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(LOZ). Inakzeptabel. Das ist die klare Einschätzung der ver.di-Tarifkommission für das private Omnibusgewerbe in Schleswig-Holstein auf ihrer heutigen Sitzung in Bad Segeberg, nachdem der Arbeitgeberverband, Omnibusverband Nord (OVN), in einem gestrigen Gespräch in Kiel jegliche Lohnerhöhungen verweigerte.

Seit Anfang Januar dieses Jahres stehen die Lohnerhöhungen für hunderte Busfahrerinnen und Busfahrer im ÖPNV in vielen Landkreisen Schleswig-Holsteins aus. Mit mehreren Arbeitsniederlegungen und Demonstration hatten die Beschäftigten dutzender Busunternehmen daraufhin ihrer Forderung nach zwei Euro pro Stunde mehr Nachdruck verliehen. Sie sehen sich zunehmend von der Lohnentwicklung in der Branche in Schleswig-Holstein abgehängt.

Dazu erklärt ver.di-Verhandlungsführer Karl-Heinz Pliete: „Nun nutzen die Arbeitgeber die Pandemie, um den Beschäftigten ihre Lohnerhöhung bei weiterhin steigenden Preisen vorzuenthalten. Die Unternehmen kassieren Staatshilfe für Einnahmeausfälle und lassen gleichzeitig die Beschäftigten im Regen stehen. Seit Anbeginn der Corona-Pandemie hielten die Beschäftigten die Verkehre im ganzen Land aufrecht, um die Bevölkerung weiterhin an ihre Arbeitsplätze, zur Schule, zu Besorgungen und zum Arzt zu befördern. Gleichzeitig setzten sie sich einem hohen Infektionsrisiko aus, das – wie wir heute wissen – gerade durch Aerosole in engen Räumen besonders erhöht ist. Trotz Furcht vor Ansteckung leisteten sie unermüdlich ihren Dienst. Heute ziehen die Arbeitgeber diese Leistung der Beschäftigten ins Lächerliche, weil das Fahren in der Krise ja so gemütlich sei und begründen damit ihre Forderung nach einer Nullrunde. Auch die Anfeindungen durch Fahrgäste wegen unentwegter Diskussionen um den Maskenzwang blenden die Arbeitgeber völlig aus. Wie krass kann Geringschätzung denn noch aussehen? Wir fordern den OVN auf, noch im Juli an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um angemessene Lösungen zu verhandeln. Die ver.di-Tarifkommission hat eine Ideensammlung für die Verhandlungen erstellt, die auch die Belange der Arbeitgeber berücksichtigt.“

Die Beschäftigten im privaten Omnibusgewerbe in Schleswig-Holstein haben die geringsten Löhne in ganz Norddeutschland und auch Zuschläge für Arbeit zu besonderen Tages- oder Wochenzeiten, wie in anderen Tarifverträgen, fallen nicht an. Die Schichtzeiten sind lang und die Arbeitsbedingungen so hart und gesundheitsschädlich, dass auch nur noch schwerlich Nachwuchs zu finden ist. Trotzdem entfernt sich das Lohngefüge immer weiter von der allgemeinen Entwicklung.

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