Regionales Ausbildungsangebot weiter auf hohem Niveau

 

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(LOZ). Die Mitglieder des regionalen Ausbildungsbündnisses trafen sich heute in der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe, um eine Bilanz des abgelaufenen Ausbildungsjahres in den beiden Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn zu ziehen. Das gemeinsame Fazit: es gibt weiterhin ein großes Angebot an betrieblichen Ausbildungsstellen; die Unternehmen engagieren sich damit weiter stark in der Ausbildung junger Menschen.

„Der Ausbildungsmarkt in unserer Region bleibt ein Bewerbermarkt. Die Bewerber haben wieder ein vielfältiges Ausbildungsangebot vorgefunden und überwiegend gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz“, fasst Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe die Bilanz zum abgelaufenen Ausbildungsjahr 2016 / 2017 zusammen.

In der Arbeitsagentur trafen sich heute die Mitglieder des regionalen Ausbildungsbündnisses, bestehend aus Vertretern der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck, der Kreishandwerkerschaft, der beruflichen Schulen sowie der Schulämter. Die Mitglieder des Ausbildungsbündnisses werben unvermindert dafür, sich über die Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort zu informieren. „Die Unternehmen in unserer Region stellen ein breites Ausbildungsangebot zur Verfügung, sie engagieren sich stark in der Ausbildung junger Menschen und bieten nach der Ausbildung sehr gute berufliche Perspektiven. Hierfür danken wir allen ausbildenden Betrieben“, so die Teilnehmer übereinstimmend.

Bei der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe wurden für den diesjährigen Ausbildungsbeginn im Kreis Stormarn 1.457 Ausbildungsstellen gemeldet (minus 18 zum Vorjahr) und im Kreis Herzogtum Lauenburg 997 (plus 71 zum Vorjahr). Davon waren 69 im Kreis Stormarn zum 30. September noch nicht besetzt, im Kreis Herzogtum Lauenburg waren zu diesem Zeitpunkt noch 74 Ausbildungsplätze vakant. „Erfreulich ist, dass die Betriebe aus beiden Kreisen mehr betriebliche Ausbildungsstellen zur Verfügung gestellt haben. In der Summe hat die Zahl der Ausbildungsangebote den zweithöchsten Stand der vergangenen 14 Jahre erreicht. Die betriebliche Ausbildung sichert den wachsenden Fachkräftebedarf und ist ein wichtiger Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg“, sagt die Chefin der Arbeitsagentur. 

Freie Ausbildungsplätze im Kreis Stormarn gab es zum 30. September (Ende des Berufsberatungsjahres 2016 / 2017) noch bei den Elektronikern in der Energie- und Gebäudetechnik, Fachverkäufern in Bäckereien, Bäckern, Kaufleuten im Einzelhandel, Fachleuten in der Systemgastronomie, kommunalen Verwaltungsfachangestellten, Köchen, Glasern, Pharmakanten sowie Fachkräften im Gastgewerbe. Im Kreis Herzogtum waren dies ebenfalls Fachverkäufer in Bäckereien, dazu kommen in dieser Region Ausbildungsangebote zum Bäcker, Kaufmann im Einzelhandel, Fachkraft in der Lagerlogistik, Dachdecker, Metallbauer, Koch, Mauerer und Berufskraftfahrer, für die sich bislang kein passender Auszubildender fand.

Dem gegenüber standen 1.362 ausbildungssuchende Jugendliche (plus 59 zum Vorjahr) im Kreis Stormarn und 1.278 (86 weniger als im Vorjahr) im Kreis Herzogtum Lauenburg, die sich bei der Berufsberatung gemeldet hatten. Ende September waren 62 von ihnen im Kreis Stormarn und 80 im Kreis Herzogtum Lauenburg weiterhin auf Ausbildungssuche.

„Für die Jugendlichen, die noch keine Ausbildungsstelle gefunden haben, gehen unsere Vermittlungsbemühungen oder die Suche nach passenden Alternativen selbstverständlich weiter. Leider mussten wir auch in diesem Jahr feststellen, dass es doch immer noch Jugendliche gibt, die sich erst sehr spät auf die Ausbildungssuche begeben und bei uns melden. Der Ausbildungsmarkt ist zwar grundsätzlich ein Bewerbermarkt, ausbildungssuchende Jugendliche sollten sich jedoch nicht in falscher Sicherheit wiegen. Die Berufswahl und Ausbildungssuche erfordert Zeit und gute Vorbereitung“, sagt die Chefin der Arbeitsagentur.

Daher rät Grote-Seifert, die Angebote der Berufsberatung und die Informationsmöglichkeiten auf den vielen regionalen Ausbildungsmessen frühzeitig zu nutzen. „Unsere Berufsberater sind bereits wieder an den Schulen und auf Messen aktiv. Das Ausbildungsjahr 2018 hat schon begonnen und zahlreiche Unternehmen haben sich mit ihren Ausbildungsangeboten bereits an uns gewandt. Ich empfehle allen Jugendlichen, die im kommenden Jahr eine duale Ausbildung oder ein duales Studium beginnen möchten, sich jetzt bei uns zu melden.“ Termine beim Berufsberater können unter der kostenfreien Servicenummer 0800 / 4 55 55 00 oder per mail an badoldesloe.151-u25@arbeitsagentur.de vereinbart werden.

Unverändert bleibt die Suche nach Auszubildenden eine Herausforderung für die Unternehmen aus den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg. „Viele Jugendliche haben den Fokus auf den Besuch weiterführender Schulen gerichtet, dabei kann man zum Beispiel auch mit dem erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung einen höheren Schulabschluss erreichen. Auch bietet die betriebliche Ausbildung jungen Leuten alle Karrierechancen“, erklärt die Agenturchefin. „Weitere Herausforderung ist die Sogwirkung des Hamburger Ausbildungsmarktes. Hier stehen unsere regionalen Ausbildungsbetriebe in Konkurrenz, obwohl auch sie interessante und vielfältige Ausbildungsangebote für Ausbildungssuchende haben. Deshalb empfehle ich, alle Potentiale am Ausbildungsmarkt einzubeziehen, damit Ausbildungsplätze nicht unbesetzt bleiben. Deren Zahl hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen.“

Die Unternehmen sollten aus ihrer Sicht bei der Bewerberauswahl flexibel sein und auch Bewerber berücksichtigen, die auf den ersten Blick nicht gleich geeignet erscheinen. „Wir stellen fest, dass hier bereits ein Umdenken stattgefunden hat und auch vermeintlich schwächere Bewerber zunehmend mehr Ausbildungschancen bekommen. Für ihre erfolgreiche Ausbildung haben wir Unterstützungsangebote: Einstiegsqualifizierungen (EQ), ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) oder die assistierte Ausbildung (AsA). Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass jeder junge Mensch ein Ausbildungsangebot erhält und möglichst kein Ausbildungsplatz unbesetzt bleibt“, so Grote-Seifert.