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Mölln (LOZ). Auf Initiative der Kreisbehindertenbeauftragten Kirsten Vidal und Beschluss des lauenburgischen Kreistages versammelte die Kreisverwaltung fast 120 Menschen in Mölln zur Auftaktveranstaltung „Kreisaktionsplan Inklusion“. Ziel an diesem Nachmittag im Haus der Sozialen Dienste war es, Projektgruppen für den Aktionsplan zu bilden, um die Teilnahmemöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen im Kreis dauerhaft zu verbessern.

Um eine möglichst breite Beteiligung sicherzustellen waren Fachleute und Betroffene aus vielen Bereichen zum Mitwirken eingeladen. Dazu gehörten unter anderem Menschen mit Behinderungen, wie Werkstatt- und Bewohnerbeiräte aus den Wohn- und Werkstätten, Mitarbeitende von Anbietern der Eingliederungshilfe, Mitarbeitende der Verwaltung, Mitarbeitende aus den Bereichen Schule und Kindertagesstätten und Vertreter der Kreispolitik.

Die Vorsitzende des Sozial-, Bildungs- und Kulturausschusses des Kreises Gitta Neemann-Güntner hielt nach dem Auftakt fest: „Kreisaktionsplan bedeutet nicht nur die Beteiligung für Menschen mit Behinderung sondern ist auch der Einstieg in den demografischen Wandel. In Zukunft müssen wir erst recht auch die Bedürfnisse der älteren Generation berücksichtigen. Ich gehe davon aus, dass die Bemühungen parteiübergreifend stattfinden werden.“ Ähnlich sieht dies auch der sozialpolitische Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion Michael Stark: "Im Anbetracht der demografischen Entwicklung in unserem Kreis gilt es auch darauf zu achten, dass keine neuen Barrieren zwischen behinderten und alten Menschen geschaffen werden. Es muss ein System sein."

Im Rahmen der Veranstaltung wurden insgesamt sieben Projektgruppen festgelegt, die in den nächsten zwei Jahren jeweils unterschiedliche aber auch übergreifende Themen bearbeiten werden. Jeweils 10 bis 15 Personen arbeiten fortan in den Projektgruppen „Freizeit/Kultur/Sport/Tourismus“, „Bildung“, „Wohnen“, „politische Teilhabe“, „Gesundheit/Pflege“, „Mobilität/Barrierefreiheit im öffentlichen Raum“ sowie „Arbeitswelt“ an der Verbesserung der Rahmenbedingungen.

Initiatorin und Kreisbehindertenbeauftragte Kirsten Vidal zeigt sich an diesem Nachmittag zufrieden: „Ein Qualitätsmerkmal ist für mich, dass viele Betroffene mitarbeiten.“ Die Notwendigkeit des Kreisaktionsplanes liegt für sie dabei auf der Hand: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Auch Ihr Stellvertreter Ulrich Ewald setzt große Hoffnung in das Projekt: „Mein Wunsch ist die Schaffung einer dauerhaften Struktur, auch nach Abschluss der Projektarbeit.“

Die Kreisverwaltung lässt sich bei diesem Projekt professionell von der mehrwerte GmbH aus Kiel unterstützen. Das Team um die beiden Geschäftsführenden Melanie Sonneborn und Peter Kessler hat bereits im Kreis Pinneberg Erfahrungen mit einem vergleichbaren Vorhaben sammeln können. Der Kreisaktionsplan Inklusion soll im September 2020 vorliegen und dann Grundlage für konkrete Maßnahmen der Umsetzung sein.

Der Kreisaktionsplan Inklusion ist nicht das erste übergeordnete Projekt zur Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im Kreis Herzogtum Lauenburg. Vorläufer ist die Regionale Teilhabeplanung, welche zwischen 2011 und 2014 im Kreis durchgeführt wurde. Das damalige Projekt brachte zwar nur wenige konkrete Maßnahmen hervor, trug aber in großem Maße zur Bewusstseinsbildung bei den Beteiligten bei und dient dem Kreisaktionsplan damit als Arbeitsgrundlage.

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