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ver.di: „Keine Wertschätzung für die Beschäftigten – Warnstreiks im Norden werden geplant“

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Kiel (LOZ). Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) befürchtet eine weitere Eskalation im Tarifkonflikt für die 2,14 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes.

Das heute bei den heutigen Tarifverhandlungen in Potsdam erneut ausgebliebene Arbeitgeberangebot, trotz voller Kassen des Staates, ist ein Akt der Geringschätzung der Leistung der Beschäftigten, so die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

„In Zeiten von erheblichen Haushaltsüberschüssen versuchen die Arbeitgeber offenbar erneut, die Beschäftigten von der Reallohnentwicklung abzuhängen und Verhandlungen taktisch zu verzögern. Das hat rein gar nichts mit Wertschätzung zu tun. Wer auch perspektivisch auf einen guten und funktionierenden öffentlichen Dienst setzt, der muss bereit sein, die Beschäftigten fair und gut zu bezahlen“, so Susanne Schöttke, Leiterin des ver.di Landesbezirks Nord, heute nach den ergebnislosen Verhandlungen in Potsdam.

„In Zeiten, in denen der Öffentliche Dienst um guten Nachwuchs mit der Privatwirtschaft konkurriert, ist das ein Rückschritt und hilft niemandem. Ein Staat, der seine Aufgaben ordentlich erledigen will, braucht dazu ausreichend Personal, das gut qualifiziert ist und gut bezahlt wird. Die personelle Ausstattung in vielen Bereichen ist aber seit langem bewusst zu eng und es mangelt an Nachwuchskräften“, so Schöttke weiter.

In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern werden die Beschäftigten nun bis zum nächsten Verhandlungstermin verstärkt in regionale Warnstreikaktivitäten eingebunden. Nähere Informationen dazu wird ver.di Nord regional in den nächsten Tagen kommunizieren.

ver.di fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Gleichzeitig sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat angehoben werden. Die Vorschrift, Auszubildende nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zu übernehmen, will ver.di wieder in Kraft setzen.

Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Der Bund wird aufgefordert, das Verhandlungsergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die 344.000 Beamtinnen und Beamten, Richterinnen und Richter, Soldatinnen und Soldaten sowie 182.000 Versorgungsempfängerinnen und -empfänger zu übertragen.

Verhandelt wird für rund zwei Millionen Tarifbeschäftigte des öffentlichen Dienstes der Kommunen und ihrer wirtschaftlichen Betriebe und Unternehmen sowie für 125.000 Tarifbeschäftigte des Bundes. In Schleswig-Holstein gibt es ca. 40.200 Beschäftigte bei den Kommunen und ca. 9.100 Beschäftigte im Bundesbereich.

Der nächste Verhandlungstermin ist für den 15. und 16. April in Potsdam geplant.

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