Von Notz: Ernährungssicherung braucht eine nachhaltige Landwirtschaft

Foto: W. Reichenbächer
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Berlin (LOZ). Zu den steigenden Lebensmittelpreisen und zu einer nachhaltigen Landwirtschaft erklärt Dr. Konstantin v. Notz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Grüner Bundestagsabgeordneter für die Kreise Herzogtum Lauenburg, Stormarn-Süd und Segeberg:

„Die russische Blockade von Getreideexporten aus der Ukraine und die durch Öl- und Gaspreise gestiegenen Produktionskosten in der industriellen Landwirtschaft haben auch bei uns viele Lebensmittel teurer gemacht. Dem Preisanstieg wollen wir mit einer nachhaltigeren Landwirtschaftspolitik entgegensteuern, die verfügbare Anbauflächen stärker für die Produktion von Lebensmittel als für Futter oder Agrarkraftstoffe nutzt.

Für uns Grüne heißt das: die pflanzliche Lebensmittelproduktion zu stärken und die hohen Tierbestände in der industriellen Landwirtschaft zu reduzieren sowie mehr Unterstützung für eine Landwirtschaft, die für den Teller statt für Trog und Tank produziert. So stärken wir die Ernährungssicherung und stabilisieren das Preisniveau für nachhaltige Lebensmittel.

Rund zwei Drittel der gesamten europäischen Getreideernte landen heute in der Futtermittelproduktion – statt direkt zu Lebensmitteln verarbeitet zu werden. Ackerflächen, die europaweit allein für die Produktion von Agrokraftstoffen verwendet werden, könnten deutlich über 100 Millionen Menschen ernähren. Statt auf landwirtschaftlichen Flächen auf Kosten von Klima, Artenvielfalt und Umwelt zu wirtschaften, wollen wir die Ernährungssicherung in Europa stärken.

Dazu gehört auch, eine Krise nicht gegen eine andere auszuspielen.

Die Klimakrise und die Biodiversitätskrise verstärken sich gegenseitig und können nur gemeinsam gelöst werden. Wer heute ökologische Standards in der Landwirtschaft zurückdrehen will, der schadet einer krisenfesten Landwirtschaft mit gesunden Böden und stabilen Erträgen. Bäuerinnen und Bauern würden damit in Zukunft abhängiger von teuren, klima- und naturschädlichen Düngemitteln und Pestiziden.

Klar ist auch, dass angesichts gestiegener Preise besonders Haushalte mit niedrigem Einkommen auch direkt entlastet werden müssen. Die Ampel hat dazu einen Einmalzuschuss in Höhe von 200 Euro für Erwachsene in Grundsicherung sowie einen Heizkostenzuschuss für Bedürftige und BAföG-Empfänger in Höhe von 270 Euro auf den Weg gebracht. Zudem erhalten Familien für jedes Kind einmalig 100 Euro. In der Breite entlasten wir darüber hinaus mit steuerlichen Maßnahmen wie der Anhebung des Grundfreibetrags sowie der Energiepreispauschale oder dem 9-Euro-Ticket für den ÖPNV.“

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