„Hightech und Ruinen“ – Dynamit und moderne Forschung in Krümmel

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Geesthacht (LOZ). Am Sonntag, 14.Januar, veranstaltet der Förderkreis Industriemuseum Geesthacht von 11 bis 13.30 Uhr einen Historischen Spaziergang im Bereich des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (GKSS) zum Thema „Hightech und Ruinen“. Treffpunkt ist die Pforte des Helmholtz-Zentrums. Zugang von der B 5. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung unter der Telefonnummer 04152 / 887 78 40 nötig. Es wird nur zurückgerufen, wenn ein Spaziergang ausgebucht ist.

Auf dem Gelände der ehemaligen Dynamitfabrik Krümmel/Geesthacht, im Bereich des Helmholtz-Zentrums, wird Reinhard Parchmann die Besucher zu verschiedenen Gebäuderesten der letzten Fabrikanlagen, gegründet von Alfred Nobel, führen. Dieses Gelände, das unmittelbar an das Kernkraftwerk Krümmel grenzt, vermittelt einen Einblick in die Zeit, als hier, bis zum Kriegsende 1945, große Mengen verschiedener Sprengstoffe produziert wurden.

Aus Unterlagen der Archivsammlung von Karl Gruber konnte die Lage aller noch vorhandenen Gebäudereste rekonstruiert werden. Dabei wurden anhand von Originalplänen viele verborgene Überreste aufgefunden und dokumentiert.

Der Rundgang führt an verschiedenen Gebäuden vorbei, die mehrheitlich nach dem Krieg gesprengt wurden. Es sind jedoch noch vier Gebäude erhalten geblieben, wovon eines als sogenannter Schlingerstand zur Erprobung von Bauteilen des Frachtschiffes NS Otto Hahn unter Seefahrtsbedingungen Verwendung fand. Ein Teil dieses Gebäudes wird heute vom Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums genutzt.

Erhalten ist zudem der ehemalige Lokschuppen, ein Aufenthaltsraum und das Gebäude Nr. 735, das mit seiner Flachdachkonstruktion und dem Stahlbetonskelett ein typisches Bauwerk aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs ist.

Der Spaziergang wird von Mitarbeitern der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Helmholtz-Zentrums Geesthacht begleitet. Die Besucher erfahren, wie das Gelände heute für die  aktuellen Schwerpunkte Werkstoff- und Küstenforschung von des Helmholtz-Zentrums genutzt wird.

Da die meisten Gebäuderuinen nicht oder nur bedingt zugänglich sind, haben sich in dem Waldgebiet rund um das Helmholtz-Zentrum verschiedene Tierarten angesiedelt, z. B. Fledermäuse und Wildschweine. Zudem hat sich nach Jahrzehnten die Natur wieder "ihr" Terrain zurückerobert, so dass im Sommer alle Ruinen unter einer großen grünen Decke aus Laub, Büschen und Gräsern verschwinden. Aus diesem Grunde finden die Rundgänge nur im Winterhalbjahr statt.