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10.000 Besucher erlebten einen tollen Tag der Jugendarbeit in Kooperation mit dem Kinderfest der Stadt Mölln

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Mölln (LOZ). 10.000 Besucher und Besucherinnen eroberten beim HerzogTumult des Kreisjugendringes Herzogtum Lauenburg (KJR) und dem Kinderfest der Stadt Mölln den Kurpark. Sechs Stundenboten Jugendverbände und Vereine bei bestem Wetter ein kurzweiliges Programm.

„Wir sind begeistert, dass wir heute so vielen Kinder, Jugendlichen und Familien zeigen konnten, was Jugendarbeit ausmacht“, sagte ein sichtlich stolzer Jens Pechel, 1. Vorsitzender des KJR. „Kinder- und Jugendverbandsarbeit ist bunt, vielfältig, an den Interessen der jungen Menschen orientiert, freiwillig und demokratisch organisiert. Junge Menschen können Erfahrungen sammeln, sich ausprobieren, ihre Freizeit gestalten und sich engagieren. Sie erleben spielend Bildung erweitern ihre Kompetenzen und Fähigkeiten“, so Pechel weiter.

Egal ob die Jugendfeuerwehren, die DLRG-Jugend, das Jugendrotkreuz, die THW-Jugend, die Siedlerjugend, die Kreissportjugend und die Sportvereine, das Jugendpfarramt, die Tierschutzjugend, die Pfadfinder aus Krummesse, die Jugendringe aus Mölln und Ratzeburg, die Jugendzentren aus Mölln und Ratzeburg, der Kinderschutzbund, der NABU Büchen, das Familienzentrum, „Kommune goes international“ aus Lauenburg, die Erziehungsberatungsstelle, das Lebenshilfewerk, der offene Kanal Lübeck oder der Kreisjugendring – alle zeigten, was sie Kindern und Jugendlichen regelmäßig bieten.

Lachende Kindergesichter, engagierte Jugendliche und interessierte Eltern waren den gesamten Tag über im Kurpark zu sehen. Dass Jugendarbeit mehr ist als viel Spaß und Freude, konnte man überall erleben. „Die Vereine bieten den Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung, denn hier erweitern sie ihre Kompetenzen, sammeln neue Erfahrungen und können mitbestimmen, was passiert“, so Ute Ostendorf, Projektleiterin des KJR.

Neben dem Informieren stand aber auch das Ausprobieren und Erleben im Vordergrund. Bei den Pfadfindern wurde am Lagerfeuer in der Jurte Popcorn und Pfannkuchen gebrutzelt, während ein paar Meter weiter die Frisbees der Kreissportjugend flogen oder in den Bubble-Balls des Jugendpfarramtes über den Rasen gerollt wurde. Ein wirklicher Hingucker war auch die Riesenrutsche der THW-Jugend, an der auch in der Schlange Geduld geübt werden musste. Während es an der Kletterwand der Möllner Sportvereinigung hoch hinausging, ging es heiß her bei der Kreisjugendfeuerwehr.

Mit ihrer Kistenrutsche begeisterte die DLRG–Jugend diesmal auf dem Lande, sein Wissen teste man beim Baderegel-Memory. Das Jugendrotkreuz war mit verletzten Teddys angerückt, die dann durch Jung und Alt verbunden, gepflastert und getröstet wurden. Erholung gab es bei den fabelhaften Geschichten von Inge Pusback. Die Mal-, Speckstein- und Tonstraße des Deutschen Kinderschutzbundes förderte bei vielen Kindern die Kreativität zu Tage und nebenbei wurde über die Kinderrechte informiert. Beim Parcours der Einschränkungen des Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow gab es so manchen Aha-Effekt.

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Foto: hfr

„Es ist eine tolle Stimmung. Das Wetter hält sich und wir haben mit den rund 10.000 Besuchern einen tollen Zulauf“, freuten sich auch Jochen Buchholz und Johannes Richter vom Tourismus- und Stadtmarketing der Stadt Mölln.

