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Lauenburg (LOZ). Der Friedhof Lauenburg steht jetzt im Zeichen des immateriellen Kulturerbes Friedhofskultur: Die Mitarbeiter werden am Freitagmorgen ein entsprechendes Schild am Haupteingang des Friedhofs in der Hamburger Straße anbringen, um so auf die wichtige Bedeutung der Friedhofskultur aufmerksam zu machen. Lauenburg ist damit Teil eines bundesweiten Netzwerks von über 120 Städten, die den diesjährigen Tag des Friedhofs am kommenden Sonntag der Ernennung der Friedhofskultur in Deutschland zum immateriellen Kulturerbe widmen.

Bereits im März hatte die Kultusministerkonferenz auf Empfehlung der Deutschen UNESCO-Kommission diese Ernennung zum immateriellen Kulturerbe beschlossen. Allerdings ging die Auszeichnung im Corona-Lockdown völlig unter, weshalb man jetzt mit der Aktion „Friedhöfe auszeichnen“ auch in Lauenburg auf dieses vielschichtige Kulturerbe aufmerksam macht. „Es sind nicht die Friedhöfe an sich zum immateriellen Kulturerbe ernannt worden“, betont Elle Koriath, „sondern die Friedhofskultur, also all das, was Menschen auf dem Friedhof tun.“ Dazu gehöre das Trauern, Erinnern und Würdigen genauso wie das Gestalten, Pflegen, Weiterentwickeln und auch das Feiern.

„Der Friedhof ist vor allem auch ein Ort der Lebenden“, meint Elle Koriath weiter, „der weit über die persönlichen Trauerrituale hinaus identitätsstiftende Bedeutung für unsere Gesellschaft hat.“ Hervorzuheben ist zum Beispiel die historische Dimension der Grab- und Denkmäler. Der Kulturraum Friedhof bildet zudem den zusammenhängend größten Skulpturenpark der Stadt und ist zugleich Inspirationsfläche für viele Kunstformen. Besonders bedeutsam ist seine soziale Funktion: Der Friedhof erweist sich als Treffpunkt für Familien oder Angehörige und wirkt auch sozialer Vereinsamung von Hinterbliebenen entgegen. Nicht zuletzt zeigt sich dieser Kulturraum über kulturelle und religiöse Unterschiede hinweg als ein Ort der Integration und des Friedens. Nicht zu vergessen ist die Bedeutung der Friedhöfe für den Naturschutz, zum Beispiel auch als Ort der biologischen Vielfalt.

Grundvoraussetzung für die Ernennung der Friedhofskultur in Deutschland zum immateriellen Kulturerbe war für die UNESCO „die Lebendigkeit der kulturellen Ausdrucksform“. Es gehe nicht um ein mumifizieren der Friedhöfe, sondern um eine zeitgerechte Weiterentwicklung. So werde man auch in Zukunft Bestattungsformen anbieten, die den Wünschen der Menschen entsprechen wie z.B. naturnah gestaltete oder pflegeleichte bzw. pflegefreie Grabformen. „Unser umfangreiches Angebot ist auf unserer Webseite www.friedhof-lauenburg.de abgebildet. Oder man vereinbart einfach einen Termin für eine persönliche Beratung vor Ort“, ergänzt Elle Koriath.

Die Auszeichnung des Friedhofs in Lauenburg hat das „Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur“ initiiert, das sich der Pflege und Weiterentwicklung dieses Kulturerbes verschrieben hat. Auf seiner Seite www.kulturerbe-friedhof.de finden sich umfangreiche Informationen über die Friedhofskultur in Deutschland, die Ernennung zum immateriellen Kulturerbe und deren Bedeutung für unsere Gesellschaft.

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