Lesezeit: 3 Minuten

(LOZ). Zur Veröffentlichung der finalisierten Fassung der „Radstrategie Schleswig-Holstein 2030“ erklären die lauenburgischen Landtagsabgeordneten Klaus Schlie (MdL) und Andrea Tschacher (MdL):

„Zum ersten Mal hat Schleswig-Holstein eine spezifische und sehr umfassende Radstrategie. Sie beinhaltet die wesentlichen Meilensteine zur zukünftigen erfolgreichen Weiterentwicklung des Radverkehrs im Land bis zum Jahr 2030 und ist auf Basis eines umfassenden Beteiligungsprozesses entwickelt worden. Die intensiv abgestimmten Maßnahmenvorschläge im Sinne von Handlungsempfehlungen sind auf die drei Oberziele ausgerichtet: mehr Radverkehr, mehr Sicherheit im Radverkehr sowie ein verbessertes Angebot für den Radtourismus“, erklärt Andrea Tschacher.

Zusätzlich zu den bereits mit dem Koalitionsvertrag bereit gestellten 10 Millionen Euro wurden weitere 15 Millionen Euro aus dem Programm „Für Schleswig-Holstein – in der Krise stehen wir zusammen“ zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erhalten die Kommunen zusätzliche 20 Millionen Euro für den Ausbau ihrer Radinfrastruktur.

„Wir wollen den Radverkehr in unserem Land deutlich attraktiver und vor allem auch sicherer gestalten. Der Radverkehr in Schleswig-Holstein soll sowohl im Alltags- und Berufsverkehr als auch beim Tourismus einen größeren Stellenwert einnehmen“, führt Klaus Schlie aus. „Der Landtag verabschiedete dazu bereits im September 2020 einen Acht-Kernpunkte umfassenden Antrag der Jamaika-Koalition. Bis zum Jahr 2030 sollen Fahrräder knapp ein Drittel des Verkehrs in Schleswig-Holstein ausmachen – das ist das große Ziel der „Radstrategie Schleswig-Holstein 2030“, die Politik, Verwaltung und Verbände gemeinsam erarbeitet haben“ ergänzt Schlie.

Ein Partner bei der Umsetzung der Radstrategie wird die Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs in Schleswig-Holstein (RAD.SH) sein, der schon 45 Mitglieder wie Kreise, kreisfreie Städte und Kommunen angehören und die vom Land gefördert wird. Wichtig ist es, dass sich eine Vielzahl von Kreisen und Kommunen RAD.SH anschließt und einen kompetenten Ansprechpartner für die Landesregierung und einen starken Dienstleister für sich selbst schaffen.

„Es ist festzustellen, dass das Fahrrad während der Corona-Pandemie enorm an Attraktivität gewonnen hat. Viele Pendlerinnen und Pendler sind auf das Fahrrad umgestiegen. Es ist mehr ins Bewusstsein geraten, dass das Fahrrad aus ökologischer und ökonomischer sowie städtebaulicher Sicht ein sinnvolles Verkehrsmittel ist. Ebenso ist Fahrradfahren ein förderlicher Beitrag für die Gesundheit. Emissionen von Lärm, Luftschadstoffen und Treibhausgasen könnten bei einer Verlagerung auf mehr Fahrradverkehr im Hinblick auf schädliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt in beträchtlichem Maße verringert werden“, so die beiden Landespolitiker. Neben den ökologischen und gesundheitlichen Aspekten sind auch die ökonomischen Einflüsse des Fahrrads und des Radverkehrs bedeutend. Neben dem Radsport oder auch dem Radtourismus hat das Fahrrad durch die E-Bikes und modernen Räder zu einer wirtschaftlichen Neuordnung zu Gunsten seines Ursprungslandes geführt. Das Fahrrad ist ebenso eine deutsche Erfindung wie auch das Auto. Auch in Schleswig-Holstein haben wir bedeutende Unternehmen, ergänzte Tschacher.

In Schleswig-Holstein verlaufen aktuell 5.200 Kilometer Radwege an so genannten klassifizierten Straßen. Landesweit sind 77 Prozent aller Bundesstraßen, 64 Prozent der Landesstraßen und rund 41 Prozent aller Kreisstraßen mit Radwegen ausgestattet. Hinzu kommen Radwege an Gemeindestraßen. Zudem sind insgesamt 13 touristische Radfernwege mit 3.000 Kilometern Länge in Schleswig-Holstein ausgewiesen. „Kritisch dabei ist, dass mindestens 15 Prozent der Radwege sanierungsbedürftig sind. Dies werden wir, ebenso wie bei den Landesstraßen systematisch angehen.“

„Als wichtiges Gremium zur Radverkehrsförderung wird ein Runder Tisch Radverkehr (RTR) eingeführt, der v. a. die Umsetzung der Radstrategie begleitet und unterstützt. Die Auftaktsitzung wird am 26. November 2020 per Videokonferenz mit den Beteiligten stattfinden“, berichten Schlie und Tschacher.

Die Radstrategie „Ab aufs Rad im echten Norden – Radstrategie Schleswig-Holstein 2030“ ist über folgenden Link abrufbar: https://schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/R/radverkehr/radstrategie_Infoseite.html

Kostenlose Nachrichten aus dem Herzogtum Lauenburg
Kostenlose Nachrichten Mobil

Unterstützen Sie mit einer freiwilligen Spende den Journalismus vor Ort, der ohne Konzernvorgaben aus der Region für die Region berichtet. Mit der Spende helfen Sie uns, Sie weiterhin kostenlos mit Nachrichten zu versorgen. Der freiwillige Betrag ist ab einem Euro in ganzen Eurobeträgen frei wählbar. Eine Spendenquittung kann leider nicht ausgestellt werden. Für die Spende ist ein PayPal-Konto notwendig. Vielen Dank! Ihre LOZ-News

Betrag
 EUR

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.