„Jugendverbände und Jugendringe sind Werkstätten der Demokratie. Kinder und Jugendliche können sich einbringen, übernehmen Verantwortung für sich und andere und erfahren wie wertvoll gelebte Demokratie ist. Deshalb nutzen wir diesen Tag heute auch um auf die Europawahl hinzuweisen“, so Arne Strickrodt, Geschäftsführer des KJR.

„Europa ist für mich…“ – mit diesen Worten lud die transparente Tafel des KJR ein, sich mit Worten oder Bildern Gedanken zu machen und diese mit bunten Farben darzustellen. Wer mochte, konnte sich dann mit der Tafel fotografieren lassen. Entstanden ist eine über den Aktionstag wachsende Ausstellung, die direkt am Zelt gezeigt wurde und immer mehr Besucherinnen und Besucher anzog. Dabei fiel es gar nicht auf, dass Familien und Jugendliche aus den verschiedensten Herkunftsländern das Fest besuchten; es war stets ein fröhliches Mit- und Füreinander.

Es gab nicht nur Aktionen zum Ausprobieren und Mitmachen, man konnte auch einfach der Musik lauschen. Auf der Bühne präsentierten Jugendbands und Tanzgruppen einen Ausschnitt aus ihrem Repertoire. So begeisterte Samba-Zamba des Marion-Dönhoff-Gymnasiums mit flotten Rhythmen auf den Trommeln, die Bollywood-Gruppe Mölln tanzte in bunten Kostümen und die Alevitische Gemeinde aus Geesthacht performte Lieder aus verschiedenen Nationen und Kulturen. Die Tanzgruppen des Breitenfelder SV begeisterten die Zuschauer ebenso wie die Cheerleader der MSV. Die jungen Musikbands 4Way und DD3 überzeugten mit Covers als auch eigenen Songs, während die Singer-/Songwriterin Vera Langeloh mit Songs aus ihrem Leben das Publikum berührte.

Andrea Hasenkamp, stellvertretende Vorsitzende des KJR, freute sich die Jugendfeuerwehr Breitenfelde im Rahmen von HerzogTumult ehren zu können. Bei der Aktion „Jugend sammelt für Jugend“ hatte die Breitenfelder in 2018 am meisten Spenden je Einwohner gesammelt. „Insgesamt trugen sie mit ihren über 5.000 Euro einen großen Anteil an dem Gesamtergebnis von über 67.000 Euro im gesamten Kreis in 2018 bei“, so Andrea Hasenkamp. Aktuell läuft die Jugendsammlung 2019 noch bis zum 16. Juni, bei der Kinder und Jugendliche von Haustür zu Haustür gehen und Spenden für die Kinder- und Jugendarbeit sammeln. Erneut sind aktuell wieder fast 40 Jugendgruppen im Kreis bei der Aktion „Jugend sammelt für Jugend“ beteiligt.

„HerzogTumult war erneut eine gelungene Veranstaltung mit einem unglaublich vielfältigen Angebot, was Kinder, Jugendliche, Familien und Ältere gleichermaßen ansprach. Unser Dank gilt den vielen Vereinen und Organisationen sowie unserem tollen Kooperationspartner, der Kurverwaltung Mölln und seinem Kinderfest“, resümierte Eugenia Roo, 2. Vorsitzende des KJR, die ebenfalls das ehrenamtliche Engagement in den Vordergrund rückte.

Der anwesenden Politik gegenüber verdeutlichte Jens Pechel, dass ehrenamtliche Kinder- und Jugendarbeit aber auch funktionierende Rahmenbedingungen braucht, um zukünftig wirken zu können. „Ehrenamt braucht Hauptamt, reale Anerkennung und Wertschätzung sowie Freiräume, um das Ehrenamt auch auszuüben. Vereine und Verbände brauchen finanzielle Förderung auf allen politischen Ebenen und insbesondere auf Kreis- und Stadtebene. Sie brauchen Räume, Gruppenräume vor Ort, Sporthallen ohne Hallennutzungsgebühren, Schwimmhallen und kostengünstige Freizeitstätten sind hier die Schlagworte“, so Pechel.

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