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Kiel (LOZ). Mit einer Informationsveranstaltung im Kieler Haus des Sports sind heute neue Gleichstellungsbeauftragte begrüßt worden. In ihrem Grußwort griff Gleichstellungsministerin Sabine Sütterlin-Waack die aktuelle Diskussion um sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz auf. „Die Hashtag-Kampagne #metoo macht uns derzeit wieder deutlich, wie wichtig es ist, eine gesellschaftliche Debatte über Sexismus zu führen. Sexuelle Übergriffe, egal ob verbale Beleidigung oder tatsächliches Antatschen und Begrapschen, sind immer noch weit verbreitet. Weltweit und insbesondere in der Arbeitswelt.“

Die Ministerin weiter: „Für Viele bleibt ihr Fehlverhalten folgenlos. Denn Betroffene werden unter Druck gesetzt, haben Angst davor, ihre Anstellung zu verlieren oder als Opfer stigmatisiert zu werden. Und natürlich spielt auch Scham eine große Rolle. Wir sollten Betroffenen Mut machen, sich zu wehren und dagegen vorzugehen. Dazu gehört es auch, Übergriffe zur Anzeige zu bringen. Ich finde es wichtig und gut, dass sich so viele Betroffene jetzt öffentlich äußern und wir eine intensive gesellschaftspolitische Diskussion darüber führen. Wir brauchen keine neuen Gesetze, es gibt bereits klar definierte, unverhandelbare Grenzen.

Zudem hat der Gesetzgeber das Sexualstrafrecht in der letzten Wahlperiode deutlich verschärft. Auch die sexuelle Belästigung ist jetzt strafbar. Gesetze allein reichen aber nicht! Vielmehr müssen wir ein gesellschaftliches Klima schaffen, in dem das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung noch stärker als bisher anerkannt und im Bewusstsein aller Menschen verankert ist.

Ein Klima, das Opfer sexueller Übergriffe darin bestärkt, diese auch vermehrt zur Anzeige bringen. Nur so schaffen wir es, dass eigentlich selbstverständliche Grenzen gar nicht erst überschritten werden.

Sie, die Gleichstellungsbeauftragen, werden als Ansprechpartnerin, als Vertrauensperson, als personifizierter Kummerkasten und als Ratgeberin gefordert sein. Vielleicht haben einige von Ihnen schon persönliche Hilfe in solchen Beschwerdefällen gegeben. Scheuen Sie sich bitte nicht, ratsuchende Betroffene auch auf andere externe Hilfen hinzuweisen und Kontakte dorthin zu vermitteln.“