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50. Aktion Ferienpass

Lesezeit: 7 Minuten

Schwarzenbek (LOZ). Fünf Wochen vor Sommerferienbeginn stellten die örtlichen Jugendringe und der Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg (KJR) die 50. Aktion Ferienpass vor. Druckfrisch präsentierten sie die Ferienprogramme, die in den nächsten Tagen und Wochen zumeist an den Schulen ausgegeben werden.

„Die Aktion Ferienpass wird 50 Jahre alt. Das ist schon ein Meilenstein. Und es freut uns, dass der Ferienpass bei den Kindern und Jugendlichen im Kreis immer noch so eine hohe Akzeptanz genießt. Eine Marke eben schon: „starke Sache, große Vielfalt“, begann die stellvertretende Vorsitzende des KJR Andrea Hasenkamp ihre Begrüßung bei der Vorstellung der Ferienprogramme.

„Knapp 500 Angebote werden in den sechswöchigen Sommerferien den Kindern und Jugendlichen des Herzogtums im Ferienpass präsentiert. Auch in diesem Jahr ist in dem Ferienpass sowohl das örtliche Ferienprogramm, was durch die Jugendringe vor Ort koordiniert und organisiert wurde, als auch der kreisweite Teil, der Vergünstigungen beim Eintritt in verschiedenen Einrichtungen ermöglicht “, erläutert Andrea Hasenkamp weiter.

Über 15.000 Ferienpässe werden so kostenlos an die Kinder und Jugendlichen ausgegeben. „Sieben unterschiedliche Ferienprogramme, die auf den jeweiligen Ort zugeschnitten sind, unter dem Dach des Ferienpasses – dies ist einmalig“, so Arne Strickrodt, Geschäftsführer des KJR.

Es begann vor 50 Jahren mit einem kleinen Heft mit Gutscheinen für verschiedene Aktionen, wie Minigolf, Ponyreiten oder eine Fahrt auf dem Elbe-Lübeck-Kanal. Es wurde eine Schutzgebühr von 50 Pfennig erhoben, die dann ab 1980 2 DM betrug. Durch die Zusammenlegung des kreisweiten Ferienpasses mit den örtlichen Ferienprogrammen und dem Druck in einem kleinen praktischen DIN A6 Heft wurde diese Gebühr aufgehoben. „Wir möchten, dass möglichst alle Kinder und Jugendlichen an der Aktion Ferienpass teilnehmen können. Deshalb geben wir den Ferienpass seit 2009 kostenlos aus und verteilen ihn zumeist über die Schulen. Des Weiteren besteht bei allen Angeboten die Möglichkeit einer Kostenreduzierung, wenn die Familien sich dies nicht leisten können. Einfach bei der Anmeldung die örtlichen Jugendringe ansprechen, die helfen gerne weiter“, informiert Arne Strickrodt. Diese sogenannte Sonderförderung für finanziell schwächer aufgestellte Familien wurde 1987 eingeführt.

Während die Aktion Ferienpass mit ihren Gutscheinen und Vergünstigungen vor 50 Jahren startete, kamen nach und nach die Städte und Orte mit ihrem Ferienprogramm dazu. Heute werden diese örtlichen Ferienprogramme ehrenamtlich durch die Jugendringe in Ratzeburg, Mölln, Schwarzenbek, Geesthacht, Lauenburg und Wentorf sowie durch die Jugendpflege Büchen koordiniert und gestaltet.

Sie alle haben Aktionen in ihrem Ferienprogramm, die schon vor vielen Jahren ein Renner waren, aber auch immer wieder neue Attraktionen. So berichtet Irida Zingelmann, 1. Vorsitzende des Ortsjugendringes Mölln, dass Minigolf von Anfang an dabei ist. „Heute haben wir aber insbesondere viele kreative Angebote im Programm. Auch Tagesausflüge werden in 2019 wieder durchgeführt. Diese sind in letzter Zeit aber weniger geworden“, so Zingelmann. Mit ihrem „Graffiti-Workshop am 8. August hat der OJR Mölln ein besonderes Highlight in ihrem Programm.

Aufgrund der besonderen Lage an den Seen stehen in Ratzeburg die Schwimmkurse ganz hoch im Kurs. „Wir haben die Schwimmkurse der DLRG von Beginn an in unserem Ferienprogramm. Sie sind immer schnell ausgebucht und zeigen letztlich welch wertvollen Beitrag die DLRG durch ihre Kurse für die Entwicklung der Kinder leistet“, so Andreas Gniech, 1. Vorsitzender des OJR Ratzeburg. In diesem Jahr geht es für die Ratzeburger aber u.a. auch zum Geocaching und in den Escape Room. Wer an diesen Angeboten Interesse hat, wird sie jedoch nicht in der gedruckten Variante finden, sondern nur online auf www.ojr-rz.de.

