Lauenburg und Boizenburg sollen bis 2020 folgen

 

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Lütau (LOZ/wre). Im ländlichen Raum ist es mit dem schnellen Internet so eine Sache. Für Internetnutzer und Unternehmen unerlässlich und für Wirtschaftsstandorte ein wichtiger Entscheidungsfaktor, ist schnelles Internet für viele leider nur ein Traum.

Diesen Traum möchte die VersorgungsBetriebe Elbe Media GmbH in ihrem Versorgungsgebiet realisieren. Am 9. Mai hat die VersorgungsBetriebe Elbe GmbH die 100%-Tochtergesellschaft gegründet. Die Aufgabe dieser neuen Gesellschaft ist es, den Ausbau des Breitband- bzw. Glasfasernetzes und der damit verbundenen Multimediadienste Internet, Telefon und Fernsehen im Versorgungsgebiet voran zu treiben.

Um diese Herausforderung zu bewältigen hat sich die VersorgungsBetriebe Elbe Media einen starken und erfahrenen Kooperationspartner, die Vereinigte Stadtwerke Media GmbH (VS Media), ins Boot geholt. Heute wurden die Verträge zur Kooperation und Projektdurchführung unterzeichnet. Ziel der Zusammenarbeit ist die zügige und flächendeckende Breitbandversorgung in Lauenburg und Boizenburg sowie deren umliegender Gemeinden. Den Anfang macht das Amt Lütau mit den Gemeinden Lütau und Wangelau. Insgesamt werden 20 Millionen Euro für den Ausbau investiert.

Am 13. September, 19.30 Uhr, können sich interessierte Bürger an einem Infoabend für die Bürger der Gemeinden Wangelau und Lütau im „Gasthaus Basedau“ in Lütau (Start der Vertragsabschlussphase) über den Ausbau und die Anschlüsse informieren. Damit der Ausbau zustande kommt, ist eine Abschlussquote vom mindestens 55 Prozent nötig. „Im ländlichen Raum ist das aber eher kein Problem“, so Petra Grimm von den Vereinigten Stadtwerken. „Wir könnten noch in diesem Jahr mit dem Ausbau anfangen“, so Torsten Möller von den VersorgungsBetriebe Elbe. Es wird aber bis zu einem Jahr dauern, ehe die neuen Anschlüsse in den Häusern nutzbar sind. Bis 2020 sollen dann auch Lauenburg und Boizenburg ausgebaut sein.

Breitband bietet verhältnismäßig hohe Datenübertragungsraten von Gigabit/s (1 Gigabit/s = 1.000 Mbit/s) und ist wesentlich schneller als Schmalbandtechnologien wie ISDN oder Telefonmodem. Dabei bietet Glasfaser die schnellsten Geschwindigkeiten für Versenden und Empfangen von Dateien und gilt als zukunftssicher.

In Deutschland liegt die durchschnittliche Datenübertragungsrate im Internet derzeit bei 14,6 Mbit/s und soll bis 2019 auf 50 Mbit/s erhöht werden, ein ambitioniertes Ziel. Alternativen wie DSL oder VDSL gelten durch die Verwendung von Kupferkabeln als störungsanfällig und bieten nur begrenzte Übertragungsraten (DSL bis zu 16 Mbit/s, VDSL bis zu 100 Mbit/s). Internet via Satellit ist sehr kostspielig und die Nutzung des Kabel-TV-Netzes bietet zwar bis zu 400 Mbit/s eine hohe Übertragungsrate, diese wird aber mit steigender Nutzerzahl in einem Segment immer geringer. Gleiches gilt für das LTE-Netz, mit steigender Nutzerzahl in einem Bereich sinkt die Übertragungsrate deutlich und es kann zum Datenstau kommen.

Diese Probleme treten bei Datenübertragungen im Breitband- bzw. Glasfasernetz nicht auf. Die VS Media verlegt das Glasfaserkabel bis ins Haus und kann somit eine Standardleistung von 200 Mbit/s sowohl im Download als auch im Upload garantieren. Auch 500 Mbit/s und 1.000 Mbit/s sind möglich.

Die Einwohner der Gemeinden Lütau und Wangelau sollten sich bereits den 13. September vormerken. Dann findet um 19.30 Uhr im Gasthaus in Basedau ein Informationsabend statt. Weitere Informationen und Veranstaltungen unter www.versorgungsbetriebe-elbe.de.