Ausstellung im GeesthachtMuseum! vom 3. Mai bis 18. Juli

Lesezeit: 7 Minuten

Geesthacht (LOZ). „Ich will, dass Corona verschwindet“ ist ein Ausstellungsprojekt, das sich der derzeitigen Pandemie widmet. Der Titel ist das Zitat einer Sechstklässlerin des Otto-Hahn-Gymnasiums, mit dem sie ihre Zeichnung kommentiert, die im Kunstunterricht unter Pandemiebedingungen entstand.

Beteiligt an dem Ausstellungsprojekt, das der Fachdienst Bildung der Geesthachter Stadtverwaltung, das GeesthachtMuseum! und das Stadtarchiv Geesthacht gemeinsam umsetzen, sind Geesthachter Schulklassen, die Geesthachter Künstlerin Christiane Leptien, der in Geesthacht geborene Grafiker Jörn-Peter Boll alias Captain Futura, das Museum für Hamburgische Geschichte, die Stiftung Historische Museen Hamburg, die Tischler Nico Feldmann und Raul Roßmann sowie der Heimatbund und Geschichtsverein Geesthacht e. V.

Die Werke der Schüler entstanden sowohl während der ersten Schulschließungen im Frühjahr 2020 als auch im Frühjahr 2021. Zentrale Themen ihrer Arbeiten: Distanzregeln und Masken. Die Menge der Verweise auf die Corona-Regeln in den Werken der Schüler zeigt eindringlich, welche Spuren die Pandemie im Alltag der jungen Geesthachter hinterlässt. Für Christiane Leptien ist die Coronapandemie eine Zeit des intensiven Malens: Sie setzt sich in den zwei gezeigten Bildern mit den Themen  Erkenntnis und Hoffnung auseinander. Zwei Grafiken von Captain Futura kommentieren die Informationsverarbeitung während der Pandemie bzw. thematisieren einen aktiven Ausweg aus ihr. Unter Eindruck der Pandemie haben zudem zwei Tischler einen nicht mehr ganz so traditionellen Finkenwerder Stuhl geschaffen.

„Auch wenn für viele von uns Corona die erste Pandemie ist, die wir durchleben, so ist der Umgang mit übertragbaren Krankheiten für die Stadt Geesthacht keineswegs neu: Dokumente zeigen, dass schon in den Jahren nach Ende des 2. Weltkriegs Isolierstationen eingerichtet und Impflisten erstellt worden sind. Auch wenn die Archivalien nicht mehr unseren heutigen Sehgewohnheiten entsprechen, erscheinen die Inhalte im Jahr 2021 erstaunlich aktuell und nahezu alltäglich“, sagt Geesthachts Archivar Christoph Raneberg, der die Archivalien für die Ausstellung herausgesucht hat.

Die Pandemie hat seit 2020 für zahlreiche Diskussionen und Konflikte in der Gesellschaft gesorgt. So kann vom 10. Mai. bis 18. Juli auf der Homepage des GeesthachtMuseums! (auf www.geesthacht.de unter dem Punkt „Bildung und Kultur“ das GeesthachtMuseum! anwählen) ein Konfliktmonitor besucht werden: Hier gibt es die Möglichkeit, zu 12 Streitthemen vor Hintergrund der Pandemie Meinungen zu hinterlassen. Die online entstehende Diskussion wird dort ebenfalls einzusehen sein – und die Antworten fließen in eine Ausstellung des Museums der Arbeit im Herbst 2021 ein.

In der Tourist-Information Geesthacht werden während der Ausstellungszeit für 2,50 Euro pro Stück Postkarten von Christiane Leptien verkauft. 2 Euro pro verkaufter Karte fließen dabei als Spende an dieKinder- und Jugendarbeit des Freundeskreises des Hospiz Dona Tempi Geesthacht.

Aufgrund der derzeitigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird auf eine Eröffnung verzichtet. Der Besuch des GeesthachtMuseums! ist kostenfrei.