Tanja Petersen, 1. Vorsitzende des Stadtjugendring Schwarzenbek erläutert, dass sie als Stadtjugendring zunächst rein koordinatorische Aufgaben im Rahmen der Aktion Ferienpass übernommen haben. Vereine und Verbände werben sowie Termine koordinieren, waren hier wesentliche Aufgaben. Seit 2007 bietet der SJR auch selbst Aktionen und Fahrten an. „Dennoch freuen wir uns immer über neue Organisationen, die Angebote veröffentlichen“, erklärt Tanja Petersen. „Stopp heißt Stopp“ ist zum Beispiel ein Kurs, der über sechs einstündige Termine Kinder ab 6 Jahren in Selbstbehauptung und – verteidigung fit machen.

Fast alle Angebote in den Ferienprogrammen werden durch Ehrenamtliche organisiert und durchgeführt. Dies war in Lauenburg auch schon der Fall als das Ferienprogramm noch „Rappelkiste“ hieß. Christine Dühr als 1. Vorsitzende des Ortsjugendringes Lauenburg ist stolz, dass sie auf viele Ehrenamtliche zurückgreifen kann, die neben den Evergreens „Besuch im Heidepark oder Hansapark“ auch Angebote vor Ort ausschreiben, wie z. B. die beliebten Kochaktionen. „Besonders freut mich, dass wir in diesem Jahr eine Woche Erlebnisferien auf Rügen anbieten können“, berichtet Christine Dühr. Kinder ab 10 Jahren können vom 15. bis zum 22. Juli das traumhafte und vielfältige Rügen erkunden.

Seit 26 Jahren ist Büchen mit einem eigenen Ferienprogramm dabei. Zunächst, wie in all anderen Orten auch, gab es nur ein paar kopierte und zusammengetackerte Zettel, die das Ferienprogramm bewarben. In Büchen übernimmt die Jugendpflege die Koordination des Ferienpasses, da es hier keinen örtlichen Jugendring gibt. „Durch das Ferienprogramm habe ich einen guten Kontakt zu den Vereinen und Einzelpersonen, die die Angebote durchführen. Das ist für mich als Jugendpflege durchaus ein Vorteil“, so Svenja Kaszubowski. Auch sie schätzt, dass gut zwei Drittel der Angebote immer wiederkehrend sind und rund ein Drittel jedes Jahr als neue Attraktionen dazukommen. „Was macht eigentlich ein Bademeister?“ heißt es zum Beispiel am 9. Juli vormittags. Nachmittags kann man sich dann gleich auf die „Spurensuche Grenze“ begeben – 30 Jahre nach dem Mauerfall. Es geht aber auch in den Hansapark oder zum Segelfliegen und bei „Deine eigene Website“ am 25. Juli kann mit Sascha seine Lust an Informatik und Design austoben.

Fredi Heidemann, langjähriger 1. Vorsitzender des Ortsjugendringes Wentorf, weiß zu berichten, dass auch immer wieder die ehrenamtlichen Betreuer und Betreuerinnen ihren Spaß haben und so manches persönliches Highlight. „Vor Jahren boten wir eine Besichtigung des Hamburger Flughafens an. Durch einen Zufall hatten wir plötzlich die Möglichkeit mit der 1936 gefertigten „Tante Ju“, einem Flugzeug aus der alten Lufthansa-Flotte, einen Rundflug zu machen. Das war einfach nur toll“, so Heidemann. Heute geht es nicht mehr in die Luft, aber insbesondere die Sportangebote sind vielfältig und abwechslungsreich im „Plumpsack“, dem Wentorfer Ferienprogramm seit 40 Jahren. Beim Jugendrotkreuz Wentorf kann man am 6. August etwas über Erste Hilfe lernen und „Wunden schminken und verbinden…“

Auch der Stadtjugendring Geesthacht hat wieder eine große Vielfalt an Aktivitäten für Kinder und Jugendliche – vom Bau eines Gabelstaplers über Backen bis hin zum Opti-Segeln oder dem Besuch der Kreisfeuerwehrzentrale in Elmenhorst ist vieles dabei. „Das Angebot ist vielfältig und bunt wie in den Vorjahren. Das was in 2019 neu ist, ist unsere Ausschreibung und unser Anmeldeverfahren“, so Anja Obermöller aus Geesthacht. Erstmalig werden sämtliche Angebote nicht abgedruckt, sondern nur online unter www.unser-ferienprogramm.de/geesthacht veröffentlicht. Auch die Anmeldung erfolgt nur online und zwar bis zum 5. Juni. Anschließend wird das genutzte Softwareprogramm eine gerechte Verteilung der Plätze vornehmen. Wer keinen eigenen Internetzugang hat, kann dies im Jugendzentrum „Alter Bahnhof“ zu den bekannten Öffnungszeiten machen.

Wenn man sich alle Angebote anschaut, wird man feststellen, dass für jeden und jede etwas dabei sollte. Vom Tagesauflug bis zur mehrtägigen fahrt, vom Schnupperangebot bis zum Schwimmkurs, vom Kreativangebot bis zum Bildungsangebot – die Aktion Ferienpass ist eine starke Sache mit großer Vielfalt – auch im 50. Jahr.

„Ich bin jedes Jahr wieder stolz, was die vielen Ehrenamtlichen in den Jugendringen und Vereinen auf die Beine stellen. Der Dank gilt insbesondere ihnen“, so Andrea Hasenkamp.

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