Zeit für die Anwärter zwar auf ein Jahr, aber viele neue Kameraden konnten nur so gewonnen werden“, erklärt Wehrführer Frank Berling.

Für viele Berufstätige ist die komprimierte Ausbildung des Kreises nicht durchführbar, es fehlt dafür die Zeit. „10 von den 13 neuen Kameraden wären nicht dabei, wenn wir die Ausbildung nicht in dieser Form durchführen würden“, ergänzt Berlingt. Das soll allerdings eine einmalige Sache bleiben. Die Ausbildung ist zeit- und kostenaufwendig. Es müssten schon mindestens wieder sechs neue Anwärter zusammenkommen, damit über eine eigene Ausbildung nachgedacht wird. Ein Dank ging aber auch an die Kameraden in Büchen, die bei der Ausbildung hilfreich zur Seite standen.

Bürgermeister Martin Voß zeigt sich stolz über die große Zahl an neuen aktiven Mitgliedern. „Das ist für ein Dorf einmalig in Schleswig-Holstein“, freut sich Voß. „Der Kreis möchte, dass wir für die Feuerwehrzeitung von der Vereidigung ein Foto machen. Das finde ich aber etwas wenig, wir überlegen uns, wie wir das entsprechend würdigen können“, ergänzt der Bürgermeister.

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Wehrführer Frank Berling konnte erstmalig auch fördernde Mitglieder auf der Versammlung begrüßen. Foto: W. Reichenbächer

 

Auf der Jahreshauptversammlung konnte Wehrführer Frank Berling aber auch erstmalig fördernde Mitglieder begrüßen. „Durch eine Änderung des Brandschutzgesetzes des Landes ist dies möglich geworden, vorher durften sie nicht teilnehmen“, sagt Berling. 10 von 33 Fördermitgliedern fanden dann auch den Weg zur Versammlung um sich anzuhören, was es neues gibt und um anschließend noch in geselliger Runde mit den aktiven Mitglieder zusammen zu sitzen. „Wir freuen uns über jedes neue Fördermitglied“, sagt Berling. Für die Aufnahme werden einmalig 50 Euro fällig. Der jährliche Beitrag beträgt dann 25 Euro.

Im vergangenem Jahr leisteten die Kameraden aus Fitzen 760 Stunden. Es gab sechs Einsätze, vor allem wegen Wetterschäden musste die Feuerwehr ausrücken. Ein besonderer Einsatz war am 25. Juni. Dort gab es die Meldung, dass ein „fremdes Objekt“ auf einem Feld liege. Von weitem sah es wie eine Tellermine aus. „Wir holten dann unseren Kameraden Ulf Heitmann dazu, der auch dachte es sei eine Mine. Dieser verständige seine Kollegen von der zuständigen Polizei. Auch diese begutachteten das Objekt aus der Ferne und riefen dann den Kampfmittelräumdienst. Dieser kam noch in der Nacht aus Rendsburg, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Es stellte sich dann heraus, dass es tatsächlich eine Mine auf dem Feld war. Allerdings handelte es sich um eine Übungsmine der Bundeswehr, die dort wohl anscheinend nach einer Übung vergessen wurde.

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Bürgermeister Martin Voß (l.) und Wehrführer Frank Berling (r.) überreichten an Jens Möller und Helmut Wulff das Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold am Bande. Foto: W. Reichenbächer

 

Es gab auf der Versammlung auch wieder die üblichen Ehrungen. Karsten Kuppka wurde für 10 Jahre Mitgliedschaft geehrt, Otto Möller für 30 Jahre. Jens Möller und Helmut Wulff wurden für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Dafür bekamen sie von Bürgermeister Voß das Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold am Bande. Das durften sie aber nur bis Mitternacht tragen. Eingetreten waren sie vor 40 Jahren am 5. Februar. „Bis dahin dürfen sie das Abzeichen nicht tragen. Ich finde diese Vorschrift wegen dieser paar Tage allerdings wirklich unsinnig“, kritisiert Voß. Uwe Lehmann erhielt das Brandschutz-Ehrenzeichen in Silber am Bande für 25-jährige aktiven Dienstzeit. Heinrich Wulff und Wolfgang Plichta traten aus dem aktiven Dienst aus Altersgründen aus und wurden in die Ehrenabteilung überstellt.

Bei den Wahlen wurden Schriftführer Holger Henk und der erste Gruppenführer Ulf Heitmann im Amt bestätigt. Wolfgang Krahn stellte sich als Atemschutzgerätewart nicht wieder zur Wahl. Für ihn wurde Niklas Wulff gewählt. Als neuen Kassenprüfer wählten die Kameraden Arne Knust.

Bürgermeister Martin Voß machte zum Ende des offiziellen Teils noch einmal auf die Möglichkeiten einer Hepatitis-Impfung aufmerksam. „Beim Hochwasser 2003 wurden für die eingesetzten Kameraden ja die Kosten übernommen. Es wäre aber sinnvoll, wenn alle Kameraden diese Impfung hätten“, so Voß. Der Bürgermeister machte daher darauf aufmerksam, dass eigentlich alle Krankenkassen die Kosten dafür übernehmen würden. „Und wo das nicht der Fall ist wird die Gemeinde die Kosten übernehmen“, so Voß.

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Frank Berling (m.) und der stellvertretende Wehrführer Bernd Klockmann (r.) mit Niklas Wulff (Atemschutzgerätewart), Ulf Heitmann (1. Gruppenführer) und Holger Henk nach den Wahlen. Foto: W. Reichenbächer