Habersaat (SPD): CDU vergisst Unterrichtsgarantie und verzögert Fachkräfteinitiative

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Kiel (LOZ). In den Landtagswahlkampf war die CDU mit dem Versprechen einer „Unterrichtsgarantie“ gezogen. „Wichtig ist, dass wir dem Unterrichtsausfall endlich ein Ende setzen“, war im CDU-Wahlprogramm zu lesen. Nach dem Regierungsantritt sei davon keine Rede mehr, kritisiert die SPD. Jetzt geht es um „100 Prozent Unterrichtsversorgung“ – die Schulen sollen Kontigentstundentafel, Leitungszeiten etc. planerisch abdecken können. Trotzdem fallen nach wie vor Stunden aus. Und viele Stunden werden nicht von Fachkräften gegeben. „Drei Prozent des Unterrichts an allgemeinbildenden Schulen und fünf Prozent des Unterrichts an berufsbildenden Schulen werden von Hilfslehrkräften erteilt, die Tendenz ist steigend“, sagt Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

Das erfuhr der Abgeordnete durch Gespräche mit Personalräten und zwei Kleine Anfragen zum Ende des letzten Jahres. 6.900 Wochenstunden wurden danach durch Lehrkräfte erteilt, die nur die erste Staatsprüfung absolviert hatten und sich noch nicht im Vorbereitungsdienst befanden. 16.899 Wochenstunden wurden durch Personen ohne 2. Staatsprüfung erteilt, die sich weder im Referendariat noch in der Qualifizierungsphase für einen Seiten- oder Quereinstieg befanden. Hinzu kamen 1.607 Wochenstunden, die durch bereits pensionierte Lehrkräfte gegeben wurden. Habersaat: „Rechnet man mit 27 Stunden pro Stelle -tatsächlich wären es beispielsweise für Grundschullehrkräfte 28 Stunden und für Gymnasiallehrkräfte 25,5-, ergeben sich daraus 940 fehlende Fachkräfte.“ 39 weitere Planstellen waren nach Auskunft des Ministeriums völlig unbesetzt.

Habersaat: „Die leeren Wahlversprechen wider besseren Wissens werfe ich der CDU vor. Das Problem des Fachkräftemangels allerdings ist keines, das allein in Schleswig-Holstein zu beobachten ist und keines, dass ich der neuen Landesregierung anlaste. Die Landesregierung hatte jedoch in ihrem 100-Tage-Programm die Erstellung eines ‚Lehrkräftebedarfsanalysekonzepts‘ angekündigt. Bisher warten wir darauf vergebens, obwohl der Handlungsbedarf kontinuierlich steigt.“