Informationen zu den Öffnungszeiten und möglichen Hygiene-Auflagen gibt es unter https://www.geesthacht.de/Bildung-br-Kultur/Geesthacht-Museum-/ sowie bei der Tourist-Information Geesthacht unter 04152 – 836258 und touristinfo@geesthacht.de

Weitere Informationen zu den Beteiligten:

Alfred-Nobel-Schule Geesthacht
Die Alfred-Nobel Schule ist eine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe und offenem Ganztag. Unter Leitung der Kunstlehrerin Simona Weise haben Schüler der 5. Klasse während Phasen des Homeschoolings 2021 zu Corona gearbeitet: Das Thema lautete "Corona-Zeit"  und war, ebenso wie die Materialien, offen gehalten, aber die Kinder sollten ihre Gefühle verdeutlichen. Die Werke sind ein Abbild der aktuellen Situation: Sie entstanden in dem Zeitraum der ersten Impfungen, so dass in einzelnen Bilder auch hierauf Verweise zu finden sind. Weiterhin haben unter Anleitung von Susanne Ludwig Schüler der 11. Klasse zur Ausstellung beigetragen.

https://www.ans-geesthacht.de/

Jörn-Peter Boll (Captain Futura)
Captain Futura ist für seine pointierten Grafiken bekannt, in denen er herrschende Missstände sichtbar macht und zum Umdenken anregt. Etliche seiner Grafiken gingen viral. Der Captain findet die Welt schön und will sie doch ändern. Er hat berechtigte Wut, aber auch echte Hoffnung. Jörn-Peter Boll ist der kluge Kopf hinter Captain Futura. Er hat Umweltwissenschaften studiert und machte sich dann als Grafiker, Texter und Musiker selbstständig. Der gebürtige Geesthachter lebt in Hamburg.

https://www.captain-futura.de

Grundschule Silberberg
Unter Leitung der Lehrerin Johanna Garbers arbeitet eine erste Klasse der Grundschule Silberberg aus Geesthacht plastisch zu dem Thema „Das Virus sichtbar machen“. Mit Projektbeginn im April 2021 musste die Schule wieder in den Distanzunterricht gehen und die Arbeiten erlebten einen ungeplanten Stopp. Im Verlauf der Ausstellungszeit werden nun nach und nach die „Viruskugeln“ der Erstklässler die Ausstellung bereichern.

Heimatbund und Geschichtsverein Geesthacht e. V.
Der Heimatbund und Geschichtsverein Geesthacht e. V. beschäftigt sich mit der Ortsgeschichte, die auch die umliegenden Regionen einbezieht. Die Bezirksgruppe Geesthacht verfügt über ein eigenes Archiv, in ihm befinden sich neben Dokumenten, Bildern, Zeitungen auch ca. 800 historische Ansichtskarten von Geesthacht und der Umgebung. Für die Ausstellung hat der Verein Objekte aus seiner Sammlung ausgewählt.

https://www.hghl.org

Christiane Leptien
Christiane Leptien hat über 20 Jahre als gelernte Werbegestalterin gearbeitet und ist dabei ihrer Leidenschaft, dem Malen, nachgegangen. Im Jahr 2003 hat sie ihr Atelier „farbenfroh“ in Geesthacht gegründet, in den folgenden Jahren absolvierte sie zudem kunst- und gestalttherapeutische Ausbildungen. Seit 2017 ist sie Mitglied im Lauenburgischen Kunstverein und hat 2019 gemeinsam mit sechs weiteren Künstlern die Gruppe „seven art“ ins Leben gerufen.

