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Mölln (LOZ). Vor 29 Jahren fielen drei Möllnerinnen rechtsextremistischen Brandanschlägen zum Opfer, viele weitere wurden verletzt, körperlich wie seelisch. Dieser Nacht des 23. November 1992 immer im Gedächtnis zu behalten, ist für den Verein Miteinander leben e.V. Motivation, zum jährlichen Gedenken eine Schulaktion zu organisieren.

Das soll junge Menschen dazu bringen, sich anlässlich dieser dunklen Stunde der Möllner Stadtgeschichte mit Themen wie Rassismus und Rechtsextremismus, der zu diesen Taten führte auseinanderzusetzen. In diesem Jahr wird dies im Zuge eines Ausstellungsprojektes geschehen, die auch den Möllner Opfern Gesicht gibt.

Die Ausstellung »Opfer rechter Gewalt seit 1990« des Vereins „Opferperspektive" ist eine Dokumentation wider das Verdrängen und Relativieren rechter Gewalt. Sie erinnert an diese Menschen und thematisiert zugleich die Verdrängung fortwährender Bedrohung von Rechts. Mindestens 183 Menschen sind zwischen 1990 und 2017 durch von rechtem Gedankengut motivierten Gewalttaten ums Leben gekommen. Viele wurden getötet, weil für sie im Weltbild von Rassismus und Menschenfeindlichkeit kein Platz ist; manche, weil sie den Mut hatten, Nazi-Parolen zu widersprechen.

Einige Schicksale bewegten die Öffentlichkeit, viele wurden kaum zur Kenntnis genommen, vergessen sind die meisten. Von vielen der Toten wurde nie ein Foto veröffentlicht, von manchen nicht einmal ihr Name. Erst Anfang 2019 wurde diese Ausstellung aktualisiert, doch sehr schnell von Realität überholt. In Halle (Saale) hat ein antisemitisch-rassistischer Anschlag am 9. Oktober 2019 Jana L. und Kevin S. das Leben gekostet. Nur wenige Monate zuvor wurde der CDU-Politiker Walter Lübcke in Kassel erschossen. Zuletzt wurden am 19. Februar 2020 in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen.

„Wir zeigen diese Ausstellung erstmalig in Mölln, für die Schulen, aber auch für die allgemeine Öffentlichkeit“, sagt Mitorganisiator Mark Sauer vom Verein Miteinander leben e.V. In der Zeit vom 9. bis 24. November wird sie von innen an die Scheiben der Schulmensa auf dem Schulberg gehängt, nach außen gerichtet und somit auch Corona-sicher zu jeder Zeit besuchbar. „Die älteren Schülerinnen und Schüler der Möllner Schulen haben so die Gelegenheit, im Geschichts- oder Politik-Unterricht verschiedene Aspekte des Themas von gewalttätiger Sprache bis den Motiven der Täter und vor allem der Perspektive der Opfer zu behandeln“, merkt Jörg-Rüdiger Geschke an, als Kreisfachberater u.a. für Erinnerungskultur zuständig. Klassen aus dem Marion-Dönhoff-Gymnasium werden sich beispielsweise unter Anleitung der Kulturvermittlerin Eva Ammermann mit künstlerischen Mitteln der Opfersicht zu nähern versuchen, was schulintern in eine kleine Ausstellung münden soll.

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