„Bauernprotest unterwandert Ausstellung unterstützt durch die Kreissparkasse“

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(LOZ). Die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion fühlen sich aufgerufen, zu dem Eklat in der vergangenen Woche zwischen Kunst, Bauern und Kreissparkasse deutliche Worte zu finden.

Wie in jedem Jahr gibt es eine interessante und hochwertige Reihe von Kultur-, Natur- und Kunstveranstaltungen durch das Forum Natur&Umwelt Kreis Herzogtum Lauenburg. Bezeichnend im Jahr von „Fridays for Future“ lautet das Motto der Veranstaltungen in diesem Jahr „On Fire“, treffender hätte es nicht sein können. Die Eröffnungsrede von Björn Engholm hatte medial großen Anklang gefunden.

Plötzlich fordert der Kreisbauernverband, dass die Installation „Mannigfaltigkeit“ aus der Ausstellung sofort entfernt werden solle, weil sie einen Angriff auf die Bauernschaft darstelle und fordert die Kreissparkasse auf, ihre Förderung diesbezüglich einzustellen. Die KSK kommt dieser Forderung nach und übt auf den LKV starken Druck aus. Die KSK mahnt, dass die Zuschüsse eingekaufte „Werbeleistungen“ seien, die zu den „Leitlinien“ passen müssten. Dazu ist auf der KSK-Seite jedoch nur zu finden Zitat “… Und unterstützen Künstler, Sportler, Unternehmer … und all diejenigen, die sich für andere einsetzen.“ „Das ist unserer Meinung nach doppelzüngig“, so die SPD Fraktion.

„Im Grundgesetz sind Meinungsfreiheit und Freiheit der Kultur klar geregelt. Ich erwarte von der Kreissparkasse, dass sie mit allen betroffenen kulturschaffenden Institutionen umgehend spricht, um hoffentlich wieder Augenhöhe herzustellen. Im Moment herrscht pures Entsetzen und Distanz,“ kommentiert Gitta Neemann- Güntner die Situation.

Angela Hoff ergänzt: „Kunst lebt von kontroverser Diskussion, das ist gut und muss auch so sein. Aber dass Interessenverbände ihren vermeintlichen Einfluss auf Sponsoren nehmen, geht gar nicht. Der eigentliche Skandal ist meiner Ansicht nach allerdings, dass Verhalten der Verantwortlichen der KSK.“

David Welsch dazu: „Ein Gutes hat diese unglückliche Geschichte, im Kreis wird endlich mal über Kunst diskutiert.“

Und Jens Meyer abschließend: „Es geht hier um die öffentliche Wahrnehmung der KSK als öffentlich-rechtliches Kreditinstitut. Die Freiheit der Kunst darf nicht durch Zuschussgeber eingeschränkt werden. Das muss im Verwaltungsrat angesprochen werden.“

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