http://leptien.sh/atelier-farbenfroh

Museum für Hamburgische Geschichte

Am Museum für Hamburgische Geschichte ist 2020 ein Sammlungsprojekt gestartet, das die Veränderungen in der Hansestadt durch die Coronakrise dokumentiert und sammelt: Unter dem Begriff #CoronaCollectionHH werden Fotos und Objekte zur Pandemie zusammengetragen. Das Projekt geht den Fragen nach, welche Bereiche des Alltags die Pandemie derzeit beeinflusst sowie nachhaltig ändern wird. Projektleiter Dr. Sönke Knopp hat für die Ausstellung im GeesthachtMuseum! eine Reihe von Fotos ausgewählt, die in Hamburg während der Pandemie entstanden.

https://shmh.de/de/museum-fuer-hamburgische-geschichte

Nico Feldmann / Raul Roßmann
Die beiden Tischler haben in einem alten Apfellager im Hamburger Stadtteil Finkenwerder eine Werkstatt als Hobby übernommen: Hier werden Finkenwerder Hochzeitsstühle nach alten und neuen Vorlagen in über 50 Arbeitsschritten gefertigt. Bereits im 17. Jahrhundert wurden solche Stühle für Hochzeiten hergestellt. Traditionell wurden Namen und Geburtsdaten in die Lehne eingearbeitet. Heute baut man die Stühle zu einer Vielzahl von Ereignissen. So können sie auch auf historische Geschehen – wie die Covid-19-Pandemie – verweisen.

Otto-Hahn Gymnasium Geesthacht
Das Otto-Hahn-Gymnasium ist eine Europaschule in Geesthacht. Während der ersten Schulschließung im März 2020 stellte Kunstlehrerin Meike Chodzinski 5. und 6. Klassen die Aufgabe, Briefmarken zu gestalten. Briefmarken verweisen oftmals auf historische Ereignisse – und bereits zu dem Zeitpunkt ging Meike Chodzinski davon aus, dass die Pandemie als solches zu sehen ist. Auffallend an den Werken ist, dass die Schüler neben den Abstandsregeln vor allem das Virus und seinen weltweiten Effekt thematisieren: Immer wieder prallen in den Werken Abbildungen der Welt als Globus auf das Virus.

https://www.ohg-geesthacht.de/

Stadtarchiv Geesthacht
Das Geesthachter Stadtarchiv wurde in den 1980er Jahren eingerichtet. Seitdem verwahrt es Schriftgut, aber auch andere Informationsträger wie Karteien, Karten, Pläne, Bild-, Film-, Ton- und maschinenlesbare Datenträger vom späten 19. bis zur Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts. Aufgrund der langen Verwaltung Geesthachts durch Hamburg und Lübeck befinden sich auch dort Unterlagen zur Stadtgeschichte Geesthachts. Das Geesthachter Stadtarchiv beinhaltet seinerseits Dokumente der ehemals eigenständigen Gemeinden Besenhorst/Düneberg und Grünhof-Tesperhude, wie Protokollbücher der 1880er bis 1920er Jahre. Die Archivalien sind nach Landesarchivgesetzes in Schleswig-Holstein der Allgemeinheit zugänglich und nach Terminvereinbarung einsehbar.

https://www.geesthacht.de/Bildung-br-Kultur/Stadtarchiv-Geesthacht/

Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH)
Dr. Anna Symanczyk ist für die Online Kommunikation der SHMH zuständig. In Zeiten der Pandemie kuratiert sie einen Social Media Feed, der Kommentare auf Twitter und Instagram zur Pandemie sammelt. Ein weiteres Projekt der SHMH ist der Konfliktmonitor: Hier werden Fragen zu Corona gestellt, die Antworten werden dann direkt in online einsehbare Grafiken umgewandelt. Dieses Projekt ist Teil einer ab Herbst 2021 gezeigten Ausstellung des Museums der Arbeit Hamburg. Auf der Webseite des Geestachtmuseums kann der Konfliktmonitor vom 10.5. – 18.7.2021 besucht und genutzt werden. In der Ausstellung „Corona soll verschwinden“ wird der von Dr. Anna Symancyk kuratierte Social Media Feed projiziert.

https://shmh.de/

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