Der Oscar geht an die Organisatoren des Stadtvergnügens

 

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Schwarzenbek (wre). Die Wirtschaftliche Vereinigung Schwarzenbek (WVS) hatte wieder zur Verleihung des jährlich vergebenen Wirtschaftspreises in das Schwarzenbeker Rathaus geladen. Und wie immer folgten viele Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik der Einladung. Denn neben der Verleihung wird auch immer ein interessantes Showprogramm geboten. Und mindestens genauso wichtig ist die Feier nach der Verleihung im Foyer. Bei Getränken und Snacks wird sich ausgetauscht und „genetztwerkt“.

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Foto: W. Reichenbächer

 

Der Preisträger in diesem Jahr mag auf den ersten Blick überraschen. Die Louisenhof gGmbH hat sich das Thema Inklusion groß auf die Fahne geschrieben. Es leben und arbeiten dort an verschiedenen Standorten Menschen mit Behinderungen. Damit ist der Louisenhof aber auch gleich ein großer Arbeitgeber. In Schwarzenbek wird zum Beispiel das 2015 fertiggestellte Gebäude mit einer öffentlichen Kantine in der Industriestraße 8a betrieben. Dort befinden sich auch weitere Arbeitsgruppen für zum Beispiel Garten- und Landschaftsbau, Hausmeisterei oder die Herstellung und Verkauf von Kaminholz.

2014 wurde das umgebaute ehemalige Amtsgericht direkt im Zentrum vom Louisenhof übernommen. Seit 2013 wird das Amtsrichterhaus betrieben. In Müssen wird ein eigener Hof, der Louisenhof, betrieben. Als mittelständiges Unternehmen schafft die Louisenhof gGmbH in Schwarzenbek und Müssen 75 Arbeitsplätze.

„Der Wirtschaftspreis wird verliehen, wenn man etwas Besonderes geleistet hat, und das hat der Louisenhof“, begründet der erste WVS-Vorsitzende Uwe Krützmann die Wahl. Seit 2012 ist der Louisenhof (ehemals Gut Lanken) Mitglied bei der WVS und ist dort auch aktiv. Als zum Beispiel die Schwarzenbeker Geschäfte beim Stadtfest kleine Minigolfanlagen in ihren Räumen aufgebaut hatten, standen Beschäftigte und Bewohner für den Betrieb dieser Anlagen bereit. Bei den Stadtfesten erweitern die Menschen mit Behinderung das Angebot, z.B. mit frisch zubereitete Cocktails, Glühwein oder Schönem aus den Kunst- und Kerzenwerkstätten. Für die WVS-Messe werden publikumswirksame Aktionen ersonnen. Ein Beispiel sind selbst angebaute Hokaido-Kürbisse, die einen dreirädrigen Kleinstwagen bis zum Dach füllen. Eine große Herausforderung für alle Besucher, die die richtige Zahl schätzen sollen. Und nicht zuletzt sind Bewohner aus dem Alten Amtsgericht eine große Hilfe, wenn bei Stadtfesten zusätzliche Manpower für den Aufbau gebraucht wird.

Der Oscar ging an die Stadtvergnügen-Organisatoren

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Foto: W. Reichenbächer

 

In diesem Jahr wurde auch wieder der WVS-Oscar verliehen. Die Verleihung übernahm Doris Lehmann. Geehrt wurden die sieben Mitglieder des Organisationsteams, das sich um das Stadtvergnügen in diesem Jahr kümmerten. „Das war ein sehr erfolgreiches Stadtfest mit rund 20.000 Besuchern“, so Ute Stimper, eine der Organisatoren. „Da, wo Menschen zusammenarbeiten, ist alles möglich. Wir sollten auch in Schwarzenbek mehr Handeln statt nur zu reden“, ergänzte Stimper. Sie nutze auch gleich die Gelegenheit in Richtung Politik die Wichtigkeit eines Wirtschaftsförderers noch einmal anzumahnen. „Es muss eine Professionalisierung des Stadtfestes erfolgen, das kann das Ehrenamt nicht leisten, darum möchte ich Ihnen noch einmal das Thema Wirtschaftsförderer ans Herz legen“, so Stimper in ihrer Rede.

Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig gab einen kurzen Überblick über aktuelle Zahlen über Schwarzenbek. Mit Stand vom 28. November hat die Europastadt 16.723 Einwohner, das entspricht einen Zuwachs von 284 Personen. Auch bei den Gewerbebetrieben gab es einen Zuwachs um 19 im Vergleich zum Vorjahr. An Gewerbesteuer für 2016 wird mit 8,1 Millionen und für 2017 mit 8,5 Millionen Euro gerechnet. „Auch hat der Leerstand in der Innenstadt deutlich abgenommen. Dazu hat merklich die Passage beigetragen. Der Neubau Markt 4 und 6 wird ebenfalls noch einmal zur Belebung beitragen“, so Borchers-Seelig.

Für Unterhaltung sorgten „Art of Light“, eine Schwarzlichtshow mit Tanz zu Musik und das Duo „Urban Beach“, das mit bekannten Pop-Rock Klassikern das Publikum nicht nur unterhielt, sondern auch zum Mitmachen animierte.

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