Feierliche Zertifikats-Übergabe in der Kita des AWO-Familienzentrums Lauenburg mit Bürgermeister Andreas Thiede und AWO-Landesgeschäftsführer Michael Selck

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Lauenburg (LOZ). Gibt es Pommes oder Salat zum Mittagessen? Sollen die Eltern beim Ausflug dabei sein? Und welches Spielzeug wollen wir haben? Bei solchen Fragen entscheiden die Kinder der Kindertagesstätte im AWO-Familienzentrum in Lauenburg mit. Im Rahmen des bundesweit einmaligen Partizipationsprojekts der AWO Schleswig-Holstein wurde die Kita als Demokratie-Kita zertifiziert.

Insgesamt ist es bereits die neunte AWO-Kindertagesstätte in Schleswig-Holstein, die ein solches Zertifikat vom Institut für Partizipation und Bildung erhält – in Lauenburg ist es die erste. Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede und AWO-Landesgeschäftsführer Michael Selck eröffneten heute gemeinsam mit der Leiterin der Einrichtung Ute Schulz die feierliche Zertifikatsübergabe in den Räumlichkeiten am Graf-Bernhard-Ring.

„Ich freue mich sehr, dass die AWO die Idee der Partizipation aufgreift und auch hier in einer Kita in Lauenburg dafür sorgt, demokratische Verhältnisse schon bei den ganz Kleinen aufleben zu lassen“, betonte Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede. Die Kita im Familienzentrum Lauenburg wurde im Februar 2012 eröffnet und beschäftigt heute 24 Mitarbeiter und vier Ehrenamtliche für acht Gruppen. Insgesamt werden 138 Kinder betreut – davon 30 Kinder im Krippenalter.

„Das Beste, was uns als Gesellschaft passieren kann“

„Partizipation und Teilhabegerechtigkeit sind Markenzeichen der AWO - es war somit ein konsequenter und in sich logischer Schritt, dass wir bundesweit der erste Träger sind, der alle seine Kitas zertifizieren lässt. Damit leistet die AWO ihren Beitrag, Demokratie, Teilhabe und Chancengleichheit bereits den Jüngsten weiterzugeben und zu vermitteln. Schließlich wollen wir starke und mündige Kinder. Das ist das Beste, was uns als Gesellschaft passieren kann“, sagt AWO Landesgeschäftsführer Michael Selck.

Neues Klettergerüst: Bürgermeister und AWO-Kreisverband übernehmen restliche Kosten

Ein großer Wunsch der Kinder in der Kita in Lauenburg ist die Anschaffung eines Klettergerüsts samt Rutsche. Hierfür haben sie bereits seit 2016 gemeinsam gebastelt, gebacken und Geld gesammelt und so schon die Hälfte des Geldes zusammen gespart. „Die Kinder merken, dass sie durch das Kinderparlament etwas bestimmen und bewirken können. Demokratie heißt eben auch, Verantwortung zu übernehmen und zu tragen“, sagt Einrichtungsleiterin Ute Schulz. Die gute Nachricht kam nach der Veranstaltung: Sowohl die Stadt als auch der AWO-Kreisverband übernehmen die noch offenstehenden Kosten für das insgesamt 15 000 Euro teure Klettergerüst.

Auf dem Weg einer Verankerung von Demokratie im pädagogischen Alltag lernen Mitarbeiter der Demokratie-Kitas, wie man Kinder beispielsweise bei der Raumgestaltung oder bei der Planung eines Sommerfestes beteiligen kann. Um diese Rechte von Kindern auch nachhaltig zu sichern, erarbeiten die Teams eine Kita-Verfassung, in der sie Kinderrechte und Gremien, die es in dieser Kita geben soll, konkret verabreden.

Bei der Überreichung des Zertifikats unterstreicht Klaus Meeder vom schleswig-holsteinischen Sozialministerium: „Schleswig-Holstein gilt in Sachen Beteiligung bundesweit als Vorreiter. Die Demokratie-Kitas der AWO Schleswig-Holstein übernehmen dabei eine wichtige Rolle.“

Weitere Demokratie-Kitas folgen

Die AWO Schleswig-Holstein hat mit ihrem Modellprojekt „AWO Kitas auf dem Weg zur Partizipationskita“ in den vergangenen Jahren ein Qualitäts-entwicklungsverfahren initiiert, wie Kitas eines Trägers zur Demokratie-Kita zertifiziert werden können. Partizipation ist ein Kinderrecht nach der UN-Kinderrechtskonvention und seit 2012 in Deutschland eine Voraussetzung für die Betriebserlaubnis einer Kindertageseinrichtung.

Bis 2020 werden alle Kindertagesstätten der AWO Schleswig-Holstein als Demokratie-Kita nach dem Konzept „Die Kinderstube der Demokratie“ des Instituts für Partizipation und Bildung in Kiel (IPB) anerkannt sein. Das Projekt wird unterstützt vom Land, der Aktion Mensch sowie der Robert-Bosch-Stiftung und in Kooperation mit der Caritas und dem Deutschen Kinderschutzbund durchgeführt.

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